Überraschung perfekt! RB Leipzig kickt Tottenham klar aus der Champions League

Leipzig - RB Leipzig hat die Überraschung geschafft und ist souverän ins Viertelfinale der UEFA Champions League eingezogen. Die Sachsen gewannen ihr Rückspiel gegen den Vorjahres-Finalisten Tottenham Hotspur verdient mit 3:0 (2:0) und stehen nach dem 1:0-Hinspielsieg damit erstmals in der Vereinsgeschichte in der Runde der letzten acht Teams. Marcel Sabitzer erzielte vor 42.146 Zuschauern in der ausverkauften Red Bull Arena einen Doppelpack (10./21.), Emil Forsberg setzte den Schlusspunkt (87.). 

Musste seine Mannschaft immer wieder ankurbeln: Tottenham-Trainer José Mourinho. 
Musste seine Mannschaft immer wieder ankurbeln: Tottenham-Trainer José Mourinho.   © picture point/Sven Sonntag

Nach zuletzt zwei Unentschieden in der Bundesliga und der damit einhergegangenen Vergrößung des Abstands auf die Bayern galt es für die Roten Bullen gegen den Tabellenachten der englischen Premier League, den Schwung aus dem Hinspielsieg in London mit ins Rückspiel zu nehmen. 

Während Julian Nagelsmann ins zweite Königsklassen-K.o.-Spiel seiner Trainerkarriere ging, war es für seinen Gegenüber José Mourinho bereits das 60. Match!

Gegen die ersatzgeschwächten Nord-Londoner, die erneut ohne Harry Kane und Heung-min Son auskommen mussten, hatten die Roten Bullen in der Anfangsphase die Chancenhoheit und markierten in den ersten 21 Minuten durch einen Doppelpack von Marcel Sabitzer bereits eine wichtige 2:0-Führung. 

In der zweiten Halbzeit mangelte es den Engländern weiter an Biss, Mut und Willen gegen wache Bullen, die die Partie souverän herunterspielten, durch Joker Emil Forsberg sogar noch zum 3:0 kamen und ohne Gegentor im Achtelfinale erstmals in der Vereinsgeschichte ins Champions-League-Viertelfinale einzogen. 

Wichtige Führung durch Sabitzer-Doppelpack

Marcel Sabitzer (rechts mittig) schaute seinem Direktschuss hinterher, Torhüter Hugo Lloris kam noch an den Ball, konnte das 0:1 aber nicht verhindern.
Marcel Sabitzer (rechts mittig) schaute seinem Direktschuss hinterher, Torhüter Hugo Lloris kam noch an den Ball, konnte das 0:1 aber nicht verhindern.  © Picture Point/Gabor Krieg

Im Vergleich zum 0:0 in Wolfsburg tauschte Julian Nagelsmann sein Team auf zwei Positionen: Timo Werner und Nordi Mukiele begannen für Yussuf Poulsen und Emil Forsberg. Mourinho brachte mit Ryan Sessegnon, Serge Aurier, Harry Winks, Lucas Moura und Giovani Lo Celso gleich fünf Neue nach dem 1:1 in Burnley.

Gefährlich wurde es in der Anfangsphase fast ausschließlich für den Kasten von Spurs-Keeper Hugo Lloris. Nach einer ersten zarten Torannäherung durch Angelino, der bedient von Sabitzer beim Schuss wegrutschte (6.), war der Ball kurz danach schon hinter der Linie.

Konrad Laimer war auf rechts durch, bediente Timo Werner, dessen Schuss abgeblockt wurde. Im zweiten Anlauf passte Werner auf den zentral positionierten Sabitzer, der aus 18 Metern direkt abzog. Lloris kam zwar mit den Fingern noch an die Kugel, konnte den Einschlag aber nicht mehr verhindern - 1:0 (10.).

Das Spiel der Engländer wirkte eher träge, behäbig und unkonzentriert. Einen zu kurzen Rückpass in der 17. Minute konnte Eric Dier in höchster Not weggrätschen, Werner kam da schon bedrohlich nahe angesprintet. Danach der erste Versuch der Gäste, doch Dayot Upamecano klärte eine Aurier-Hereingabe zur Ecke (18.). Im Gegenzug war der Ball wieder im Tor, doch Schütze Werner stand beim Zuspiel von Angelino im Abseits (19.).

Lange warten mussten die Fans aber nicht: Laimer hatte Platz im Mittelfeld, flankte lang weit raus, Aurier verlängerte unfreiwillig per Kopf zu Angelino, der ohne zu überlegen vors Tor flankte, wo erneut Sabitzer richtig stand und per Kopf den Doppelpack markierte - 2:0 (21.).

Tottenham lief sich immer wieder bei eigenem Ballbesitz in der kompakten und sicher wirkenden Leipziger Abwehr fest. Der Druck war groß, die Spurs brauchten mindestens drei Tore. Péter Gulácsi musste in der 41. Minute noch einen tückischen Aufsetzer von Lo Celso abwehren, dann ging's in die Kabinen. 

Wache Leipziger lassen gegen müde Spurs nichts mehr anbrennen

Nordi Mukiele musste kurz nach Wiederbeginn vom Feld getragen werden.
Nordi Mukiele musste kurz nach Wiederbeginn vom Feld getragen werden.  © picture point/Sven Sonntag

Mit Beginn der zweiten Halbzeit wendete sich das Blatt, Tottenham hatte zwar deutlich mehr Ballbesitz, konnte mit diesem aber nichts anfangen. Die eigenen Ideen fehlten und die Leipziger machten einen guten Job.

Ab der 52. Minute folgten bange Augenblicke. Grund: Im Kampf um den Ball sprang das Spielgerät im Gewusel zwischen Sessegnon und Laimer direkt und hart ins Gesicht von Nordi Mukiele, der benommen am Boden liegen blieb. Schnell eilten die RB-Docs und der Rettungsdienst samt Trage auf den Rasen und transportierten den Franzosen nach draußen. Tyler Adams ersetzte ihn.

Man merkte den Spurs trotz erhöhter Spielanteile zu selten an, dass sie hier mit aller Macht das Ruder noch herumreißen und ins Viertelfinale einziehen wollten. Wenn überhaupt ging es nur über hohe Anspiele in Richtung Gulácsi-Kasten, der jedoch nur selten geprüft wurde.

Eine gute Viertelstunde vor dem Ende erspielten sich die Mourinho-Schützlinge die beste Chance der gesamten Partie: Lucas Moura dribbelte über den linken Flügel in den Sechzehner, legte für Alli auf, der den Ball aber nur in Richtung Gulácsi abtropfen ließ - kein Problem für den Ungarn (74.).

Den Schlusspunkt setzte der Sekunden zuvor eingewechselte Emil Forsberg in der 87. Minute mit dem 3:0. 

Samstag (15.30 Uhr/Sky) geht es in der Bundesliga gegen den SC Freiburg weiter. Noch ist nicht abschließend entschieden, ob die Begegnung aufgrund der Corona-Krise mit oder ohne Zuschauer ausgetragen wird. 

Marcel Sabitzer (r.) war der Matchwinner. 
Marcel Sabitzer (r.) war der Matchwinner.   © picture point/Sven Sonntag

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