RB Leipzig startet mit magerem Punkt zum Bundesliga-Restart

Leipzig - RB Leipzig ist mit einem Unentschieden zum Bundesliga-Restart gestartet. Die Roten Bullen kamen im Heimspiel vor leeren Rängen gegen den SC Freiburg trotz spielerischer Überlegenheit nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus. Manuel Gulde (34.) für die Gäste und Yussuf Poulsen (77.) trafen.

Timo Werner (l.) und Rückkehrer Kevin Kampl kurz nach Betreten der Red Bull Arena - mit Mund-Nasen-Schutz.
Timo Werner (l.) und Rückkehrer Kevin Kampl kurz nach Betreten der Red Bull Arena - mit Mund-Nasen-Schutz.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Wie kommen die Mannschaften zurück in eine völlig veränderte Saison? Wie sieht der Fitnessszustand der Profis aus? Wird das Zweikampfverhalten ein anderes sein? 

Diese und andere Fragen stellten sich die Fußballfans hierzulande in den letzten Tagen häufiger. 

Die Deutsche Bundesliga ist die erste Top-Liga Europas, die den Spielbetrieb wieder aufgenommen hat. Ein ganzer Kontinent blickte am Samstag zu uns. Unter anderem auch nach Leipzig, wo sich der Tabellendritte RB dem SC Freiburg gegenüber sah. 

Favorisiert auf dem Papier waren die Sachsen, obwohl sie nur zwei der letzten sieben Ligapartien vor dem Corona-Break gewinnen konnten und in diesem Zeitraum elf Zähler liegen ließen. 

Freiburg-Coach Christian Streich sprach von "einem der erfreulichsten Spiele, die ich in der Bundesliga je erlebt habe." 

Der Champions-League-Viertelfinalist bestimmte zwar die ersten 45 Minuten, in Führung gingen aber mit der ersten eigenen Chance die Gäste durch Gulde (34.). Durch Poulsen gelang in der noch überlegeneren zweiten Halbzeit zumindest ein Punkt (77.) - der dritte in Folge. 

RB bleibt Dritter, ist jetzt aber drei Punkte hinter dem BVB (4:0 gegen Schalke) und vier hinter dem FC Bayern (Sonntag, 18 Uhr, bei Union Berlin). Mit einem Sieg in Frankfurt im Samstagabend-Spiel könnte Gladbach die Bullen noch verdrängen.

Kampl-Comeback nach 6 Monaten - auch Orban und Konaté wieder im Kader

Freiburgs 1:0-Torschütze Manuel Gulde (r.) beim Ellbogen-Jubel mit Christian Günter.
Freiburgs 1:0-Torschütze Manuel Gulde (r.) beim Ellbogen-Jubel mit Christian Günter.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild-Pool/dpa

Nach über zwei Monaten wechselte Trainer Julian Nagelsmann im Vergleich zum 3:0 gegen Tottenham sein Team auf drei Positionen: Tyler Adams, Kevin Kampl und Poulsen ersetzten Dayot Upamecano (Gelbsperre), Marcel Sabitzer und Patrik Schick (beide Bank). 

Bedeutende Unterschiede zu den Begegnungen vor der Corona-Zwangspause oder aufgrund der Stille im Stadion gab es in der Anfangsphase keine. Laut war es trotzdem - man hörte allerdings vor allem die Trainer. Es waren Szenen, wie aus einem Testkick im Trainingslager.

Keine zwei Minuten waren rum, da ging es gewohnt flott nach vorne bei den Leipzigern. Nordi Mukiele tankte sich auf rechts durch, gab quer weiter auf Konrad Laimer, der aus 20 Metern knapp links am Kasten vorbeischoss (2.). 

Die Hausherren blieben spielbestimmend, Freiburg lauerte auf Konter. 

Timo Werner gehörte die nächste Gelegenheit nach einer guten Viertelstunde, doch seinen harten Schuss konnte Alexander Schwolow abprallen lassen, Laimer verpasste den Abstauber wenige Meter vorm Kasten (14.). 

Weitere 15 Minuten später klebte der Ball wieder an Werner, der ihn mit den Sechzehner nahm, auf den zentral freien Kampl ablegte, dessen gefährlichen Schuss aber Robin Koch mit der Hüfte abwehren konnte (30.). 

Streichs Freiburger spielten sich danach eine Ecke heraus. Bis dahin gab der SC noch keinen Schuss ab. Vincenzo Grifo gab den Standard ans kurze Toreck, dort hüpfte Gulde hoch, lenkte den Ball mit der linken Hacke ab und der kullerte ins lange, leere Toreck - 1:0 Freiburg (34.)! 

Christian Günters am Tor vorbeigeflogene Direktabnahme in der 44. Minute war die letzte Chance in der ersten Halbzeit. 

Chancen ohne Ende, Poulsen erlöst überlegene Leipziger

Yussuf Poulsen erzielte den 1:1-Ausgleich in der 77. Minute.
Yussuf Poulsen erzielte den 1:1-Ausgleich in der 77. Minute.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild-Pool/dpa

Zur zweiten Halbzeit brachte Nagelsmann Ademola Lookman für Mukiele. 

Nagelsmanns Ansprache in der Kabine trug fette Früchte. RB drückte, presste und kämpfte, ließ den Freiburgern kaum Luft zum Durchschnaufen.

Halstenberg per wuchtigem Distanzschuss (52.), Poulsen aus der Halbdrehung (55.) und vor allem Joker Lookman, der perfekt von Kampl bedient wurde und freistehend aus sechs Metern vorbeischoss (56.), hatten innerhalb weniger Minuten drei gute Gelegenheiten. 

Hinzu kam Kampl, der am Elferpunkt von Werner bedient wurde, dessen Schuss aber von Philipp Lienhart entschärft wurde (60.). 

Nach Sabitzers Einwechslung für Adams (69.) wurde es noch ein Stück offensiver bei den Bullen. 

Der agile Lookman bediente danach Werner, der aus spitzem Winkel an Schwolow scheiterte (72.), ehe Poulsen wunderbar bedient zentral zu hoch zielte (73.). 

Der längst überfällige Ausgleich fiel in der 77. Minute. Rückkehrer Kampl flankte von rechts in die Box, Poulsen schraubte sich gegen Dominique Heintz ein Stück höher in die Luft und köpfte ein - 1:1 (77.). 

In der Nachspielzeit wurde ein Treffer von Koch zum 1:2 glücklicherweise für RB wegen Abseits aberkannt (90.+2) - es blieb beim 1:1.

Nächsten Sonntag ist RB beim FSV Mainz 05 zu Gast, Anstoß ist 15.30 Uhr, Sky überträgt live. Im Hinspiel trugen sich die Bullen mit einem 8:0-Sieg in die Geschichtsbücher ein. 

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild-Pool/dpa

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