Erst Pechvogel, dann Glückspilz! Orban rettet RB Leipzig in Wolfsburg

Wolfsburg - Nichts war's mit der Tabellenspitze! RB Leipzig trennte sich am Samstagnachmittag auswärts vom VfL Wolfsburg 2:2 (1:2) und holte dabei nach Führung auch einen Rückstand auf. Die Sachsen bleiben zwar Zweiter, Bundesliga-Primus FC Bayern München kann aber am Sonntag den Vorsprung weiter ausbauen.

Nach punktgenauer Vorlage von Emil Forsberg (r.) konnte Nordi Mukiele nach vier Minuten mühelos zur Leipziger 1:0-Führung einschieben.
Nach punktgenauer Vorlage von Emil Forsberg (r.) konnte Nordi Mukiele nach vier Minuten mühelos zur Leipziger 1:0-Führung einschieben.  © Michael Sohn/AP pool/dpa

Schon in der 4. Minute ging RB durch Nordi Mukiele mit 1:0 in der leeren Volkswagen Arena in Führung. Die Hausherren drehten das Spiel durch Wout Weghorst (1:1/22.) und Renato Steffen (2:1/35.). Willi Orban glich für Leipzig immerhin noch aus (2:2/54.).

Nach Wolfsburgs 2:2 beim 1. FC Union Berlin nahm Oliver Glasner drei Veränderungen vor: Maxence Lacroix, Kevin Mbabu und Josuha Guilavogui begannen für Marin Pongracic (verletzt), Maximilian Arnold (Rotsperre) und Josip Brekalo (Bank).

RB-Coach Julian Nagelsmann rotierte im Vergleich zum 1:3 gegen Borussia Dortmund Nordi Mukiele und Kevin Kampl in die Startelf, Tyler Adams und Yussuf Poulsen nahmen zunächst auf der Bank Platz.

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Zwei Ligapleiten in Folge gab es unter Nagelsmann für die Sachsen noch nie. Das sollte auch unbedingt so bleiben. Und das stellten sie schnell unter Beweis! Nach kurzem Abtasten legte Amadou Haidara links auf Emil Forsberg, der in der unsortierten VfL-Abwehr ein paar Schritte ging und vor dem Gehäuse quer rüber legte, wo Mukiele völlig frei easy zum 1:0 einschieben konnte (4.).

Nur zwei Minuten später landete die Kugel auch im Leipziger Kasten, nachdem sie Weghorst über Péter Gulácsi hinweg hineingehoben hatte. Der Niederländer war aber vorher mit der Hand am Spielgerät - das sah der VAR genauso und gab das Tor nicht (6.).

Der VfL Wolfsburg ging mit dieser Aufstellung in das Spiel gegen RB Leipzig

RB Leipzigs Startelf beim VfL Wolfsburg

VfL Wolfsburg nutzt seine ersten beiden Chancen und dreht das Spiel

Mit einem Flugkopfball traf Wout Weghorst (l.) in der 22. Minute zum 1:1 für den VfL Wolfsburg.
Mit einem Flugkopfball traf Wout Weghorst (l.) in der 22. Minute zum 1:1 für den VfL Wolfsburg.  © Michael Sohn/AP pool/dpa

Die Begegnung spielte sich vornehmlich im Mittelfeld ab, beide Teams hielten den Gegner weitestgehend vom eigenen Tor fern, Strafraumszenen gab es folglich äußerst selten.

Doch der zweite Torschuss der Partie sollte zum zweiten Treffer führen: Wolfsburg kombinierte sich über die linke Seite über Paulo Otavio, Renato Steffen und Yannick Gerhardt, der präzise ins Zentrum flankte, den langen Weghorst fand, der mit einem Kopfball-Aufsetzer zum Ausgleich einnetzte - 1:1 (22.). Da sah vor allem Marcel Halstenberg nicht gut aus.

Auch in der Folge hatten beide Keeper nichts zu tun, Chancen blieben aus. Doch die Wölfe schlugen mit der zweiten Möglichkeit eiskalt zum zweiten Mal zu.

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Marcel Sabitzer verlor das Leder in der gegnerischen Hälfte, Gerhardt überlegte nicht lang, gab sofort weiter auf Steffen, der aus 18 Metern halblinks zum Abschluss kam. Unglücklich und unhaltbar abgefälscht von Orbans linker Schulter landete das runde Leder im Netz - 2:1 Wolfsburg, Spiel gedreht (35.)!

Bis auf eine Kopfball-Möglichkeit von Dayot Upamecano nach einem Eckball brachte RB im ersten Abschnitt nichts Brauchbares mehr zustande. Nagelsmann war in der Kabine gefragt.

Willi Orban staubt zum 2:2 für RB Leipzig ab

Da ist der Einschlag! Willi Orban (nicht im Bild) erzielt per Abstauber das 2:2 für RB.
Da ist der Einschlag! Willi Orban (nicht im Bild) erzielt per Abstauber das 2:2 für RB.  © Michael Sohn/AP pool/dpa

Das Spiel wurde flotter, körperlicher und auch ein wenig unfairer. Mit Otavio, Kevin Mbabu und Weghorst sahen in den ersten 15 Minuten nach Wiederbeginn gleich drei Wölfe Gelb.

Zwischendrin fiel aber noch das 2:2 für die Bullen: Der eingewechselte Christopher Nkunku brachte einen Freistoß von links an den langen Pfosten, wo Gerhardts Kopfball-Abwehr misslang. Im Zentrum grätschte Haidara in die Kugel, Koen Casteels sah den Ball spät, wehrte ihn dennoch reaktionsschnell ab, doch Orban kam am rechten Pfosten zum Abstaubertor - 2:2 (54.).

Die Sachsen wurden immer offensiver, vor allem der in Durchgang eins komplett ungefährliche Dani Olmo hatte plötzlich mehrfach gute Szenen und Gelegenheiten, das Ergebnis auf 3:2 zu stellen.

Insgesamt war der Champions-League-Achtelfinalist viel spritziger als in der ersten Halbzeit, das schnelle Kurzpassspiel bereitete den giftgrünen Niedersachsen Probleme.

Sabitzers gute, aber vergebene Freistoßchance (90.+1) und Justin Kluiverts unvollendeter Konter (90.+2) beendeten die Partie, die 2:2 ausging.

Der Ungar schnappte sich danach das Spielgerät, wollte den Sieg!
Der Ungar schnappte sich danach das Spielgerät, wollte den Sieg!  © Michael Sohn/AP pool/dpa

Für beide Teams steht jetzt eine Englische Bundesliga-Woche auf dem Plan: Wolfsburg trifft zum Abschluss der Hinrunde am Dienstag (20.30 Uhr/Sky) auswärts auf den 1. FSV Mainz 05, am Mittwoch (20.30 Uhr/Sky) ist Leipzig daheim gegen Überraschungsteam Union Berlin gefordert.

Titelfoto: Michael Sohn/AP pool/dpa

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