Wildes Spektakel in Halbzeit zwei! RB Leipzig kommt gegen Bergamo nicht über ein Remis hinaus

Leipzig - Was für eine hektische Schlussphase! RB Leipzig konnte sich am Donnerstagabend in der heimischen Red Bull Arena im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League nicht gegen Atalanta Bergamo durchsetzen. Die Partie endete nach einer wilden zweiten Hälfte 1:1.

Pünktlich zum Anpfiff zeigte sich die Sonne im Leipziger Rund. Die Stimmung und Vorfreude auf die Europa-League-Partie war groß.
Pünktlich zum Anpfiff zeigte sich die Sonne im Leipziger Rund. Die Stimmung und Vorfreude auf die Europa-League-Partie war groß.  © Jan Woitas/dpa

Luis Muriel brachte die Gäste in der 17. Minute in Führung. Davide Zappacosta grätschte den Ball in Halbzeit zwei unglücklich ins eigene Netz, nachdem Andre Silva Minuten zuvor einen Elfmeter verschossen hatte (58.).

Im Vergleich zum überragenden 4:1-Sieg bei Borussia Dortmund änderte RB-Coach Domenico Tedesco seine Startelf auf zwei Positionen. Lukas Klostermann und Benjamin Henrichs (überstandener Magen-Darm-Infekt) spielten für Mohamed Simakan und Nordi Mukiele (beide Bank) von Beginn an.

Bergamo-Trainer Gian Piero Gasperini tauschte im Vergleich zur 1:3-Pleite am Wochenende gegen den SSC Neapel gleich drei Mal: Merih Demiral, Matteo Pessina und Mario Pasalic begannen für Giorgio Scalvini, Berat Djimsiti und Ruslan Malinovskyi.

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Pünktlich kurz vor Anpfiff kam im zuvor verregneten Leipzig doch noch die Abendsonne heraus. Der nasse Rasen blieb jedoch - und sorgte zu Beginn der Partie gleich für ein paar Fehlpässe auf beiden Seiten.

Tedesco hatte sein Team im Vorfeld der Partie gewarnt, nicht zu gierig zu sein. Dementsprechend verhalten starteten die Gastgeber in die erste Hälfte. Ein erster Fernschuss von Christopher Nkunku in der siebten Minute war für Gästekeeper Juan Musso kein Problem.

Viele Zweikämpfe in den ersten Minuten. RB Leipzigs Benjamin Henrichs wirkte nach seinem Magen-Darm-Infekt aber manchmal noch nicht wieder komplett fit.
Viele Zweikämpfe in den ersten Minuten. RB Leipzigs Benjamin Henrichs wirkte nach seinem Magen-Darm-Infekt aber manchmal noch nicht wieder komplett fit.  © Jan Woitas/dpa

Startelf von RB Leipzig im Europa-League-Heimspiel gegen Atalanta Bergamo

So ging Atalanta Bergamo im Europa-League-Auswärtsspiel bei RB Leipzig ins Match

Atalanta Bergamos Muriel schockt RB Leipzig früh

Schock in der 17. Minute: Atalanta Bergamos Luis Muriel nutzte die erste richtige Chance zur frühen Führung für die Gäste.
Schock in der 17. Minute: Atalanta Bergamos Luis Muriel nutzte die erste richtige Chance zur frühen Führung für die Gäste.  © Jan Woitas/dpa

Tatsächlich erinnerte die erste Viertelstunde etwas an das Leipziger Spiel beim BVB. Atalanta hatte deutlich mehr Ballbesitz und störte zeitig, ohne sich dabei jedoch zwingende Chancen zu erarbeiten.

Zumindest bis zur 17. Minute. Denn dort wurden die Sachsen früh geschockt. Nach einem Angriff über die linke Seite wurde Muriel nicht richtig attackiert. Der Angreifer zog spielend einfach an zwei RB-Verteidigern vorbei und knallte die Kugel aus 20 Metern unhaltbar ins rechte obere Eck.

Rasenball wirkte geschockt. Nur vier Minuten später war es wieder Muriel, der über die linke Seite blitzschnell Richtung Box zog und abschloss. Dieses Mal ging der Ball knapp flach am rechten Pfosten vorbei.

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Es dauerte 25 Minuten bis auch der Bundesligist erwachte. Nach einer Balleroberung im Mittelfeld rannten gleich vier RB-Spieler Richtung Atalanta-Kasten. Silva kam schließlich an der Strafraummitte an den Ball und zog gezielt flach ab. Die Kugel prallte jedoch nur an den Pfosten.

