RB Leipzig sieglos seit vier Spielen: "Es kann ein ungemütlicher Herbst werden"

Leipzig - Neue Saison, neuer Trainer, neue Probleme: RB Leipzig ist mit nur zwei Siegen aus den ersten sieben Pflichtpartien in die Spielzeit 2021/22 gestartet. Zu wenig für die Ansprüche des Vizemeisters. Stefan Effenberg (53) fordert ein Umdenken.

Stefan Effenberg (53) kann sich vorstellen, dass es ein "ungemütlicher Herbst" für RB Leipzig werden könnte.
Stefan Effenberg (53) kann sich vorstellen, dass es ein "ungemütlicher Herbst" für RB Leipzig werden könnte.  © Guido Kirchner/dpa

"Grundsätzlich ist es schon zu wenig", sagte Effenberg im "Sport1-Doppelpass" über den Auftritt der Roten Bullen am Samstagabend beim 1:1 beim 1. FC Köln. "Man muss die Kölner aber auch loben, die den Leipzigern das Leben wirklich schwergemacht haben."

Nach den sechs Gegentoren in der Champions League bei Manchester City (3:6) könne RB aber nach dem Spielverlauf mit einem Zähler leben.

Man müsse insbesondere nach den zehn Gegentoren gegen City und den FC Bayern München (1:4) "die Philosophie vielleicht ein wenig umschreiben und von der defensiven Stabilität rausspielen." Von Stürmer-Neuzugang André Silva (25, erst ein Tor) "haben sie sich vielleicht auch mehr erhofft, auch das funktioniert noch nicht."

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Dennoch hätten die Leipziger immer die Qualität nach vorn ein Tor zu schießen. Aber: "Es kann ein ungemütlicher Herbst werden", so Effenberg.

Und weiter: "Wenn du Vizemeister geworden bist und im Pokalendspiel standest, kann man jetzt nicht hingehen und sagen, wir warten mal noch vier, fünf oder sechs Spiele. Da musst du von Anfang an funktionieren, wenn du diesen Ansprüchen gerecht werden willst."

Glücklos beim 1. FC Köln: RB Leipzigs Offensivkraft Dominik Szoboszlai (20).
Glücklos beim 1. FC Köln: RB Leipzigs Offensivkraft Dominik Szoboszlai (20).  © Picture Point/Roger Petzsche

Dr. Felix Brych erklärt Entscheidung pro Köln

Dr. Felix Brych (46) sah sich die Szene zum 1:0 für Köln lange am Bildschirm an.
Dr. Felix Brych (46) sah sich die Szene zum 1:0 für Köln lange am Bildschirm an.  © Marius Becker/dpa

Dass Schiedsrichter Dr. Felix Brych (46) die zwischenzeitliche Kölner Führung durch Anthony Modeste (33) nachträglich gab, konnte Effenberg nachvollziehen.

"Er ist mit der beste Schiedsrichter, den wir haben. Wenn er nochmal rausgeht, sich das anschaut und auf Tor entscheidet, sollte man das auch glauben, dass es ein Tor war", so der 53-Jährige.

Der Unparteiische selbst hatte sich zu den Beweggründen, den Treffer doch zu geben, direkt nach Abpfiff geäußert.

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"Es sah für mich im Spiel so aus, als ob der Kölner Stürmer den Verteidiger von hinten am Klärungsversuch gehindert hat", sagte der Münchner. "Vorm Fernseher konnte ich aber sehen, dass Mark Uth zuerst in der Situation war und der Leipziger beim Klärungsversuch den Kölner Spieler streift, deswegen war es eher andersrum und kein Foul. Deswegen habe ich das Tor gegeben."

In einer Woche (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) ist RB daheim gegen Hertha BSC gefordert. Der zweite Bundesligasieg soll her. Sonst wird es vielleicht wirklich ein ungemütlicher Herbst.

Titelfoto: Bildmontage: Picture Point/Roger Petzsche, Guido Kirchner/dpa

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