Beschleunigtes Verfahren nach Dynamo-Randale! 34-Jähriger soll Polizisten zwei Wochen dienstunfähig getreten haben

Dresden - Die Aufarbeitung geht weiter! Nach den Ausschreitungen am Rande des 4:0-Erfolges der SG Dynamo Dresden gegen Türkgücü München kam es am 16. Mai zu Auseinandersetzungen zwischen Gewaltbereiten und der Polizei. Nun hat die Dresdner Staatsanwaltschaft gegen einen Randalierer einen Antrag im beschleunigten Verfahren gestellt.

Beim Spiel gegen Türkgücü kam es zum Aufeinandertreffen von Polizei und teils gewaltbereiten Randalierern.
Beim Spiel gegen Türkgücü kam es zum Aufeinandertreffen von Polizei und teils gewaltbereiten Randalierern.  © DPA / Sebastian Kahnert

Das meldete die Staatsanwaltschaft Dresden am Dienstagvormittag.

So soll der 34-Jährige drei Beamte tätlich angegriffen haben. Einen davon habe er dabei verletzt.

Der Antrag ging nun entsprechend am Dresdner Amtsgericht ein. Dem Mann wird ein tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung vorgeworfen.

Hinzu kommen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte in drei sowie versuchte Körperverletzung in zwei Fällen.

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Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilt, habe sich an besagtem Nachmittag gegen 15.15 Uhr die etwa 500 Mann große Gruppe von der Hauptallee im Großen Garten parallel zur Lennéstraße in Richtung des ehemaligen Trainingsgeländes der Dynamos bewegt.

Etwa eine Viertelstunde später kam es dann zur Auseinandersetzung mit dem beschuldigten Deutschen und der Polizei.

Beschuldigter soll dem Polizisten aus vollem Lauf in den Rücken gesprungen sein

Polizisten tragen einen Kollegen weg. Bei Ausschreitungen gab es über 200 Verletzte.
Polizisten tragen einen Kollegen weg. Bei Ausschreitungen gab es über 200 Verletzte.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

So soll er "im Bereich der Umzäunung des alten Trainingsgeländes hinter der Torwirtschaft", so die Staatsanwaltschaft, "aus vollem Lauf kommend, wuchtig und ohne rechtfertigenden Grund unvermittelt einen Polizeibeamten mit dem rechten Fuß in dessen Rücken getreten" haben.

Dieser wiederum ging zu Boden und trug Verletzungen davon.

Wegen einer Verstauchung der Halswirbelsäule sowie einer Prellung des Brustkorbs fiel er in den kommenden zwei Wochen aufgrund starker Schmerzen im Dienst aus, heißt es.

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Der 34-jährige Beschuldigte wurde nach dem Angriff direkt festgenommen. Der Festnahme soll er sich dann gewalttätig versucht haben zu widersetzen. So trat er nach den Beamten und soll Kopfstöße an die Helme der Ordnungshüter ausgeteilt haben.

Glücklicherweise wurde dabei keiner verletzt.

Dynamo-Aufstiegsspiel beschäftigt Polizei und Staatsanwaltschaft seit über einem Monat

Sachsens Innenminister Roland Wöller (50, CDU) war auf den fingierten Fahndungsplakaten zu sehen.
Sachsens Innenminister Roland Wöller (50, CDU) war auf den fingierten Fahndungsplakaten zu sehen.  © Matthias Rietschel/dpa-Zentralbild/dpa

Die Ausschreitungen am Rande des Aufstiegsspiels sorgen indes beinahe täglich für Schlagzeilen.

Während die Polizei nach insgesamt 20 Personen fahndet, haben sich inzwischen mindestens acht Personen gestellt.

Am Wochenende platzierten dann Unbekannte gefälschte Fahndungsplakate um das Stadion. Diese zeigen unter anderem Sachsens Innenminister Roland Wöller (50, CDU) auf einem Foto, wie er sich mit Polizeibeamten dem "Dynamolandfriedensbruch" an besagtem Nachmittag strafbar gemacht habe.

Im hiesigen Fall des beschleunigten Verfahrens am Amtsgericht gegen den Beschuldigten steht indes auch der Termin zur Hauptverhandlung. So findet diese bereits am 21. Juli 2021 um 13 Uhr statt.

Titelfoto: DPA / Sebastian Kahnert

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