Erster Punkt! RB Leipzig nach Remis gegen PSG-Stars trotzdem schon raus aus der Champions League

Leipzig - Der erste Punkt und trotzdem rausgeflogen! RB Leipzig hat nach einem erneut starken Match gegen das Starensemble des FC Paris Saint-Germain "nur" ein 2:2 (1:2) geholt und ist damit schon nach dem 4. Spieltag der Champions League vorzeitig ausgeschieden.

Seit vielen Monaten war die Red Bull Arena gegen Paris Saint-Germain wieder ausverkauft.
Seit vielen Monaten war die Red Bull Arena gegen Paris Saint-Germain wieder ausverkauft.  © Picture Point/Roger Petzsche

Christopher Nkunku traf in der mit 39.794 Zuschauern ausverkauften Red Bull Arena in der 8. Minute zum 1:0 für die Bullen, Georginio Wijnaldum glich aus (1:1/21.) und drehte die Partie (1:2/39.). Dominik Szoboszlai erzielte den Ausgleich für die Hausherren (2:2/90.+2).

Nach dem 1:1 bei Eintracht Frankfurt veränderte RB-Coach Jesse Marsch sein Team auf vier Positionen: Tyler Adams, Konrad Laimer, Emil Forsberg und André Silva verdrängten Kevin Kampl, Amadou Haidara, Szoboszlai und Yussuf Poulsen auf die Bank.

PSG-Trainer Mauricio Pochettino wechselte im Vergleich zum 2:1 gegen Meister OSC Lille dreimal: Nuno Mendes, Achraf Hakimi und Kylian Mbappé kamen für Thilo Kehrer (Bank), Juan Bernat und Lionel Messi (beide nicht im Kader).

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Die erste Aktion gehörte RB nach nicht einmal einer Minute: Über rechts schaffte es Silva letztlich nicht, Gianluigi Donnarumma zu überwinden. Es wurde aber ohnehin auf Abseits entschieden (1.). Wenig später schaffte es Forsberg nicht mehr, zum links freien Angelino zu passen, schloss im Fallen selbst ab - zu ungefährlich (6.).

Die Sachsen machten total viel Druck gegen den Ball und wurden belohnt: Ángel Di María spielte einen schlampigen Rückpass, Silva schnappte ihn sich, flankte vor den Kasten, wo Nkunku den Kopf ranbekam und Donnarumma überwand - 1:0 für RB (8.), Nkunkus fünfter Treffer im vierten Königsklassen-Match!

Die Führung! Christopher Nkunku (2.v.l.) köpfte gegen Torhüter Gianluigi Donnarumma (r.) zum 1:0 für RB Leipzig ein.
Die Führung! Christopher Nkunku (2.v.l.) köpfte gegen Torhüter Gianluigi Donnarumma (r.) zum 1:0 für RB Leipzig ein.  © Picture Point/Roger Petzsche

Mannschaftsaufstellung von RB Leipzig gegen den FC Paris Saint-Germain

Der FC Paris Saint-Germain ging bei RB Leipzig so ins Match

RB Leipzig lässt das 2:0 mehrfach liegen - und liegt nach Wijnaldum-Doppelpack plötzlich hinten

André Silva trat zum Elfmeter an...
André Silva trat zum Elfmeter an...  © Picture Point/Roger Petzsche
... und scheiterte an Donnarumma, vergab das wichtige 2:0.
... und scheiterte an Donnarumma, vergab das wichtige 2:0.  © picture point/Sven Sonntag

Es hätte beinahe noch besser aussehen können: Nächster Angriff Leipzig, Hakimi räumte Nkunku im Sechzehner ab, dann auch noch Danilo seinen Landsmann Silva. Nach dem zweiten Tackling zeigte Schiedsrichter Andreas Ekberg (Schweden) sofort auf den Punkt.

Der gefoulte Silva trat an - und vergab das 2:0 mit einem schwachen Schuss nach links (12.).

Fünf Minuten später rollte der nächste Angriffszug in Richtung PSG-Kasten. Die Stafette lief über Forsberg, Laimer und Silva auf Nkunku, der die Kugel über die Latte ballerte (17.).

