Wo bleiben RB Leipzigs Siege gegen die Top-Teams? "Ja, das nervt!"

Wolfsburg - Wieder einige Großchancen ausgelassen, wieder nicht gegen ein Spitzenteam gewonnen, wieder die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga verpasst: Bei RB Leipzig blieben in den letzten Wochen mehrere negative Statistiken bestehen, immerhin verhinderten sie beim 2:2 beim VfL Wolfsburg die zweite Pleite hintereinander.

Die Leipziger Kevin Kampl (l.) und Dani Olmo (r.) im Zweikampf mit VfL-Mittelfeldspieler Xaver Schlager.
Die Leipziger Kevin Kampl (l.) und Dani Olmo (r.) im Zweikampf mit VfL-Mittelfeldspieler Xaver Schlager.  © Michael Sohn/AP pool/dpa

Zudem blieb auch ein weiterer starker Fakt bestehen: Letztmalig verloren die Sachsen nämlich vor fast zweieinhalb Jahren ein Ligaspiel nach eigener Führung. Das war am 26. August 2018 beim 1:4 bei Borussia Dortmund.

Unterm Strich war für das Team von Trainer Julian Nagelsmann (33) in der Volkswagen-Arena aber deutlich mehr drin als das Remis. Doch nachdem Nordi Mukiele (23) RB schon nach vier Minuten mit 1:0 in Führung schoss, machten es sich die Gäste auf dem Vorsprung etwas gemütlich - ZU gemütlich.

Wout Weghorst (28, im 100. VfL-Spiel sein 53. Tor) und Renato Steffen (29) drehten die Begegnung noch vor dem Seitenwechsel - Nagelsmann musste sich in der Halbzeitpause etwas einfallen lassen. Tat er auch.

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Nach leichtem Chancenplus in den ersten 45 Minuten wendete sich das Blatt in den zweiten, Leipzig brachte plötzlich die Schnelligkeit, das Direktpassspiel, die Offensivideen auf den Platz. Das wurde durch Willi Orbans (28) 2:2 in der 54. Minute belohnt.

Genügend Zeit für das Siegtor blieb zwar, es fiel jedoch nicht mehr. "Für das 3:2 hat uns am Ende vielleicht etwas die Kaltschnäuzigkeit gefehlt", resümierte Marcel Halstenberg (29), der am Wolfsburger 1:1 mitverantwortlich war.

"Ja, das nervt", aber Unentschieden gegen Wolfsburg ist "keine Schande"

RB-Trainer Julian Nagelsmann (33, vorn) kritisierte - mal wieder - die mangelnde Verwertung von Großchancen.
RB-Trainer Julian Nagelsmann (33, vorn) kritisierte - mal wieder - die mangelnde Verwertung von Großchancen.  © Michael Sohn/AP pool/dpa

1:1 gegen Bayer 04 Leverkusen, 0:1 gegen Borussia Mönchengladbach, 3:3 gegen den FC Bayern München, 1:3 gegen Dortmund, 2:2 gegen Wolfsburg. Die Leipziger Statistik ist in dieser Hinsicht klar: Gegen keinen der aktuellen Top 7 der Bundesliga gab es einen Sieg.

Das kann sich immerhin im Falle eines Heimsieges zum Hinrunden-Abschluss gegen den 1. FC Union Berlin am Mittwoch (20.30 Uhr/Sky) ändern.

"Ja, das nervt", sagte Sportdirektor Markus Krösche (40) über die fehlenden Topspiel-Dreier nach Abpfiff am Sky-Mikro. "Aber mit der Art und Weise in der zweiten Halbzeit können wir sehr zufrieden sein. Das zählt dann auch manchmal." Man könne den Bullen-Kickern nach diesen zweiten 45 Minuten "keinen Vorwurf machen". Ein Unentschieden sei zudem laut Torhüter Péter Gulácsi (30) "keine Schande".

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Trainer Nagelsmann bemängelte wieder einmal die ausgelassenen Großchancen, von denen es im zweiten Durchgang einige gab.

Natürlich hätte er sich in Wolfsburg über drei Punkte gefreut, "das werden Dortmund und Leverkusen nach diesem Wochenende aber auch sagen." Der BVB kam gegen den Vorletzten 1. FSV Mainz 05 nur zu einem 1:1, Leverkusen verlor gar bei Union 0:1.

Titelfoto: Michael Sohn/AP pool/dpa

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