Freiburg-Coach Streich über Kapitol-Sturm: "Warnung für uns alle!"

Freiburg - Trainer Christian Streich (55) vom SC Freiburg betrachtet den Sturm von Anhängern des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump (74) auf das Kapitol in Washington auch als Warnung für die politische und gesellschaftliche Lage in Deutschland.

Unterstützer von US-Präsident Donald Trump stürmten das Kapitol, in dem die Abgeordneten den Sieg des gewählten Präsidenten Joe Biden für die Präsidentschaftswahlen im November bestätigen sollten.
Unterstützer von US-Präsident Donald Trump stürmten das Kapitol, in dem die Abgeordneten den Sieg des gewählten Präsidenten Joe Biden für die Präsidentschaftswahlen im November bestätigen sollten.  © Carol Guzy/ZUMA Wire/dpa

"Es muss eine Warnung sein für uns alle – auch in unserem Land", sagte der Coach des badischen Fußball-Bundesligisten am Donnerstag. "So schlimm es ist, vielleicht hilft es uns sogar, wenn wir diese Bilder sehen, um zu wissen, wie schnell es in so eine Richtung gehen kann."

Angesichts dessen, was er "aus der Geschichte der letzten paar hundert Jahre und der des 20. Jahrhunderts gelernt habe, überrascht mich das, was in Amerika jetzt passiert, nicht", erklärte Streich. "Ich habe es ehrlicherweise so erwartet."

Man müsse "nur genau hinschauen, was passiert ist in diesem Land, wie dieser Rassist und Menschenfeind begleitet wurde von nicht wenigen Leuten, auch aus der politischen und wirtschaftlichen Elite. Wie er unterstützt wurde."

Daher gebe es "nicht einen Schuldigen, sondern viele in der Führung der USA, die jetzt verantwortlich dafür sind, dass Menschen sterben, dass ganz, ganz viele schon gestorben sind zum Beispiel bei Corona, und dass es weiter einen furchtbaren Rassismus in diesem Land gibt."

Christian Streich lenkt Fokus von Ausschreitungen in den USA nach Deutschland

Christian Streich (55), Chefcoach des SC Freiburg.
Christian Streich (55), Chefcoach des SC Freiburg.  © Marijan Murat/dpa

Es sei aber wichtig, "nicht die ganze Zeit nur nach Amerika zu schauen", sagte Streich.

"In unserem Land, in einer demokratisch gewählten Partei werden Hetzparolen verbreitet und werden Leute in Gebäude geschleust, die Sinnbild für unsere Demokratie sind, und Parlamentarier werden bepöbelt und angegriffen. Das ist passiert vor ein paar Wochen."

Wo es möglich sei, müsse man Zivilcourage zeigen.

"Man sieht jetzt in Amerika wie schnell es gehen kann, dass sogar das Unfassbare möglich wird", so der Badener weiter.

"So wie diese Person befeuert und unterstützt wurde, auch von einer sogenannten rechten Intelligenz, musst du dich nicht wundern, dass es jetzt Tote gibt und dass das Zentrum der Demokratie in terroristischer Art und Weise angegriffen wird."

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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