RB Leipzig mit Super-Lauf, auch dank Sörloth: Erst Fehleinkauf "und jetzt wird er abgefeiert"

Freiburg - Bis 20.17 Uhr war RB Leipzig am Samstagabend punktgleich mit dem FC Bayern München an der Tabellenspitze, dann baute der Ligaprimus seinen Zwei-Punkte-Vorsprung auf die Sachsen durch zwei späte Tore gegen Borussia Dortmund wieder her, gewann 4:2. Das schmälerte den deutlich souveräneren Bullen-Erfolg beim SC Freiburg (3:0) aber keinesfalls.

RB-Trainer Julian Nagelsmann (33, 2.v.l.) kann sich weiterhin auf seine Nummer 1 Peter Gulacsi (30, 2.v.r.) verlassen, der seinen Kasten in der Hälfte der Bundesliga-Spiele sauber gehalten hat.
RB-Trainer Julian Nagelsmann (33, 2.v.l.) kann sich weiterhin auf seine Nummer 1 Peter Gulacsi (30, 2.v.r.) verlassen, der seinen Kasten in der Hälfte der Bundesliga-Spiele sauber gehalten hat.  © Tom Weller/dpa

Immer mehr zeichnet sich ein Zweikampf um die Deutsche Meisterschaft ab. Nachdem RB am Nachmittag im Breisgau mit dem sechsten Sieg in Serie vorlegte, zog der Rekordmeister im Topspiel gegen den BVB nach.

Weil Leipzigs Verfolger VfL Wolfsburg (1:2 bei der TSG 1899 Hoffenheim) und Eintracht Frankfurt (1:1 gegen den VfB Stuttgart) Federn ließen, beträgt der Vorsprung des Bayern-Verfolgers auf die drittplatzierten Wölfe schon acht Punkte.

Freiburgs Coach Christian Streich traut den Sachsen aufgrund ihrer "herausragenden Qualität" absolut zu, bis zum Schluss "ein ernsthafter Konkurrent für Bayern München" zu sein, "das ist außer Frage. Das ist ja eine gute Sache, wenn die Bayern gefordert sind und es spannend ist."

Streich weiter: "Man muss einfach anerkennen: Wenn Leipzig so spielt, so präsent ist, so frisch und wach, dann ist es brutal schwierig, etwas zu holen." Das merkte auch sein Team, das nach drei Heimsiegen gegen RB in Folge erstmals wieder verlor und zeitgleich die höchste Pleite der Saison daheim einstecken musste.

Der Coach sei aber "relativ wenig enttäuscht", weil sein Team bis zum 0:1 durch Christopher Nkunku (24) in der 41. Minute ordentlich mitgehalten hatte.

Alexander Sörloth wie Phoenix aus der Asche: "Er darf gern so weitermachen!"

Emil Forsberg (29, M.) und Alexander Sörloth (24, r.) erzielten zwei der drei Leipziger Tore in Freiburg.
Emil Forsberg (29, M.) und Alexander Sörloth (24, r.) erzielten zwei der drei Leipziger Tore in Freiburg.  © Picture Point/Roger Petzsche

Im Herbst hatte RB Leipzig mit dem 20-Millionen-Einkauf von Alexander Sörloth (24) nochmal offensiv auf dem Transfermarkt nachgelegt.

Lange Zeit lief der Norweger den Erwartungen hinterher, sein Trainer Julian Nagelsmann (33) forderte immer wieder Wartezeit ein.

Fünf Torbeteiligungen verbucht der 24-Jährige in 22 Ligaeinsätzen zwar erst, allein in den letzten beiden gegen Freiburg und Borussia Mönchengladbach (3:2) waren es aber vier, dazwischen gab er beim 2:0 im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den VfL Wolfsburg eine Vorlage.

Nun also angekommen, der Sörloth? "Er hat Qualität, wir haben gesagt, er braucht einfach ein bisschen Zeit. Es ist eine ganz andere Art und Weise wie wir spielen im Vergleich zu Trabzon, wo er so erfolgreich war. Das gepaart mit keinem Training ist für Neuzugänge nicht so leicht", sagte Nagelsmann.

Für die Türken von Trabzonspor war Sörloth in 49 Pflichtspielen der letzten Saison an 44 Treffern beteiligt - ein Top-Wert. Dass es schwer werden würde, diesen Lauf in der qualitativ deutlich höherwertigeren Bundesliga zu halten, war klar.

Nagelsmann: "Vor drei, vier Wochen wurde ich jeden Tag gefragt, ob er ein Fehleinkauf ist und jetzt wird er abgefeiert. Mit beiden Dingen will ich vorsichtig sein. Er soll so weitermachen und dann hoffen wir, dass es so weitergeht."

RB Leipzig offenbar ohne Angelino gegen FC Liverpool, dafür Marcel Sabitzer wieder an Bord

Nach einem freien Sonntag bereitet sich RB ab Montag auf das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen den FC Liverpool vor, das am Mittwoch (21 Uhr/Sky) erneut in Budapest stattfindet.

In der Maschine wird dann auch wieder Marcel Sabitzer (26) sitzen, der gegen Freiburg (Gelbsperre) und Wolfsburg (muskuläre Probleme) passen musste. Kein Comeback wird es nach aktuellem Stand für Angelino (24, Muskelverletzung) geben.

Gegen Jürgen Klopps Liverpool müssen die Roten Bullen einen 0:2-Rückstand aus dem Hinspiel aufholen. "Drumherum glauben nicht mehr viele an uns. Wichtig ist, dass der Glaube bei uns entsteht und dass wir mit dem Herzen in der Hand auftreten und alles probieren", forderte Nagelsmann.

Titelfoto: Picture Point/Roger Petzsche

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