FC Bayern gewinnt Topspiel bei RB Leipzig deutlich, Laimers 25-Meter-Hammer kommt zu spät

Leipzig - Stark gekämpft und wieder verloren! RB Leipzig hat am 4. Spieltag im Topduell gegen den FC Bayern München mit 1:4 (0:1) klar den Kürzeren gezogen, in der ersten Halbzeit aber lange Zeit gut mithalten können. Der schlechteste Bundesliga-Saisonstart wurde unfreiwillig weiter untermauert.

Tolle Atmosphäre: Beim Spitzenspiel des 4. Spieltags waren 34.000 Fans in der Red Bull Arena.
Tolle Atmosphäre: Beim Spitzenspiel des 4. Spieltags waren 34.000 Fans in der Red Bull Arena.  © Picture Point/Roger Petzsche

Robert Lewandowski brachte den FCB vor 34.000 Zuschauern in der Red Bull Arena per Handelfmeter in der 12. Minute mit 1:0 in Führung. Jamal Musiala (47./2:0) und Leroy Sané (54./3:0) erhöhten, Konrad Laimer netzte für RB ein (1:3/57.). Den Schlusspunkt setzte Eric Maxim Choupo-Moting (4:1/90.+2).

Nach der zweiten Pleite im dritten Spiel, dem 0:1 bei Tabellenführer VfL Wolfsburg, wechselte RB-Trainer Jesse Marsch auf fünf Positionen: Angelino, Nordi Mukiele, Konrad Laimer, Kevin Kampl und Dani Olmo ersetzten Josko Gvardiol, Lukas Klostermann, Amadou Haidara, Tyler Adams und Emil Forsberg (alle Bank).

Bayerns Julian Nagelsmann brachte im Vergleich zum klaren 5:0 gegen Hertha BSC Benjamin Pavard, Lucas Hernández und Leroy Sané neu für Josip Stanisic, Niklas Süle und Jamal Musiala (alle Bank).

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Der Rekordmeister, durch die letzten beiden Siege mit 17:0 Treffern mit breiter Brust angereist, sorgte in dem lautstarken Stadion nach nicht einmal 120 Sekunden für den ersten kleinen Aufreger.

Nach Flanke von Dominik Szoboszlai in den Strafraum entschied sich Thomas Müller für eine akrobatische Klärungsaktion, bekam dabei aber auch den Ball an den Arm. Schiedsrichter Deniz Aytekin (Oberasbach) ließ weiterspielen, aus dem Kölner Keller kamen keine Einwände (2.).

RB Leipzigs Startelf gegen den FC Bayern München

Die Mannschaftsaufstellung des FC Bayern München bei RB Leipzig

Kevin Kampls Oberarm bringt die Bayern in Front

Schiedsrichter Deniz Aytekin schaute sich die Szene Goretzka/Kampl am Bildschirm an.
Schiedsrichter Deniz Aytekin schaute sich die Szene Goretzka/Kampl am Bildschirm an.  © Picture Point/Roger Petzsche

Zehn Minuten später gab's die nächsten Diskussionen. Im Müchner Sechzehner gab's den Zweikampf Kevin Kampl gegen Leon Goretzka. Kampl war zwar zuerst am Spielgerät, spielte es aber auch mit einer direkten Bewegung mit dem Oberarm.

Aytekin schaute sich die Szene am Bildschirm an - und gab Elfmeter. Diesen verwandelte Lewandowski sicher unten rechts und verlud Péter Gulácsi, der in die andere Ecke sprang - 1:0 für die Bayern (12.).

Die Roten Bullen blieben dennoch umtriebig, aggressiv und zielstrebig, die klaren Möglichkeiten, um aufs 1:1 zu gehen blieben aber vorerst aus. So suchte Kampl nach einem Doppelpass auf engem Raum den direkten Abschluss aus 17 Metern, Manuel Neuer hatte die Kugel aber sicher im Nachfassen (22.).

