Bestandsaufnahme bei Dynamo: Was läuft aktuell gut und was läuft schlecht?

Dresden - Für die Optimisten ist das Glas halb voll, für die Pessimisten halb leer. Die einen sehen die Entwicklung von Dynamo Dresden nach zehn Spieltagen positiv, für andere gehen die Schritte in die falsche Richtung. Erstaunlich ist, dass es bei den Meinungen keine Grautöne mehr gibt. Es ist Schwarz oder Weiß - dabei liegt die Wahrheit in der Mitte. TAG24 klärt, was bei der SGD gut läuft und was nicht.

Bei Dynamo Dresden sieht es zumindest punktemäßig in letzter Zeit sehr gut aus, es gibt aber auch einige Kritikpunkte bei der SGD.
Bei Dynamo Dresden sieht es zumindest punktemäßig in letzter Zeit sehr gut aus, es gibt aber auch einige Kritikpunkte bei der SGD.  © Lutz Hentschel

Positive Fakten

Dresden liegt nach zehn Spieltagen mit 17 Punkten im Soll. Zum Vergleich: In der Aufstiegssaison 2020/21 waren es zum gleichen Zeitpunkt 16.

Der Rückstand auf Spitzenreiter 1860 München liegt bei sechs Zählern, auf den Zweiten Elversberg sind es fünf. Es ist also alles noch machbar.

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Dynamo ist seit nunmehr fünf Spielen ohne Niederlage - drei Siege, zwei Remis. Die SGD bekam in diesem Zeitraum elf Zähler gut geschrieben. Kein anderer Drittligist holte mehr. Punktemäßig stimmt die Richtung also durchaus.

In den fünf Spielen gab es nur zwei Gegentore - jeweils beim 1:1 gegen Ingolstadt und in Bayreuth am vergangenen Samstag. Die drei Siege in Aue (1:0), Dortmund II. (3:0) und in Duisburg (1:0) gelangen zu null.

Zwar war das eine oder andere Mal auch Glück dabei, aber insgesamt stimmt die Abwehrarbeit. In den ersten fünf Partien gab es noch neun Gegentreffer.

Dynamo Dresden muss mehr Torgefahr versprühen und die Chaoten in den Griff bekommen

Beim Auswärtsspiel in Bayreuth sorgten mal wieder einige wenige Chaoten unter den Dynamo-Fans für Krawall.
Beim Auswärtsspiel in Bayreuth sorgten mal wieder einige wenige Chaoten unter den Dynamo-Fans für Krawall.  © Marcus Foerster/Eibner-Pressefoto /dpa

Negative Fakten

Bei aller an den Tag gelegten Zweckmäßigkeit fehlt das spielerische Element. Bleiben wir bei den letzten fünf Spielen: Zwar gelang immer ein Tor, aber nur gegen Dortmund mehr als eins. Das ist deutlich zu wenig.

Es findet sich derzeit keiner, der dauerhaft Akzente setzt. Das Spielsystem ist zu passiv ausgelegt, zu sehr auf die Abwehrarbeit ausgerichtet. Das mag für den Augenblick richtig sein, auf Dauer wird es aber nicht reichen. Dresden muss mehr Torgefahr versprühen.

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Der Mannschaft fehlt die Emotionalität. Sie reißt mit ihren bisher gezeigten Leistungen keinen mit. Der Funke springt nicht über. Die Spielweise wirkt steril, die Fans sind mit dem Team noch nicht warm geworden.

Und nun zu den Fans oder besser zu einigen wenigen: Mit den Ausschreitungen in Aue und jetzt in Bayreuth tun sie dem Verein keinen gefallen. Vereinzelte Chaoten sorgen dafür, das in der ganzen Republik negativ über Dynamo gesprochen und geschrieben wird. Die wirklichen Fans wenden sich mehr und mehr ab und schämen sich, auch weil hier die Identität verloren geht.

Da muss der Verein aufpassen, dass ihm das nicht entgleitet. Sonst schafft er sich ab und der jetzt schon bemerkbare Zuschauerschwund setzt sich weiter fort. Wer will schon mit Chaoten in Verbindung gebracht werden?

Titelfoto: Lutz Hentschel

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