Abstieg aussetzen? Dynamo-Sportchef will Gerechtigkeitsfrage stellen

Dresden - Ralf Becker, Dynamos neuer starker Mann für den sportlichen Bereich, hat bei seiner Vorstellung nicht nur über die Pläne mit Dynamo Dresden gesprochen, sondern auch über die Fans, die beiden Trainer Markus Kauczinski und Heiko Scholz, über ein für ihn besonderes Spiel in Dresden und auch darüber, dass er noch nicht aufgegeben hat, die Schwarz-Gelben als Zweitligist zu sehen.

Dynamos neuer Sportgeschäftsführer Ralf Becker
Dynamos neuer Sportgeschäftsführer Ralf Becker  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Becker über die Wettbewerbsverzerrung für Dynamo in der abgelaufenen Saison

"Die DFL hat das sehr gut gemacht, dass sie alle 36 Vereine hinter das große Ziel gebracht hat, die Liga zu Ende zu spielen. Aber mir kam zu kurz, nachdem das Ziel erreicht wurde, die Gerechtigkeitsfrage zu stellen. Die Diskussion hätte ich gern. Gerechtigkeit wäre für mich, den Abstieg auszusetzen, die Liga aufzustocken. Man sollte das allgemein diskutieren. Wir werden es akzeptieren, wenn wir nächstes Jahr ein Drittligaverein sind. In den nächsten ein, zwei Wochen aber sollten wir das Thema auftun."

Becker über die Stimmung der Fans nach dem Osnabrück-Spiel

"Das zeigt, wie außergewöhnlich die Situation ist. Du hast eigentlich einen Tag, der eher nicht zum Feiern ist. Aber die Fans haben registriert, dass das alles nicht fair war. Das wurde honoriert, die Leistungen in den letzten Spielen. Man hat es nicht gepackt, aber jeder hat gesehen: Alle haben alles versucht. Das steht auch für diesen Verein."

Ralf Becker über Markus Kauczinski und Heiko Scholz

Heiko Scholz (M.) und Ulf Kirsten holten 1993 gemeinsam für Bayer Leverkusen den DFB-Pokal.
Heiko Scholz (M.) und Ulf Kirsten holten 1993 gemeinsam für Bayer Leverkusen den DFB-Pokal.  © imago images/Kicker/Liedel

Becker über Kauczinski und Scholz

"Den Heiko, den kenne ich, da bin ich als kleiner Rookie aus Ditzingen nach Leverkusen gewechselt. Da war Heiko schon da mit Ulf Kirsten. Sie waren gerade Pokalsieger geworden. Da war ich der Junge, der hoch geschaut hat. Heiko war ja ein herausragender Bundesligaspieler. Da sind wir uns gefühlt nicht ganz so auf Augenhöhe begegnet. Aber es war eine gute Zeit. Und Markus beim KSC. Ich erst als Spieler und später als Co-Trainer und er im Nachwuchs. Wir waren schon immer in Kontakt. Wir hatten keine Mannschaft zusammen, hatten keinen täglichen Austausch. Aber wir kennen uns lange. Die Grundstimmung ist sehr, sehr positiv. Es ist nicht von Nachteil, wenn man sich schon kennt und ein gutes Gefühl hat."

Becker über sein Pokalspiel mit Leverkusen in Dresden im Dezember 1993 im Viertelfinale, das Bayer 4:5 nach Elfmeterschießen verlor

"Schön, dass ich darauf angesprochen werde... Ich habe daran gedacht, als ich hergefahren bin. Ich bin ausgewechselt worden, das war berechtigt. War kein gutes Spiel von mir. Das war ein Highlight, da sah das Stadion noch anders aus. Wir haben auch noch verloren."

Becker über mögliche Vergleiche mit Vorgänger Ralf Minge

"Den Vergleich kann man nur verlieren, ich will ihn auch gar nicht anstellen. Er ist ein herausragender Sportler und eine Persönlichkeit. Ich schätze ihn sehr. Für mich gibt es null Komma null Ansatz, in irgendwelche Fußstapfen zu treten. Das kann ich gar nicht."

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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