Gulácsi patzt, Silva ungenau! RB Leipzig verliert auch beim VfL Wolfsburg

Wolfsburg - Zweites Auswärtsspiel, zweite Pleite! Zum Abschluss des 3. Bundesliga-Spieltags hat RB Leipzig am Sonntagabend auch beim VfL Wolfsburg mit 0:1 (0:0) verloren und muss sich vor der Länderspielpause mit einem Mittelfeldplatz begnügen. Die Wölfe grüßen dagegen mit der Maximalausbeute von ganz oben!

VfL Wolfsburgs Verteidigung um Jérôme Roussillon (l.) machte RB Leipzigs Stürmer André Silva das Leben schwer.
VfL Wolfsburgs Verteidigung um Jérôme Roussillon (l.) machte RB Leipzigs Stürmer André Silva das Leben schwer.  © Picture Point/Roger Petzsche

Jérôme Roussillon schoss den VfL Wolfsburg in der Volkswagen-Arena vor 12.058 Zuschauern in der 52. Minute mit dem 1:0 zum dritten Sieg im dritten Match.

VfL-Coach Mark van Bommel hatte keine Gründe, seine Mannschaft nach dem 2:1-Sieg bei Hertha BSC zu verändern.

Und auch RB-Trainer Jesse Marsch schickte exakt dieselbe Elf wie jüngst beim 4:0 über den VfB Stuttgart aufs Feld. Nicht im Kader standen der vor einem Wechsel stehende Marcel Sabitzer und der kurzfristig transferierte Hee-chan Hwang.

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RB Leipzig Respekt, aber keine Angst: Jesse Marsch zeigt sich zuversichtlich vor Champions-League-Auftakt

In Niedersachsen nahmen die Roten Bullen die Zügel direkt in die Hand, tauchten schon nach 30 Sekunden erstmals im gegnerischen Strafraum auf. Die Wölfe verhinderten aber auch in der Folge erste Abschlüsse.

Über die weit vorgerückten Außenverteidiger rollten immer wieder Angriffe in Richtung des Gehäuses von Koen Casteels, doch vor allem Neuzugang Josko Gvardiol unterliefen dabei mehrere Passfehler. Hinten stand der Kroate aber sattelfest.

Die erste Chance des Spiels gehörte den Gastgebern. Eine Ecke brachte Maximilian Arnold flach zum halbrechts freistehenden Ridle Baku, der Maß nahm und einen Schlenzer mit links auspackte, den Leipzigs Schlussmann Péter Gulácsi aber stark zu einem weiteren Eckball geklärt bekam (13.).

Startaufstellung des VfL Wolfsburg gegen RB Leipzig

Diese Mannschaft von RB Leipzig begann im Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg

RB Leipzigs André Silva und Mohamed Simakan lassen dickstes Ding ungenutzt

Gegenspieler Renato Steffen riss Tyler Adams' (vorn r.) Trikot kaputt, der von Zeugwartin Claudia Richter (2.v.l.) ein neues erhielt.
Gegenspieler Renato Steffen riss Tyler Adams' (vorn r.) Trikot kaputt, der von Zeugwartin Claudia Richter (2.v.l.) ein neues erhielt.  © Picture Point/Roger Petzsche

Bange Blicke auf den Rasen warf Marsch nach einer Viertelstunde: André Silva wurde vom lange Zeit von RB umworbenen Maxence Lacroix hinterrücks abgeräumt und blieb mit Griff an den hinteren Oberschenkel liegen. Für den Königstransfer ging es aber weiter (15.).

Während die Leipziger auf ihre erste Gelegenheit warten mussten, hatten die Autostädter sie allerdings auch sehr gut im Griff und unterbanden das bekannte schnelle Aufbauspiel spätestens vor dem Sechzehner.

