RB Leipzigs Poulsen mit bedenklicher Aussage: "Wir können uns nicht aufeinander verlassen"

Leipzig - Nur zwei Tage nach seiner offiziellen Vorstellung bei RB Leipzig feierte der neue Trainer Marco Rose (46) einen überraschend klaren 3:0-Erfolg über seinen Ex-Verein Borussia Dortmund. Eine Woche später sehen sich die Sachsen nach dem 0:3 bei Borussia Mönchengladbach in alte Muster zurück verfallen. Yussuf Poulsen (28) wählte deutliche Worte.

Yussuf Poulsen (28) hofft nach seinem Muskelfaserriss jetzt auf mehr Einsatzzeiten, blieb nach seinen Einwechslungen sowohl bei Real Madrid als auch in Mönchengladbach aber unauffällig.
Yussuf Poulsen (28) hofft nach seinem Muskelfaserriss jetzt auf mehr Einsatzzeiten, blieb nach seinen Einwechslungen sowohl bei Real Madrid als auch in Mönchengladbach aber unauffällig.  © Picture Point/Roger Petzsche

"Sie hatten bisschen mehr Power, bisschen mehr Wille im Zweikampf, in jedem Lauf, in jeder Aktion. Das war der große Unterschied", stellte der dänischen Nationalstürmer am Sky-Mikrofon fest.

Der 1,92 Meter große Angreifer, der nach überstandenem Muskelfaserriss in dieser Saison neun Minuten bei Real Madrid in der Champions League (0:2) und jetzt 23 in Mönchengladbach ran durfte, musste im Interview um Worte ringen - und fand doch sehr deutliche.

"Ich kann es nicht erklären. Wenn ich es erklären könnte, wäre das Ergebnis wahrscheinlich anders. Leider gab es schon mehrere solcher Auftritte in dieser Saison. Das geht einfach nicht."

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Die Mannschaft habe es nicht genug gewollt. "Speziell nicht heute", so Poulsen weiter.

"Wir können uns nicht aufeinander verlassen. Wir lassen jeden Mann für sich im Stich und helfen nicht einander. Wir verlassen uns zu sehr darauf, dass der Eine die Aktion allein lösen kann. Das müssen wir ganz, ganz schnell ändern", forderte er.

Aber: Man sei "auf jeden Fall" eine (funktionierende) Mannschaft. Davon hat man im Borussia-Park - im Gegensatz zum Auftritt im Santiago Bernabeu - nichts gesehen.

Ex-Boss Sebastian Kehl sicher: Marco Rose "wird aus dem Mittelmaß rauskommen"

(Zurecht) hängende Köpfe bei Willi Orban (29, l.) und David Raum (24).
(Zurecht) hängende Köpfe bei Willi Orban (29, l.) und David Raum (24).  © Picture Point/Roger Petzsche

Dass Marco Rose nach dem Einstand nach Maß gegen den BVB und einem absolut respektablen Spiel bei Titelverteidiger Real Madrid in der Königsklasse nun die bislang schwächste Vorstellung seines Teams sah, dürfte ihn zu denken geben.

Sein Ex-Boss, Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl (42), der Rose nach nur einem Jahr wegen verpasster Ziele eliminiert hatte, freut sich zunächst, dass der gebürtige Leipziger in seiner Heimatstadt einen neuen spannenden Job gefunden hat.

"Er ist ein sehr guter Trainer und wird mit dieser Mannschaft aus dem Mittelmaß rauskommen, da bin ich fest von überzeugt", sagte Kehl am Sonntag im Sport1-Doppelpass.

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Nach der Länderspielpause - Deutschland trifft in der Nations League am Freitag in Leipzig auf Ungarn und am 26. September im Londoner Wembley Stadium auf England - muss es für den Tabellen-Zwölften RB zu Hause gegen das noch punktlose Schlusslicht VfL Bochum natürlich mit einem Dreier weitergehen.

Als Mannschaft, in der sich jeder auf jeden verlassen kann.

Titelfoto: Picture Point/Roger Petzsche

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