RB Leipzig will mit Star-Quartett verlängern und hat wegen Corona weniger Geld als erwartet

Leipzig - Fußball-Bundesligist RB Leipzig will auch künftig mit einem Quartett um Kapitän Marcel Sabitzer (26) zusammenarbeiten und zeigt sich in der Personalie um seinen umworbenen Trainer Julian Nagelsmann (33) entspannt.

Das Werben von Tottenham Hotspur um Marcel Sabitzer (26) will RB Leipzig mit einer Vertragsverlängerung unterbinden.
Das Werben von Tottenham Hotspur um Marcel Sabitzer (26) will RB Leipzig mit einer Vertragsverlängerung unterbinden.  © picture point/Sven Sonntag

Der Klub will in den kommenden Monaten die ersten Vertragsgespräche mit dem österreichischen Nationalspieler sowie Emil Forsberg (29), Marcel Halstenberg (29) und Willi Orban (28) führen. Alle Spieler stehen noch bis 2022 in Leipzig unter Vertrag.

"Alle sind schon lange bei uns und enorm wertvoll für das Team, den Verein und den Trainer. Aber klar, jeder Spieler hat seine eigenen Vorstellungen, wie seine Zukunft aussehen soll", sagte Sportdirektor Markus Krösche (40) der MZ.

Mit Sabitzer wird sich Krösche bereits früher unterhalten. Der Mittelfeldspieler sitzt mit am Tisch, wenn es um einen erneuten Gehaltsverzicht geht.

"Unsere Vereinbarung gilt bis Ende des Jahres. Wir werden uns zeitnah mit allen Beteiligten zusammensetzen und die Situation bewerten", sagte Krösche der "Bild". Bisher verzichten die RB-Profis auf zehn Prozent ihres Gehalts.

Bei der Vertragsverlängerung wird Champions-League-Achtelfinalist insbesondere bei Sabitzer finanziell gefordert sein. Zuletzt war der 44-malige Nationalspieler bei Tottenham Hotspur im Gespräch, auch Manchester United hat ihn angeblich auf der Liste. "Er hat eine super Entwicklung gemacht. Klar, dass das auch anderen Clubs auffällt", sagte der Sportdirektor.

Sabitzer selbst hatte sich zuletzt zurückhaltend über einen möglichen Verbleib in Leipzig geäußert.

RB-Boss Oliver Mintzlaff ist in der Personalie Nagelsmann "entspannt"

Um einen vorzeitigen Abgang von Trainer Julian Nagelsmann (33, l.) macht sich Geschäftsführer Oliver Mintzlaff (45) keine Sorgen.
Um einen vorzeitigen Abgang von Trainer Julian Nagelsmann (33, l.) macht sich Geschäftsführer Oliver Mintzlaff (45) keine Sorgen.  © Picture Point/Roger Petzsche

Geschäftsführer Oliver Mintzlaff (45) macht sich hingegen angesichts einiger Bewegung auf dem Trainermarkt keine Sorgen um den Verbleib von Julian Nagelsmann. "Wir sind in dieser Personalie entspannt", sagte Mintzlaff in einem Interview dem "Sportbuzzer".

"Julian hat einen langfristigen Vertrag bei RB, er fühlt sich wohl, hat Erfolg, will mit uns noch einiges erreichen. Julian und RB - das passt", betonte der Klub-Chef.

Nagelsmann kam im Sommer 2019 vom Ligarivalen TSG 1899 Hoffenheim nach Leipzig. In der vergangenen Spielzeit schaffte er es mit RB bis ins Halbfinale der Champions League. Aktuell belegen die Leipziger den dritten Tabellenplatz, zwei Punkte fehlen auf Spitzenreiter und Titelverteidiger FC Bayern München.

"Wir sind selbstbewusst genug zu sagen, dass wir diesem tollen Trainer einiges bieten können. Das Team um das Team, perfekte Trainingsbedingungen, Harmonie im Verein", sagte Mintzlaff, der Nagelsmann bei dessen Amtsantritt einen Vertrag über vier Jahre bis Ende Juni 2023 gegeben hatte.

"Wir haben uns sehr früh für Julian entschieden, über ein Jahr auf ihn gewartet und ihn ganz bewusst mit einem für Trainer sehr langfristigen Vertrag ausgestattet", erklärte Mintzlaff nun noch einmal. Ein vorzeitiger Wechsel des 33-Jährigen, um die Kasse womöglich aufzufüllen, ist keine Option. "Wir wollen keine Rendite, sondern Erfolg", sagte Mintzlaff.

Apropos Rendite: RB Leipzig fehlen über 30 Millionen Euro an Einnahmen

Oliver Mintzlaff sagt, dass den Sachsen Einnahmen von 30 Millionen Euro fehlen.
Oliver Mintzlaff sagt, dass den Sachsen Einnahmen von 30 Millionen Euro fehlen.  © Picture Point/Roger Petzsche

Die Coronavirus-Pandemie reißt in die Finanzplanung von RB Leipzig offenbar größere Löcher als zunächst kalkuliert. "Uns fehlen Einnahmen von über 30 Millionen Euro", sagte Vorstandschef Mintzlaff dem "Sportbuzzer". Bisher war der Achtelfinalist der Champions League von Mindereinnahmen unter dieser Summe ausgegangen. Dennoch habe man es laut Mintzlaff geschafft, sich von keinem Mitarbeiter trennen zu müssen.

Die gesunkene Bedeutung der Zuschauereinnahmen verdeutlicht der 45-Jährige mit Bezug auf die Fernsehübertragungen. "Solange der Ball rollt und die TV-Gelder kommen, wird es weiter gehen", sagte Mintzlaff. Die Abwesenheit der Fans sei aber auf Dauer eine große Belastung.

Zu Beginn der Corona-Pandemie war der Geschäftsführer noch von einem Verlust von gut 20 Millionen Euro ausgegangen. RB hatte früh damit kalkuliert, bis zum Ende des Jahres 2020 ohne Zuschauer spielen zu müssen.

Titelfoto: Bildmontage: Picture Point/Sven Sonntag, Picture Point/Roger Petzsche

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