Das Unterhaltungslevel bewegte sich auch in Richtung Ende der ersten Halbzeit eher unterhalb des Durchschnitts. Für den neutralen Zuschauer dürfte die Partie nicht zu den Highlights der bisherigen Saison gehört haben. Lag natürlich auch daran, dass sich die beiden besten Defensiven der vorherigen Spielzeit gegenüberstanden.

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Interessant wurde es immerhin mal bei einer Rudelbildung in der 35. Minute. Tyler Adams rang zuerst Arnold nieder, Renato Steffen zog danach so stark am Trikot des US-Amerikaners, das dieses riss und ersetzt werden musste.

Als hätten die Akteure den Wunsch nach mehr Offensivszenen gehört, packte RB einen aus: Einen Freistoß aus dem Halbfeld legte Gvardiol per Kopf vor den Kasten, wo der köpfende Silva an Casteels Schädel scheiterte. Aber auch Mohamed Simakan jagte das Spielgerät im Nachschuss drüber (39.). Beste Gelegenheit der ersten 45 Minuten!

Silva (3.v.r.) köpfte Torhüter Koen Casteels (l., graues Trikot) aus nächster Nähe an den Schädel.
Silva (3.v.r.) köpfte Torhüter Koen Casteels (l., graues Trikot) aus nächster Nähe an den Schädel.  © Picture Point/Roger Petzsche

Jérôme Roussillon schockt RB Leipzig, Wout Weghorst lässt 2:0 fahrlässig liegen

Easy für Roussillon (2.v.r.): Der Wolfsburger Verteidiger musste den Abpraller nur noch zum 1:0 für den VfL einschieben.
Easy für Roussillon (2.v.r.): Der Wolfsburger Verteidiger musste den Abpraller nur noch zum 1:0 für den VfL einschieben.  © Picture Point/Roger Petzsche

Was in der ersten Halbzeit fehlte, holten die Duellanten früh im zweiten Durchgang nach: Nach einem Abwurf von Leipzigs Gulacsi landete die Kugel beim Gegner, vom linken Flügel rauschte sie flach vor den Kasten, wo der Ungar sie vor Roussillons Füße abwehrte. Der Franzose musste nur noch einschießen - 1:0 für den VfL (52.)!

Und es wäre beinahe noch schlimmer gekommen: Emil Forsberg spielte einen ungenauen Rückpass auf Simakan, der wegrutschte, was den Weg für Wout Weghorst freimachte. Der baumhohe Angreifer stürmte allein aufs Tor zu, ballerte das Spielgerät aber drüber (58.).

20 Minuten später roch es dann nach dem Ausgleich! Steffen verlängerte Forsbergs Ecke gefährlich an den langen Pfosten, wo Willi Orban zwar eingelaufen kam, aber zu überrascht war, sodass der Ball von seinem Schienbein über die Latte ging (78.)

Weil die Bullen im Duell der Champions-League-Teilnehmer danach alles nach vorn warfen, gab es immer wieder Lücken, die die Gastgeber aber nicht mehr zu nutzen wussten.

Es blieb bis zum Schluss spannend, doch Leipzig fehlten die Ideen, doch noch einen Punkt zu entführen.

Überrascht von der sich plötzlich ergebenden Großchance schoss Willi Orban (3.v.l.) den Ball in der 78. Minute über die Latte.
Überrascht von der sich plötzlich ergebenden Großchance schoss Willi Orban (3.v.l.) den Ball in der 78. Minute über die Latte.  © Picture Point/Roger Petzsche

Nach der Länderspielpause geht es für RB am 11. September (18.30 Uhr/Sky) mit dem Kracher gegen den FC Bayern München weiter. Wolfsburg ist drei Stunden zuvor (15.30 Uhr/Sky) bei Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth gefordert.

Übrigens: Während der Begegnung wurde die 2. Runde des DFB-Pokals ausgelost. Ende Oktober gastiert RB bei Regionalligist SV Babelsberg 03 - eines der leichtesten Lose.

Titelfoto: Bildmontage: Picture Point/Roger Petzsche

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