Am Ende in Unterzahl: Dynamo zittert sich bei Hannover 96 zum Remis!

Hannover - Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, aber es ernährt sich: Dynamo Dresden bleibt im Jahr 2022 ohne Sieg, aber auch ohne Niederlage. Vor 500 Zuschauern in der 49.000 Fans fassenden Arena in Hannover hieß es nach kampfbetonten, aber keineswegs berauschenden 90 Minuten 0:0.

Ehre, wem Ehre gebührt: Vor dem Spiel gab es eine Schweigeminute für den verstorbenen Hans-Jürgen "Dixie" Dörner (†70).
Ehre, wem Ehre gebührt: Vor dem Spiel gab es eine Schweigeminute für den verstorbenen Hans-Jürgen "Dixie" Dörner (†70).  © Picture Point/Gabor Krieg

Letztlich ein Erfolg, da Michael Akoto fünf Zeigerumdrehungen vor Schluss mit der Ampelkarte runterflog.

Die Partie begann mit der Schweigeminute für den am Mittwoch gestorbenen "Dixie" Dörner. Die gab es übrigens in allen Stadien von Liga 1 bis 3. Die SGD spielte ihm zu Ehren komplett in Schwarz.

Wie erwartet schickte Trainer Alexander Schmidt seinen Kapitän Yannick Stark in die Innenverteidigung für den gesperrten Michael Sollbauer (5. Gelbe). Dafür kam Heinz Mörschel neu ins Spiel, rückte etwas überraschend auf die Sechser-Position. Dresden war damit sehr offensiv ausgerichtet.

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Davon war zunächst wenig zu sehen. Dynamo stand gut, suchte aber genau wie die 96er seinen Rhythmus. Erst nach 20 Minuten wurde es lebhafter oder besser gesagt hektischer. Unkontrolliert ging es nun hin und her.

Die Schwarz-Gelben verpassten die mögliche Führung, weil einmal Christoph Daferner (23.) und einmal Vaclav Drchal (26.) einfach zu lange zögerten und den Abschluss verpassten. Auf der anderen Seite war es Kevin Broll, der zweimal den Einschlag verhinderte. Prächtig parierte er den Schuss des durchgebrochenen Linton Maina (21.) mit dem Fuß und warf sich erfolgreich in den Abpraller. Wenig später blieb er gegen Maximilian Beier (29.) Sieger, der allein auf ihn zulief.

Aufstellungen von Hannover 96 und Dynamo Dresden

Dynamo Dresden bleibt defensiv aufmerksam und erkämpft sich einen Zähler bei Hannover 96

Abnutzungskampf: Dynamo-Angreifer Ransford Königsdörffer (2.v.l.) bearbeitet Hannovers Mittelfeldmann Gael Ondoua (l.).
Abnutzungskampf: Dynamo-Angreifer Ransford Königsdörffer (2.v.l.) bearbeitet Hannovers Mittelfeldmann Gael Ondoua (l.).  © Picture Point/Gabor Krieg

Hannover präsentierte sich zum Ende hin etwas aufgeweckter, kam aber nicht durch.

Schmidt nahm zur Pause den insgesamt unauffälligen Drchal runter, brachte Morris Schröter. Der ging ins rechte Mittelfeld, Ransford Königsdörffer dafür in den Sturm. Besserung in der Abteilung Attacke brachte das aber nicht. Es blieb wie in Hälfte eins.

Hinten drin stand Dynamo mit dem souveränen Stark bombensicher, aber nach vorn war es zerfahren. Dresden hatte seine Umschaltmomente, spielte die aber einfach zu schlampig aus.

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Hannover agierte im Angriff aber keinen Deut besser, was unterm Strich hieß: Spektakulär war das Geschehen in einem reinen Kampfspiel in der HDI-Arena nicht, was eine Szene unterstrich.

Hannovers Sebastian Stolze (74.) lief allein auf Broll zu, legte sich die Kugel in Höhe des Elfmeterpunktes so weit vor, dass sie ins Aus trudelte.

Die Dynamo-Hoffnung bestand darin, dass der Gastgeber beim 3:0 im DFB-Pokal am Mittwoch gegen Borussia Mönchengladbach Körner gelassen hat, die aufs Ende hin fehlen könnten. Doch weit gefehlt, Hannover war die Mannschaft, die zum Schluss den Sieg wollte. Als Akoto 96-Stürmer Beier (82.) in die Hacken trat, zeigte Schiri Robert Kampka auf den Punkt. VAR-Mann Patrick Hanslbauer kippte die Entscheidung, was geschlagene drei Minuten dauerte. Das Foul war außerhalb. Glück für Dynamo, allerdings flog Akoto (85.) mit Gelb-Rot runter. Zur Ergebnissicherung brachte Schmidt Guram Giorbelidze für Schröter (87.).

Die letzten Minuten waren daher eine Abwehrschlacht, die Dresden unbeschadet überstand.

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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