Schiri-Legende Urs Meier kritisiert VAR nach RB Leipzigs annulliertem Hand-Tor

Leipzig - Hand oder nicht Hand? Tor oder nicht Tor? Sieg oder Unentschieden? Diese Fragen stellten sich während und nach dem Bundesliga-Spiel zwischen RB Leipzig und der TSG 1899 Hoffenheim (0:0) Zuschauer und Experten. Minutenlang wurde abgewogen, überprüft, wiederholt - bis Yussuf Poulsens (26) Treffer annulliert wurde. Über das Vorgehen echauffierte sich jetzt Schiedsrichter-Legende Urs Meier (62).

Urs Meier leitete von 1977 bis 2004 knapp 900 Spiele, darunter auch ein WM-Halbfinale und Champions-League-Endspiel mit deutscher Beteiligung.
Urs Meier leitete von 1977 bis 2004 knapp 900 Spiele, darunter auch ein WM-Halbfinale und Champions-League-Endspiel mit deutscher Beteiligung.  © Soeren Stache/dpa

Der Schweizer, der in seiner aktiven Zeit selbst 883 Mal als Unparteiischer eingesetzt wurde, unter anderem das WM-Halbfinale 2002 zwischen Deutschland und Südkorea (1:0) sowie das Champions-League-Endspiel 2002 Real Madrid gegen Bayer 04 Leverkusen (2:1) pfiff, konnte das Vorgehen des Schiedsrichtergespanns am Freitagabend nicht nachvollziehen.

Zunächst der Rückblick: Es lief die 6. Minute der Nachspielzeit zwischen Leipzig und Hoffenheim. RB bekam noch einen Eckball, den Marcel Halstenberg (29) ausführte. In der Mitte schraubte sich Poulsen hoch und nickte zum vermeintlichen 1:0-Sieg ein.

Denkste! Nach dem ausgelassenen Jubel wurde Schiedsrichter Manuel Gräfe (47) von seinen Videoassistenten Martin Petersen (36) und Robert Wessel (35) an den Monitor geschickt, um sich die Szene selbst anzuschauen.

Ein Unding für Urs Meier!

Das Tor, das nicht zählte. RB Leipzigs Yussuf Poulsen (l., #9) köpfte sich an den Arm, traf dadurch zwar, durfte sich aber nur kurz freuen.
Das Tor, das nicht zählte. RB Leipzigs Yussuf Poulsen (l., #9) köpfte sich an den Arm, traf dadurch zwar, durfte sich aber nur kurz freuen.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Urs Meier übt Kritik an VAR Martin Petersen und VAR-Assistent Robert Wessel

Für Trainer Julian Nagelsmann (33) macht der Videobeweis alles fairer, aber den Fußball "nicht zwingend schöner".
Für Trainer Julian Nagelsmann (33) macht der Videobeweis alles fairer, aber den Fußball "nicht zwingend schöner".  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

"Warum das so lange gedauert hat und Manuel Gräfe sogar rausmusste, verstehe ich nicht", so der 62-Jährige im Sport1-Doppelpass. "Das ist so klar. Das brauchst du einmal anschauen, einmal, und dann weißt du, das Tor zählt in 100 Jahren nicht, mit den Regelwerken, die wir haben."

Da sich Poulsen selbst an den Arm köpfte und der Ball danach hinter der Linie einschlug, musste Gräfe den Siegtreffer zum Leipziger Leidwesen zurücknehmen.

"Da muss ich sagen, was hat der VAR für eine Regelkenntnis und für ein Fußballverständnis? Selbst meine Großmutter würde das sehen, dass die Hand zum Schluss dran war und der Ball dann ins Tor ist."

Laut Meier hätte der Video Assistent Referee "viel schneller reagieren" müssen. "Da braucht kein Schiedsrichter rauszugehen, da muss nur der VAR sagen: Da war eine Hand dran, das Tor kann nicht zählen, fertig, weiter. Das geht innerhalb von wenigen Sekunden am Headset."

Es gebe keinen Spielraum bei den derzeitigen Regeln. "Als Schiedsrichter tut das weh, so ein Tor zu annullieren", sagte Meier.

Urs Meiers Einschätzung zu RB Leipzigs annulliertem Tor (ab 1:38:00)

Er unterstützte RB-Trainer Julian Nagelsmann (33) in dessen Auffassung über die Szene zu "200 Prozent". Nagelsmann hatte die Regel als sinnlos betitelt. "Das macht den Sport zwar fairer, aber nicht zwingend schöner."

Titelfoto: Bildmontage: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa, Soeren Stache/dpa

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