SC Freiburg schimpft über Elfer für RB Leipzig: "Den darfst du nicht pfeifen!"

Freiburg - Es ist noch (lange) nicht das Gelbe vom Ei, was RB Leipzig nach dem Trainerwechsel von Julian Nagelsmann (34) zu Jesse Marsch (47) zustande bekommt. Das 1:1 beim SC Freiburg am Samstag war wieder ein Ausdruck dafür, dass es vorn wie hinten weiterhin hapert.

Jesse Marsch (47) fand auch im vierten Bundesliga-Auswärtsspiel nicht die Siegformel.
Jesse Marsch (47) fand auch im vierten Bundesliga-Auswärtsspiel nicht die Siegformel.  © Picture Point/Roger Petzsche

Torschüsse, Pässe, Ecken, Ballbesitz, Zweikampfquote, Laufleistung: Am Ende lag der weiter nach seiner Form suchende Vizemeister in all diesen Statistiken - wenn auch teils knapp - hinten.

Klar, die Breisgauer sind keine Laufkundschaft, bei der man mal eben locker 3:0 gewinnt. Die Art und Weise des Auftritts lässt aber die offenen Fragen der letzten Wochen nach Stabilität vorn wie hinten weiter unbeantwortet zurück.

"Wir sind nicht scharf genug im letzten Drittel, besonders in der ersten Halbzeit", sagte Marsch anschließend bei Sky.

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Dennoch ging sein Team mit einer 1:0-Führung in die Halbzeit. Weil der zuletzt bestechend aufspielende Christopher Nkunku (23) einen Elfmeter rausholte, über den die Freiburger schon während der Partie höchst verärgert waren.

Der Franzose ging im Kampf um den Ball mit Philipp Lienhart (25) ganz knapp innerhalb des Freiburger Strafraums zu Boden, Schiedsrichter Daniel Siebert (37) gab nach kurzem Zögern Elfmeter.

Emil Forsberg brachte RB Leipzig vom Elfmeterpunkt zwischenzeitlich in Führung.
Emil Forsberg brachte RB Leipzig vom Elfmeterpunkt zwischenzeitlich in Führung.  © Picture Point/Roger Petzsche

Freiburg-Kapitän Christian Günter fordert: "Lieber Pfeife weglassen!"

SCF-Coach Christian Streich (56, l.) war mit der Schiedsrichterleistung nicht zufrieden, handelte sich durch sein Meckern auch Gelb ein.
SCF-Coach Christian Streich (56, l.) war mit der Schiedsrichterleistung nicht zufrieden, handelte sich durch sein Meckern auch Gelb ein.  © Picture Point/Roger Petzsche

"Was soll Philipp machen?", fragte sich SCF-Trainer Christian Streich (56): "Das ist für mich keine Berührung, kein Foul. Den darfst du nicht pfeifen."

Auch für Kapitän Christian Günter (28) war der Kontakt "zu wenig" für einen Pfiff. Nkunku sei ein Spieler, "der gern Fouls zieht. Er macht es natürlich auch gut, die Schiris pfeifen es oft."

Direkt zu pfeifen erkannte er in dieser Situation als die falsche Variante. "Lieber Pfeife weglassen. Wenn es ein klarer Elfer ist, kommt der Videobeweis. Ihn so zurückzunehmen ist schwierig wahrscheinlich."

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Freiburg schaffte aber in Person von Woo-yeong Jeong (22) noch den verdienten Ausgleich, den Lucas Höler (27) durch einen Kopfball und Nicolas Höfler (31) per Direktabnahme sogar noch in einen Sieg hätten umwandeln können.

Das sah natürlich auch RB-Trainer Marsch so. Ebenso wie "zu viele Fehler" seiner Schützlinge. "Beim Gegentor sind wir am zweiten Pfosten nicht bereit. Sie haben dort zu viele Spieler, wir schließen die Räume nicht, es ist zu einfach ein Tor zu machen."

Schon am Dienstag (21 Uhr/DAZN) steht für die Sachsen der nächste Auswärtsauftritt an - dann in der Champions League beim übermächtigen FC Paris Saint-Germain.

Titelfoto: Bildmontage: Picture Point/Roger Petzsche

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