Trainer, Spieler, Sportdirektor vor Abschied: Wie geht es weiter bei RB Leipzig?

Leipzig - Sportlich läuft es für RB Leipzig gerade nahezu optimal. Man steht im Halbfinale des DFB-Pokals, kann die beste Saison in der Fußball-Bundesliga spielen und sogar schon am Dienstag (18.30/Sky) beim 1. FC Köln den erneuten Einzug in die Champions League fixieren. Die Aufmerksamkeit lag in den vergangenen Wochen allerdings oft auf dem, was abseits des Platzes abläuft.

Julian Nagelsmann (33, re.) ist der Wunschkandidat für die Nachfolge von Hansi Flick bei den Bayern und auch Markus Krösche (40) wird derzeit häufiger mit anderen Klubs in Verbindung gebracht.
Julian Nagelsmann (33, re.) ist der Wunschkandidat für die Nachfolge von Hansi Flick bei den Bayern und auch Markus Krösche (40) wird derzeit häufiger mit anderen Klubs in Verbindung gebracht.  © Picture Point / Roger Petzsche

Nahezu täglich kommen neue Personal-Spekulationen auf, was zu der Frage führt, wer von diesem Team in der neuen Saison noch da ist.

Natürlich steht Trainer Julian Nagelsmann (33) an der Spitze der Spekulations-Pyramide. Er ist Top-Kandidat auf eine Nachfolge von Hansi Flick (56) bei Bayern München und will sich partout nicht auf ein Versprechen einlassen, auch in der kommenden Saison Trainer in Leipzig zu sein.

Stattdessen gibt es Standardantworten. "Ich unterschreibe Verträge bei vollem Bewusstsein", sagte Nagelsmann über seinen bis 2023 laufenden Vertrag ohne Ausstiegsklausel.

Ein Jahr weniger ist Markus Krösche (40) an RB gebunden. Und dennoch kursierte der Name des Sportdirektors zuletzt öfter, wenn sich ein Klub neu aufstellen wollte. Mit Schalke 04 soll es ein Treffen gegeben haben und Krösche betonte dann, er habe "klar gesagt, dass ich nicht zur Verfügung stehe". Aktuell soll er bei Eintracht Frankfurt zum engen Kandidatenkreis bei der Sportchefsuche zählen.

Die Familien von Nagelsmann und Krösche wohnen nicht in Leipzig, was im Profigeschäft nicht ungewöhnlich ist. Es könnte aber auch ein Hinweis darauf sein, dass das Duo in Sachsen nicht gerade Wurzeln schlagen mag.

Schon drei Neuverpflichtungen, doch wie viele verlassen Leipzig nach der Saison?

Noch immer ist die Zukunft der beiden RB-Leistungsträger Marcel Halstenberg (29, M.) und Marcel Sabitzer (27, re.) offen. Dayot Upamecano (22) kickt ab der nächsten Saison für die Bayern. (Archivbild)
Noch immer ist die Zukunft der beiden RB-Leistungsträger Marcel Halstenberg (29, M.) und Marcel Sabitzer (27, re.) offen. Dayot Upamecano (22) kickt ab der nächsten Saison für die Bayern. (Archivbild)  © Guido Kirchner/dpa

Das Gesicht der Mannschaft wird sich definitiv verändern. In Brian Brobbey (19), Mohamed Simakan (20) und Josko Gvardiol (19) sind drei Neuzugänge bereits fix. Dayot Upamecano (22) ist bereits an die Bayern verkauft, Justin Kluivert (21) nur aus Rom geliehen. Einiges deutet derzeit noch auf weitere Abgänge hin.

So hat zum Beispiel Marcel Sabitzer (27) keine Eile, seinen 2022 auslaufenden Vertrag zu verlängern. "Ich weiß, dass ich in einem Alter bin, in dem jetzt der vielleicht letzte große Schritt kommt – in welche Richtung auch immer. Deshalb lasse ich mir das gut durch den Kopf gehen", sagte der Kapitän zuletzt.

Da RB-Boss Oliver Mintzlaff (45) die Maxime hat, keinen Stammspieler ablösefrei gehen zu lassen, müsste er den österreichischen Nationalspieler bei ausbleibender Einigung in diesem Sommer verkaufen.

Selbiges gilt für Marcel Halstenberg (29). Der Nationalspieler empfand ein erstes Angebot des Klubs als nicht leistungsgerecht. Auf dem Absprung ist er offenbar noch nicht. "Ich kann mir weiterhin vorstellen, meinen Vertrag zu verlängern – wenn alles passt", sagte der 29-Jährige dem "Kicker".

Halstenberg hat beim Poker ein gutes Blatt auf der Hand, denn gute linke Verteidiger sind ein rares Gut.

Gab es Kontakt zwischen Konaté und Liverpool oder nicht?

Kürzlich hieß es, Ibrahima Konaté (21) wechselt nach Liverpool, doch der Franzose dementierte die Gerüchte.
Kürzlich hieß es, Ibrahima Konaté (21) wechselt nach Liverpool, doch der Franzose dementierte die Gerüchte.  © Picture Point / Roger Petzsche

Völlig machtlos wäre der Klub, wenn sich Ibrahima Konaté (21) neu orientieren möchte. Der hoch veranlagte Verteidiger hat eine Ausstiegsklausel über angeblich 40 Millionen Euro. Dieser vergleichsweise günstige Preis soll den FC Liverpool auf den Plan gerufen haben.

Konaté dementierte jüngst Kontakt zum englischen Meister, was allerdings nicht unbedingt als Bleibe-Versprechen gewertet werden muss.

Auf der Ebene Trainer/Sportdirektor steht Leipzig im schlechtesten Fall wieder da, wo man nach dem Ende der Ära Ralf Rangnick (62) 2019 schon einmal war. Damals war der Personalwechsel allerdings von langer Hand vorbereitet.

Nun müsste das Team um Vorstandschef Mintzlaff zeigen, dass es auch einen kurzfristigen Plan B erfolgreich umsetzen könnte.

Titelfoto: Guido Kirchner/dpa

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