Timo Werners Doppel-Rekord zum Abschied bei RB Leipzig: "Schönste Zeit in meiner Karriere!"

Augsburg/Leipzig - Ein Abgang mit Applaus! Timo Werner (24) hat in seinem letzten Spiel im Trikot von RB Leipzig beide Tore beim 2:1-Auswärtssieg in Augsburg beigesteuert. Der Matchwinner dankte zudem mit einem doppelten Rekord ab, der ihn auf lange Zeit untrennbar mit den Sachsen verbinden wird. 

Die Tore 94 und 95 machten Timo Werner (r.) zum Leipziger Rekordtorschützen.
Die Tore 94 und 95 machten Timo Werner (r.) zum Leipziger Rekordtorschützen.  © Matthias Schrader/AP/POOL/dpa

Es waren seine Treffer 94 und 95 als Leipziger Spieler, 159 Partien hat er dafür (nur) benötigt. Damit hat sich der 24-Jährige vorbeigeschoben an Daniel Frahn (33), der zwischen 2010 und 2015 insgesamt 93 Mal für die Roten Bullen eingenetzt hatte.

Außerdem knackte Werner eine uralte Bestmarke, aufgestellt 1973/74 von Jupp Heynckes. 17 Auswärtstreffer in einer Saison waren damals nur dem heute 74-Jährige gelungen. Torjägerkanonen-Gewinner Robert Lewandowski (31) brachte es auf 15 Auswärtstore.

Einen Timo Werner eins zu eins zu ersetzen wird eine Mammutaufgabe für RB Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche (39). Eine nahezu unlösbare. Das weiß auch Trainer Julian Nagelsmann.

"95 Tore bleiben und eine riesige Lücke, nicht nur eines Spielers, sondern auch eines Menschen, der das Herz am richtigen Fleck hat. Er hat immer gute Stimmung gemacht auf dem Platz, in der Kabine, es hat großen Spaß mit ihm gemacht. Als Gruppe müssen wir es hinbekommen, die zu schließen, es ist sportlich ambitioniert, aber das werden wir hinbekommen", sagte der 32-Jährige. Den Abgang müsse man "im Kollektiv auffangen. Es muss finanziell aber realisierbar sein." An einen Timo Werner 2.0 glaubt er nicht. 

Der Wechsel zum FC Chelsea nach London sei für Nagelsmann "völlig normal und nachvollziehbar", da sich Werner "nicht erst seit diesem Jahr, sondern schon etwas länger" mit einem Weggang aus der Bundesliga beschäftigt hatte. "Ich bin ihm nicht böse, nur weil er sich für einen anderen Trainer und einen anderen Klub entschieden hat." 

Timo Werner: "Die Leipziger Zeit war schon die schönste in meiner Karriere bislang"

Rani Khedira (26) war in der Saison 2016/17 Teamkollege von Timo Werner, bescheinigte ihm einen Aufstieg in die Weltklasse.
Rani Khedira (26) war in der Saison 2016/17 Teamkollege von Timo Werner, bescheinigte ihm einen Aufstieg in die Weltklasse.  © Marcel Engelbrecht/firosportphoto/Pool/Picture Point

Werner selbst sagt nach vier Jahren Tschüß, muss ohne gewonnenen Titel gehen. "Es war eine super Zeit, ich habe viel gelernt, viel mitgenommen und sehr gute Freunde gefunden. Die Leipziger Zeit war schon die schönste in meiner Karriere bislang."

Nach Timo Werner ist vor der Champions League!

Zwar war das Spiel in Augsburg das letzte für den Nationalstürmer. Doch RB ist noch nicht am Ende einer surrealen Saison angekommen.

Denn vom 12. bis 23. August findet in Lissabon das Champions-League-Blitzturnier statt, nachdem auch die Königsklasse wegen der Corona-Pandemie unterbrochen werden musste.

Der Viertelfinalist wird maximal drei Partien bestreiten, Rückspiele gibt es nicht. "Es ist eine Herausforderung, einige Vereine spielen ja komplett durch. Man hat aber auch eine Riesenchance, mit drei Spielen den Henkelpott zu gewinnen, das wird es nie wieder geben", sagte Julian Nagelsmann. 

Zunächst müssen noch vier Viertelfinalisten durch die (abgesagten) Achtelfinal-Rückspiele ermittelt werden. Sicher in der Runde der letzten acht Teams stehen neben den Sachsen bislang Atletico Madrid, Paris Saint-Germain und Atalanta Bergamo. 

Nagelsmann: "Bei K.o.-Spielen sind die Tagesform und die Glücksmomente entscheidend. Andere Mannschaften sind die Favoriten auf den Titel, nach wie vor. Wir werden eher der Underdog sein, was das Finale angeht."

Titelfoto: Matthias Schrader/AP/POOL/dpa

Mehr zum Thema RB Leipzig:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0