Trotz der Chance fehlte in der Folge aber weiterhin die Spritzigkeit. Bergamo setzte inzwischen mehr auf Konter und verteidigte tief. Den Gastgebern fehlten die Ideen, um durch die Abwehrreihen der Italiener zu kommen. Bis zur Halbzeit sahen die Zuschauer deshalb ein paar ganz komische Minuten voller Fehlpässe. Lediglich Atalantas Pasalic versuchte es in der 45. Minute noch einmal - traf aber nur den Außenpfosten.

Ratlosigkeit bei den Spielern von RB Leipzig: In der ersten Halbzeit ging nicht wirklich viel zusammen.
Ratlosigkeit bei den Spielern von RB Leipzig: In der ersten Halbzeit ging nicht wirklich viel zusammen.  © Jan Woitas/dpa

RB Leipzig verschießt erst Elfmeter und gleicht dann aus

Konrad Laimer war am Samstag gegen den BVB noch der überragende Akteur auf dem Platz. Die Atalanta-Verteidigung hatte den Mittelfeldspieler aber gut im Griff.
Konrad Laimer war am Samstag gegen den BVB noch der überragende Akteur auf dem Platz. Die Atalanta-Verteidigung hatte den Mittelfeldspieler aber gut im Griff.  © Jan Woitas/dpa

Wer gehofft hatte, dass die Sachsen zu Beginn der zweiten Halbzeit ein anderes Gesicht zeigen würden, wurde zunächst enttäuscht. Eher traute man Bergamo den zweiten Treffer zu. Doch die ersten Halbchancen (47./51./54.) waren für Peter Gulacsi jeweils kein Problem.

Doch wenn spielerisch nichts klappt, musste bei RB eben ein Elfmeter her. Den bekamen die Sachsen, nachdem Nkunku in der 56. im Strafraum leicht gefoult wurde. Silva setzte halbhoch rechts an - doch Juan Musso ahnte die Ecke und parierte.

Doch dieses Mal blieb der Bundesligist dran. Ein Einwurf von der linken Seite landete über Umwege bei Willi Orban am Elfmeterpunkt, der Zappacosta bedrängte, von dem der Ball schließlich unbeabsichtigt abprallte und über die Linie rollte - 1:1 (58.).

Danach war die Ruhe komplett aus der Begegnung! Auf beiden Seiten gab es im Minutentakt dicke Chancen.

Besonders die Roten Bullen hatten in Minute 64 Glück, dass ein Schuss der Italiener wieder nur am Pfosten landete und Teun Koopmeiners Schuss von vor dem Strafraum nur ans rechte Gestänge knallte und vom Rücken von Gulasci ins Toraus rollte.

RB Leipzig und Atalanta Bergamo liefern sich wilde Schlussphase

Nicht begeistert: RB-Coach Domenico Tedesco sah sein Team in den Schlussminuten ziemlich schwimmen.
Nicht begeistert: RB-Coach Domenico Tedesco sah sein Team in den Schlussminuten ziemlich schwimmen.  © Jan Woitas/dpa

In den letzten 20 Minuten war die Begegnung schließlich völlig offen. Bergamo hatte Wut im Bauch und drängte immer wieder auf die erneute Führung, während die Rasenballer eher mit kleinen Nadelstichen zum Torerfolg kommen wollten.

Doch näher am zweiten Treffer waren definitiv die Italiener! RB-Coach Tedesco gestikulierte wild, war unzufrieden mit der Leistung seiner Spieler. Und die Kritik wirkte!

In der 82. Minute hätten die Sachsen fast das Spiel gedreht. Ein Konter durch die Mitte landete schließlich bei Angelino. Der setzte zur Traumflanke an, die kurz vor dem Tor den eingewechselten Dominik Szoboszlai fand. Der Ungar köpfte im Fallen über Musso hinweg und traf aber nur die Querlatte.

Am Ende hätte womöglich keiner gefragt, ob das verdient gewesen wäre. So wurde es in den letzten Minuten aber noch einmal richtig spannend.

Auf beiden Seiten gab es zwingende Möglichkeiten. In der 91. Minute herrschte Getümmel im Atalanta-Strafraum. Nordi Mukieles Abschluss wurde aber aus wenigen Metern gerade noch geblockt. Kurz darauf war Schluss!

In Halbzeit zwei gab es auf beiden Seite dicke Chancen. Am Ende ist RB Leipzig mit dem Ergebnis aber sicher nicht zufrieden.
In Halbzeit zwei gab es auf beiden Seite dicke Chancen. Am Ende ist RB Leipzig mit dem Ergebnis aber sicher nicht zufrieden.  © Jan Woitas/dpa

Für RB geht es am kommenden Sonntagabend (19.30 Uhr/Dazn) in der Bundesliga daheim gegen die TSG 1899 Hoffenheim weiter. Atalanta Bergamo muss hingegen bereits am Sonntagnachmittag auswärts bei US Sassuolo ran.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa

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