RB Leipzigs Abschied vom Meisterschafts-Traum: "Man muss einfach einen machen"

Leipzig - Wieder kein Sieg gegen die Bayern. Für RB Leipzig hat das dieses Mal Konsequenzen, denn die Meisterschaft können die Sachsen abhaken. In zwei freien Tagen sollen die Köpfe wieder frei werden.

Kapitän Marcel Sabitzer (27) war nach dem Tor der Bayern sichtlich enttäuscht.
Kapitän Marcel Sabitzer (27) war nach dem Tor der Bayern sichtlich enttäuscht.  © Picture Point / Roger Petzsche

Marcel Sabitzer (27) reagierte auf die Meisterfrage nur noch mit einem müden Lächeln. "Also ganz ehrlich, da ist viel Träumerei dabei", sagte der Kapitän von RB Leipzig nach dem Gipfeltreffen mit Bayern München.

Dass 0:1 bedeutete realistisch betrachtet das Ende aller Titelhoffnungen, denn sieben Punkte Rückstand auf die Bayern sind bei nur noch sieben Spielen schlicht nicht mehr aufzuholen. "Es war der kleine Unterschied, dass die aus einer Chance das Tor machen", analysierte Sabitzer. "Man muss einfach in so einem Spiel einen machen."

Machte RB trotz großer Dominanz in der zweiten Halbzeit allerdings nicht. Und so wurde das Spiel durch den wuchtigen Schuss von Leon Goretzka (26) in der 38. Minute entschieden. Das Spiel und der Titelkampf.

"Grundsätzlich brauchen wir nicht drumherum reden. Das Thema hat sich erledigt", sagte Leipzigs Coach Julian Nagelsmann (33). Glückwünsche gab es allerdings nur zum Sieg, nicht zur Meisterschaft. Vorerst. "Da gratuliere ich erst, wenn es passiert ist. Das gehört sich so." Vielleicht geht ja doch noch was.

Für Nagelsmann stellt sich nun die knifflige Aufgabe, die Spannung bei seinen Spielern hoch zu halten. Schließlich dürfte die erneute Qualifikation für die Champions League so sicher sein wie Bayerns Meisterschaft.

Und bis zum Halbfinale im Pokal ist es noch fast einen Monat hin. Deshalb ordnete der Trainer als erste Amtshandlung nach der Bayern-Niederlage zwei freie Tage an.

Nächstes Ziel der Leipziger: Einzug ins DFB-Pokalfinale

Trotz der enttäuschenden Niederlage ist die Saison nicht vorbei. Neue Ziele: Den eigenen Punkterekord von 2017 knacken und ins Finale des DFB-Pokals einziehen.
Trotz der enttäuschenden Niederlage ist die Saison nicht vorbei. Neue Ziele: Den eigenen Punkterekord von 2017 knacken und ins Finale des DFB-Pokals einziehen.  © Picture Point / Roger Petzsche

Der 33-Jährige packte seine Profis zugleich bei der Ehre. "Die Situation ist nicht einfach, aber als Leistungssportler gehört das dazu. Natürlich ist es so, dass man vielleicht weniger Eigenmotivation hat, weil es nicht mehr danach aussieht, dass wir Meister werden können. Aber es gibt nie einen Grund für einen Spieler, weniger zu machen", sagte der Coach.

RB kann und will den eigenen Punkterekord von 67 Zählern aus der ersten Bundesliga-Saison knacken. Aktuell stehen die Leipziger bei 57 Punkten.

Als Bonus winkt das zweite Pokalfinale nach 2019 – und dieses Mal können sie nicht mehr von den Bayern ausgebremst werden.

Es macht das Aus im Titelkampf der Bundesliga besonders schmerzhaft, dass RB den Bayern über weite Strecken überlegen war. Mehr Torabschlüsse, mehr Pässe, mehr Ballbesitz, mehr Ecken, mehr gelaufene Kilometer. Bis auf eine entscheidende Stelle lesen sich die Statistiken wunderbar für Leipzig. "Am Ende des Tages müssen wir halt ein Tor machen", betonte Nagelsmann.

Regelrecht eingeschnürt wurde der Rekordmeister über weite Strecken der zweiten Halbzeit von Leipzig. Doch am Ende blieb wieder das Dauerthema der Saison: die miese Chancenverwertung und das Fehlen eines Torjägers. Es muss ja nicht gleich ein Lewandowski sein.

"Natürlich würde uns ein Stürmer helfen, der jede Saison 15 oder 16 Tore macht", sagte Nagelsmann. Am Ende des Tages müsse man mehr Tore erzielen, um erfolgreicher zu sein.

Kein Wunder also, dass die Ankunft des von Ajax Amsterdam verpflichteten Mittelstürmers Brian Brobbey (19) im Sommer sehnsüchtig erwartet wird.

Bis dahin gibt es zwar gegen die Bayern keinen Sieg, dafür aber Anerkennung. "Leipzig steht zu Recht an der Position. Sie haben es uns sehr schwer gemacht", sagte Bayern-Trainer Hansi Flick (56). Zugleich offenbarte er, mit welchem Trick er seine Spieler motiviert hatte. "Wir haben uns gesagt, es ist ein Endspiel. Und da haben wir in den letzten neun Monaten bewiesen, dass wir das können. Wir wollten mit dem Sieg ein Zeichen setzen."

Titelfoto: Picture Point / Roger Petzsche

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