Freiburgs Kult-Trainer Christian Streich hat Respekt vor dem Umzug

Freiburg - Christian Streich (56) hat einen Wunsch: Es soll laut werden beim ersten Pflichtspiel des SC Freiburg im neuen Stadion am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen RB Leipzig.

Bei einem Testspiel gegen den FC St. Pauli hat der SC Freiburg das neue Stadion eingeweiht.
Bei einem Testspiel gegen den FC St. Pauli hat der SC Freiburg das neue Stadion eingeweiht.  © Tom Weller/dpa

Mindestens genauso laut wie im alten Dreisamstadion. "Wir wünschen uns, dass wir hören, dass wir ein Heimspiel haben", sagte der 56 Jahre alte Trainer der Breisgauer am Donnerstag.

"Es ist die gleiche Mannschaft, der gleiche Verein, es ist nur ein anderes Gebäude."

Trotzdem forderte Streich zwei Tage vor dem Anpfiff gleich mehrfach die Unterstützung der 20.000 Zuschauer für sein furios in die Saison gestartetes Team.

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Denn der Coach weiß: Ohne die Fans könnte es gegen den Vizemeister die erste Freiburger Niederlage in der noch jungen Spielzeit geben. "Ich hoffe, dass die Zuschauer bei uns sind von der ersten Minute an, so wie sie es im Dreisamstadion immer waren", sagte er.

Streich hat großen Respekt vor dem Umzug, obwohl eigentlich so viel für den SC spricht.

SC-Trainer Christian Streich: "So wie es jetzt gerade läuft, ist eine absolute Ausnahmesituation"

SC-Trainer Christian Streich (56) fordert von seinem Team Demut.
SC-Trainer Christian Streich (56) fordert von seinem Team Demut.  © Tom Weller/dpa

Erstens: Der Testspiel-Auftakt in der neuen Arena wurde vergangene Woche locker mit 3:0 gegen Zweitliga-Spitzenreiter FC St. Pauli gewonnen.

Zweitens: Im Vergleich zu dem Freundschaftsspiel vor 15.000 Zuschauern kommen gegen Leipzig sogar nochmal 5000 Menschen mehr ins Stadion.

Drittens gehen die Breisgauer als einzige noch ungeschlagene Bundesliga-Mannschaft ins Duell mit den nur mäßig in die Saison gestarteten Sachsen.

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Passend zur positiven Gesamtlage hatte der SC am Mittwochabend zudem trotz lange fehlender Zuschauereinnahmen durch die Corona-Pandemie einen Gewinn in Höhe von 9,8 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 20/21 vermeldet.

Es könnte derzeit also kaum besser laufen für den Sport-Club. Und genau deshalb trat Streich am Donnerstag verbal auf die Bremse.

"So wie es jetzt gerade läuft, ist eine absolute Ausnahmesituation", betonte er. "Ich hoffe sehr, dass dieser Geist, auch dieses Ankämpfen gegen Größeres und nicht zu glauben, schon bei den Größeren zu sein, dass der bleibt und dass wir uns davon nicht blenden lassen."

Ansonsten könnte es aus seiner Sicht beim SC auch bald wieder anders aussehen. "Wenn wir eine gewisse Demut bewahren, dann haben wir gute Jahre vor uns", sagte er. "Und wenn nicht, dann haben wir genug Beispiele, wo keine Demut mehr war - und diese Vereine sind jetzt in anderen Sphären unterwegs." Streich nannte zwar keine Vereine beim Namen. Aber dass es seinem Klub nicht etwa wie den in die 2. Liga abgestürzten einstigen Großmächten Hamburger SV, FC Schalke 04 oder Werder Bremen ergehen soll, erscheint offensichtlich. Doch davon ist der Sport-Club derzeit weit entfernt.

Anstatt gegen Aue oder Sandhausen geht es am Samstag gegen "eine der drei, vier Top-Mannschaften" (Streich) Deutschlands.

Nach bereits drei Niederlagen kommt RB angeschlagen nach Freiburg, wovon sich der Kult-Trainer aber nicht blenden lässt. Seine Mannschaft müsse "extrem wach" sein und "brutal fleißig" gegen den Ball arbeiten. "Dann haben wir vielleicht eine Chance." Aber nur vielleicht. Auch das gehört zur Freiburger Demut.

Titelfoto: Tom Weller/dpa

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