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Und dann kam es, wie es kommen musste - aber eigentlich nicht hätte kommen dürfen. Mit der ersten Aktion nach vorn netzten die Gäste zum Ausgleich ein: Neymar bediente Mbappé halblinks im Freiraum, der in der Box quer vors Tor in die Mitte passte, wo Wijnaldum nur noch einschieben musste - das 1:1 mit dem ersten Torschuss (21.).

Das punktlose Königsklassen-Schlusslicht der Gruppe A brachte danach offensiv nichts mehr zustande. Der Gegner aber schon. Eine Ecke vom Gehäuse weg köpfte Marquinhos in Richtung linker Pfosten, wo Wijnaldum vollkommen frei Péter Gulácsi überwinden konnte. Die angezeigte Abseitsposition wurde vom VAR revidiert - 2:1 für PSG (39.). Geht es noch bitterer für die Bullen?

Fast wäre sogar noch das dritte Gegentor gefallen. Di María schickte Mbappé gegen hoch stehende Leipziger auf die Reise, Mohamed Simakan kam nicht mehr hinterher, doch Gulácsi wehrte den Schuss des Stürmers klasse ab (45.+2).

Allein auf weiter Flur: Georginio Wijnaldum (#18) köpfte zum 2:1 für PSG ein.
Allein auf weiter Flur: Georginio Wijnaldum (#18) köpfte zum 2:1 für PSG ein.  © picture point/Sven Sonntag

RB Leipzigs zweiter Elfer ist drin - Aus in der Champions League dennoch besiegelt

RB-Keeper Péter Gulácsi (r.) verhinderte mehrfach einen höheren Rückstand, wie hier gegen Kylian Mbappé (M.).
RB-Keeper Péter Gulácsi (r.) verhinderte mehrfach einen höheren Rückstand, wie hier gegen Kylian Mbappé (M.).  © Picture Point/Roger Petzsche

Die Sachsen wussten, dass sie hier unbedingt gewinnen mussten, um noch eine Chance aufs Achtelfinale zu haben.

Der Tabellenführer der Ligue 1 machte wie so oft nur das Nötigste und blieb vor allem bei Kontern gegen die weiter hoch stehende RB-Abwehr gefährlich. Den Sack zumachen können hätte Mbappé nach einem dieser Gegenstöße. Doch nach Ablage von Wijnaldum schlenzte er aus zehn Metern am Lattenkreuz vorbei (52.).

Mbappé war es auch wieder, der in der 64. Minute ab der Mittellinie den Verteidigern davonsauste, aber doch noch entscheidend von Simakan gestört wurde, wodurch er keinen ordentlichen Abschluss zustande bekam und Gulácsi zupacken konnte.

Im Gegenzug riss der nicht immer sattelfeste Donnarumma die Fingerspitzen hoch und wehrte eine Flanke ab, Angelinos Versuch wurde dann abgeblockt (65.).

In dieser Phase ging wieder mehr bei den Bullen, für die der eingewechselte Szoboszlai nach Nkunku-Flanke am Elfmeterpunkt mit einer Direktabnahme neben das Tor zielte (72.). Den Bullen wurde aber höchstdramatisch in der Schlussphase noch ein zweiter Elfmeter zugesprochen, nachdem sich Presnel Kimpembe im Strafraum zu ruppig auf Nkunku stützte. Diesmal trat Szoboszlai an und verwandelte zum völlig verdienten und umjubelten 2:2-Endstand (90.+2).

Das war dennoch zu wenig fürs Achtelfinale, die Leipziger sind nach dem 4. Spieltag raus, können nur noch auf die Europa League hoffen.

Nach Szoboszlais verwandeltem Elfmeter keimte noch einmal kurz Hoffnung auf.
Nach Szoboszlais verwandeltem Elfmeter keimte noch einmal kurz Hoffnung auf.  © picture point/Sven Sonntag
Szoboszlai sicherte den Sachsen den ersten Punktgewinn, der aber zu wenig war.
Szoboszlai sicherte den Sachsen den ersten Punktgewinn, der aber zu wenig war.  © picture point/Sven Sonntag

Für RB steht am kommenden Samstag (18.30 Uhr/Sky) das Bundesliga-Topspiel gegen Borussia Dortmund an. PSG gastiert ebenfalls Samstag (21 Uhr/DAZN) bei Girondins Bordeaux.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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