Wenig Geld, kaum Auswahl: RB Leipzig sucht noch immer nach Werner-Ersatz!

Leipzig - Beim zumindest für Medien ersten öffentlichen Training von RB Leipzig seit einem halben Jahr war der als einer der Werner-Erben eingeplante Hwang angeschlagen. Auch sonst stockt die Stürmer-Suche gewaltig. Ein Norweger steht ganz oben auf der Liste (TAG24 berichtete).

Am Freitagvormittag fand das erste öffentliche Training am Cottage statt.
Am Freitagvormittag fand das erste öffentliche Training am Cottage statt.  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Julian Nagelsmann zeigte sich wie immer gut gelaunt. Dabei hätte der Trainer von RB Leipzig eine Woche vor dem Saisonstart im DFB-Pokal gegen Nürnberg allen Grund, langsam nervös zu werden.

Die Abgänge von Nationalspieler Timo Werner und dessen Sturmkollegen Patrik Schick hat der Fußball-Bundesligist bisher nicht kompensieren können. "Wir verlieren insgesamt 56 Scorerpunkte, das ist ein Brett. Da muss man etwas machen", sagte Nagelsmann am Freitag.

Bisher passierte allerdings herzlich wenig. Lediglich der aus Salzburg geholte Hee-chan Hwang ist als einer der Spieler eingeplant, die zumindest den zu Chelsea verkauften Werner ersetzen sollen.

Doch beim Training am Freitag konnte der Südkoreaner lediglich individuell mitwirken. Die Adduktoren bereiten Probleme. Beim 1. FC Nürnberg am Samstag kommender Woche soll der 24-Jährige aber fit sein.

Ein Norweger soll Leipzigs Offensive verstärken

Alexander Sørloth soll zusammen mit Hee-chan Hwang Timo Werner im Angriff ersetzen.
Alexander Sørloth soll zusammen mit Hee-chan Hwang Timo Werner im Angriff ersetzen.  © Marius Simensen/Bildbyran via ZUMA Press/dpa

Einen weiteren Angreifer wird RB bis dahin womöglich nicht verpflichtet haben. Dabei gebe es einige Kandidaten, wie Nagelsmann bestätigte. Ganz oben auf der Liste steht offenbar Alexander Sørloth, ein derzeit von Crystal Palace an Trabzonspor verliehener Norweger.

"Er ist ein guter Spieler, wir sind mit ihm im Austausch. Er hatte eine sehr gute Saison bei Trabzon. Wenn er die Quote in der Bundesliga auch hätte, wäre das überragend", sagte Nagelsmann.

In 34 Spielen der Süper Lig hatte der 24-Jährige 24-mal getroffen. Ein erstes Angebot von RB wurde dem Vernehmen nach allerdings abgelehnt. 

Etwa 17 Millionen Euro plus Boni will Leipzig springen lassen. Dass es mit dem Geld ohnehin so eine Sache ist bei den Leipziger Transferplanungen, ist nichts Neues.

Von den gut 50 Millionen aus dem Werner-Deal können nur 30 verplant werden. Knapp zehn Millionen wurden in Hwang bereits investiert. 

Der eigentlich große Rest ist bei der Suche nach einem Angreifer von europäischem Format nur als schmales Budget zu betrachten. "Der Markt an Stürmern ist nicht so üppig, dass man aus 50 Leuten auswählen könnte", sagte Nagelsmann. "Der Transfermarkt kommt nicht in Schwung, es passiert fast gar nichts. Wir können aus finanzieller Sicht auch nicht alles machen."

Nagelsmann über Angelino: "Wir brauchen ihn unbedingt"

Marcel Halstenberg war ebenfalls beim ersten öffentlichen Training dabei.
Marcel Halstenberg war ebenfalls beim ersten öffentlichen Training dabei.  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Deshalb nahm man letztlich auch Abstand von einer Weiterverpflichtung von Schick. Der tschechische Nationalspieler wird stattdessen von der AS Rom wohl zu Bayer Leverkusen wechseln.

Ein zweites Leih-Schnäppchen, wie es Schick ohne Frage war, bahnt sich aktuell nicht an. Nagelsmann macht trotzdem Druck: "Auch wenn wir einen Stürmer haben, muss man noch etwas machen. Der Kader reicht für die Belastung nicht."

Immerhin zeichnet sich bei Außenverteidiger Angelino eine Lösung ab. Der Spanier steht noch in Diensten von Manchester City, weilt aber in Leipzig und soll nach der halbjährigen Leihe langfristig bleiben. "Er ist der Spieler, bei dem ich am schnellsten eine Einigung erwarte. Wir brauchen ihn unbedingt", sagte Nagelsmann. 

Außerdem steht noch ein schneller Außenspieler für die Offensive auf der Wunschliste des 33-Jährigen. Möglich ist aber maximal eine Leihe.

Auf dem Zettel hatte der ehrgeizige Trainer auch einen groß gewachsenen Mittelfeldspieler, der zwischen den Strafräumen agiert. Der sollte vor allem die Kopfballgefahr bei Standards erhöhen, die bei RB aktuell nur durch Yussuf Poulsen und Marcel Halstenberg gegeben ist.

Doch den Wunsch bekommt Nagelsmann vorerst nicht erfüllt: "Unbezahlbar. Es ist keiner auf dem Markt, der das Profil hat." Die Laune hat es ihm trotzdem noch nicht verhagelt.

Titelfoto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

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