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Im Anschluss wurde es über rechts eng, Kampls Flanke verlängerte Ex-Bulle Dayot Upamecano per Kopf an den langen Pfosten, wo Angelino das Leder beim Schuss aber über den Schlappen rutschte, wodurch es am Kasten vorbeistreifte (35.).

Nach Laimers Kopfball (36.), bei dem Neuer auf dem Posten war, gehörte auch die letzte gute Chance im ersten Durchgang den Hausherren: Nagelsmanns neues Team bekam den Ball hinten nicht weg, Christopher Nkunku legte auf für Olmo, der den Ball nicht ganz optimal traf, Neuer lenkte ihn über die Latte (45.).

Den fälligen Handelfmeter verwandelte Robert Lewandowski (r.) sicher.
Den fälligen Handelfmeter verwandelte Robert Lewandowski (r.) sicher.  © Picture Point/Roger Petzsche
Mit seinem sechsten Treffer nach vier Spielen ist der Pole Toptorjäger der Bundesliga.
Mit seinem sechsten Treffer nach vier Spielen ist der Pole Toptorjäger der Bundesliga.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Jamal Musiala erhöht, André Silvas Anschluss zählt nicht, Leroy Sané mit der Entscheidung

Der Anfang vom Leipziger Ende: Jamal Musiala (r.) trifft platziert, Willi Orban (vorn) kann den Einschlag nicht verhindern.
Der Anfang vom Leipziger Ende: Jamal Musiala (r.) trifft platziert, Willi Orban (vorn) kann den Einschlag nicht verhindern.  © Picture Point/Roger Petzsche

Kurz nach Wiederbeginn war die Messe schon fast gelesen. Lewandowski spielte Alphonso Davies links in den Lauf, der direkt vors Tor gab. Dort schnappte ihn sich der kurz vor der Halbzeit für Serge Gnabry eingewechselte Musiala, schloss präzise flach ins lange Eck ab - 2:0 für den FCB (47.).

RB gab sich aber nicht auf und läutete sieben mitreißende Minuten ein. Erst zählte Silvas 1:2-Anschlusstreffer zurecht wegen hauchdünner Abseitsposition nicht (51.), ehe Gulácsi stark per Fuß gegen Lewandowski parierte (53.).

In der nächsten Aktion lief es besser für den Rekordmeister. Ein Münchner Angriff rollte über rechts, der spielfreudige Musiala gab vor dem Kasten quer rüber, wo Sané nur noch einschieben musste - 0:3 aus Leipziger Sicht (54.).

Doch ein wenig Hoffnung keimte noch einmal auf. Laimer fasste sich aus 25 Metern einfach mal ein Herz und traf wunderschön rechts oben ins Eck - 1:3 (57.).

Marsch wechselte seine Elf fünfmal durch, doch auch die Offensivspieler Emil Forsberg und Yussuf Poulsen konnten an der dritten Pleite im vierten Match nichts mehr ändern. Beinahe hätte ausgerechnet Marcel Sabitzer noch auf 4:1 gestellt. Doch das punktgenaue Zuspiel von Davies ließ er ungenutzt, Gulácsi machte sich breit. Im zweiten Anlauf landete der Kopfball drüber (88.).

Den Schlusspunkte setzte Joker Eric Maxim Choupo-Moting, der in der Nachspielzeit nach Kimmich-Zuspiel die vierte Bude machte - 4:1 (90.+2). Der Schlusspunkt einer wilden Begegnung, in der deutlich wurde, dass die Bayern weiterhin eine Nummer zu groß für RB sind.

Bei Konrad Laimer (r.) und Willi Orban herrschte Niedergeschlagenheit.
Bei Konrad Laimer (r.) und Willi Orban herrschte Niedergeschlagenheit.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Für beide Klubs geht es unter der Woche mit dem Auftakt in die Champions-League-Gruppenphase weiter. Der FC Bayern ist am Dienstag (21 Uhr/Prime Video) beim FC Barcelona gefordert, Leipzig reist am Mittwoch (21 Uhr/DAZN) zu Manchester City.

Titelfoto: Bildmontage: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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