RB Leipzig gegen Schlusslicht Paderborn "gezwungen, dreifach zu punkten"

Leipzig - Das tabellarisch leichteste Spiel der gesamten Saison steht am Samstag (15.30 Uhr/Sky live) in RB Leipzigs Bundesliga-Kalender. Mit dem SC Paderborn gastiert das abgeschlagene Schlusslicht in der Red Bull Arena mit dem Ziel, Punkte für das fast schon Unmögliche zu sammeln: den Nichtabstieg.

Paderborns Klaus Gjasula (30, l.) kassierte in dieser Saison schon 15 Gelbe Karten, kehrt nach seiner dritten Sperre gegen den BVB (1:6) jetzt gegen RB Leipzig zurück.
Paderborns Klaus Gjasula (30, l.) kassierte in dieser Saison schon 15 Gelbe Karten, kehrt nach seiner dritten Sperre gegen den BVB (1:6) jetzt gegen RB Leipzig zurück.  © Picture Point/Roger Petzsche

Das muntere 4:2 beim 1. FC Köln am Montag war für RB Leipzig kräftezehrend. Es ging teilweise hin und her, im zweiten Durchgang fielen innerhalb von sieben Minuten drei Tore. 

Der Sieg war wichtig, die zuvor abgestürzten Sachsen ergatterten sich Platz drei hinter dem BVB zurück. 

Jetzt also Paderborn!

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Acht Punkte Rückstand sind es auf den Abstiegs-Relegationsplatz 16, gar neun aufs rettende Ufer. 

Wer jetzt auf einen Bundesliga-Verblieb der Ostwestfalen setzt, könnte am 27. Juni als reicher Mann dastehen. 

Doch bis dahin ist es ein langer, steiniger und mit Blick auf Gegner wie RB, Gladbach und Frankfurt verdammt schwerer Weg.

Seit zehn Spielen wartet das Team von Trainer Steffen Baumgart (48) auf einen Dreier, vor einer Woche setzte es ein deftiges 1:6 gegen Dortmund. Der letzte Sieg (2:0 in Freiburg) ist über vier Monate her. 

Aber: Gerade gegen die Topteams der Liga holten die Paderborner alles aus sich heraus, lieferten gegen den BVB (3:3), die Bayern (2:3) und Leverkusen (2:3) auswärts tolle Auftritte. 

Auch die Roten Bullen hatten im Hinspiel ihre Mühen, zitterten sich nach 3:0-Halbzeitführung durch Patrik Schick, Marcel Sabitzer und Timo Werner am Ende durch Streli Mamba und Klaus Gjasula zu einem knappen 3:2-Erfolg. 

Apropos Gjasula. Mit bislang 15 (!) Gelben Karten stellte der 30-Jährige zu diesem Saisonzeitpunkt einen neuen (Negativ-)Rekord auf. Bei der Klatsche gegen den BVB saß er seine dritte Sperre ab, gegen Leipzig ist er wieder mit von der Partie. "Schnell spielen und ihm möglichst aus dem Weg gehen", fordert RB-Coach Julian Nagelsmann (32) von seinen Jungs.

Orban winkt Startelf-Comeback - auch Kampl Kandidat

Nach sieben Monaten könnte Kapitän Willi Orban (r., hier neben Kollege Hannes Wolf) gegen Paderborn sein Startelf-Comeback feiern.
Nach sieben Monaten könnte Kapitän Willi Orban (r., hier neben Kollege Hannes Wolf) gegen Paderborn sein Startelf-Comeback feiern.  © Patrick Schreiber/Jan Huebner/Pool/Picture Point

Jeder Punktverlust in den verbleibenden fünf Ligapartien könnte RB eine erneute Champions-League-Qualifikation noch vermiesen. 

"Wir wissen, dass wir tabellarisch nahezu gezwungen sind, dreifach zu punkten", sagte Nagelsmann. 

"Es macht wenig Sinn, nur weil Paderborn Letzter ist, einen Schritt weniger zu gehen. Auch Paderborn kann uns Teile unserer Ziele nehmen", machte er unmissverständlich klar.

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Personell kündigte der 32-Jährige, nahezu aus dem Vollen schöpfen zu können. Ibrahima Konaté (21) und Kevin Kampl (29) haben wieder trainieren können, besonders beim Mittelfeldmotor stehen die Zeichen auf Grün. Nagelsmann: "Ich bin guter Dinge, dass Kevin ein Kandidat für die erste Elf ist."

Nach ersten Kurzeinsätzen gegen Mainz und Hertha winkt auch Kapitän Willi Orban (27) ein Comeback in der Anfangsformation. "Jede Einheit auf dem Platz tut mir gut. Ich warte natürlich auf meine Chance und hoffe, sie kommt demnächst", so der Innenverteidiger.

Orban warnte vor dem Team, das die Rote Laterne seit dem 20. Spieltag ununterbrochen in der Vitrine stehen hat. "Sie haben nichts mehr zu verlieren und wollen zeigen, dass sie kicken können. Man hat schon häufiger gesehen, dass sie dem einen oder anderen Gegner Probleme bereiten können. Wir müssen aufpassen und uns gut konzentrieren."

Titelfoto: Picture Point/Roger Petzsche

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