Capretti-Debüt misslingt: Dynamo verliert trotz früher Führung

Bremen - Ein überragender Jiri Pavlenka im Werder-Tor und eine unglückliche Aktion vor dem zweiten Gegentor verhinderte einen Top-Einstand von Guerino Capretti als Dynamo-Coach. Vor 25.000 Zuschauern verlor Dresden mit 1:2 (1:2) bei Spitzenreiter Bremen.

Ransford-Yeboah Königsdörffer (r.) jubelt über seinen ersten Treffer in der Rückrunde.
Ransford-Yeboah Königsdörffer (r.) jubelt über seinen ersten Treffer in der Rückrunde.  © Carmen Jaspersen/dpa

Dresden enttäuschte nicht, im Gegenteil. Auf der Leistung muss die SGD aufbauen. Allerdings müssen nun endlich Punkte her, die Schwarz-Gelben sind nun 16.!

Überraschung vor dem Spiel: Debütant Guerino Capretti stellte Tim Knipping in die Innenverteidigung - Startelf-Comeback nach seinem Kreuzbandriss Ende August.

Kevin Ehlers musste dafür weichen. Sebastian Mai nahm wie erwartet die Position des gesperrten Yannick Stark ein. Morris Schröter rutschte noch in die erste Elf, für ihn musste Patrick Weihrauch auf die Bank.

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Aktiv sein - das wollte Capretti in Bremen. Seine Mannschaft beherzigte das. Sie spielte, sie war mutig. 1. Minute, erste Ecke. Oliver Batista Meier brachte diese herein, Kapitän Michael Sollbauer köpfte und zwang Jiri Pavlenka zu einer Glanztat.

2. Minute, zweite Ecke: Wieder Batista Meier, diesmal verlängerte Knipping per Kopf, Ransford Königsdörffer hielt den Oberschenkel hin - 1:0 Dynamo!

Verrückt! 180 Sekunden später hätte Mai nachlegen können. Morris Schröter legte einen Ball kurz hinter die Strafraumkante, Mai zog ab, wieder musste Pavlenka alles zeigen. Bremen wurde Stück für Stück aktiver, schüttelte den Schock ab.

Nach etwas mehr als einer Viertelstunde ging es schlichtweg zu schnell für die ganz in Schwarz spielenden Sachsen: Anthony Jung spielte das Leder scharf in den Strafraum zu Niclas Füllkrug, der ließ zu Marvin Ducksch prallen, bekam die Kugel sofort wieder, nahm sie an und donnerte sie in die Maschen - 1:1 (16.), das war fast nicht zu verteidigen.

Die Start-Aufstellung von Dynamo Dresden

Die Start-Aufstellung von Werder Bremen

Werders erfolgreiches Sturmduo Marvin Ducksch (r.) und Niclas Füllkrug feiern dessen 2:1.
Werders erfolgreiches Sturmduo Marvin Ducksch (r.) und Niclas Füllkrug feiern dessen 2:1.  © Carmen Jaspersen/dpa

Natürlich: Bremen war besser, spielte teilweise tollen Fußball. Aber Dynamo war da, verteidigte gut, hatte aber auch seine Phasen nach vorn. Das war frech, das war erfrischend.

Wie nach 41 Minuten: Schröter war auf und davon, sein Zuspiel nahm Königsdörffer direkt, Pavlenka hielt stark mit dem Fuß. Bremens Keeper hatte deutlich mehr zu tun als Anton Mitryushkin, der allerdings gleich danach hinter sich greifen musste und was war bitter: Bremen bekam einen Einwurf, den hätte Dresden bekommen müssen.

Danach flankte Christian Groß, Füllkrug (45.) köpfte völlig frei ein. Da es sich bei der Fehlentscheidung um einen ruhenden Ball handelte, konnte der VAR auch nicht eingreifen - selbiges geht auch bei einer Ecke nicht.

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Mit dem Anpfiff schlug Dynamo fast zurück. Nach Schröter-Flanke köpfte Julius Kade, aber erneut war Teufelskerl Pavlenka da, lenkte die Kugel an die Latte. Die zweite Hälfte hatte nicht mehr das Tempo der ersten. Dynamo war bemüht, lief gegen abgezockte Bremer immer wieder an, kam aber nicht durch. Werder war spielbstimmend, konnte sich aber auch selten gute Möglichkeiten erspielen.

Die beste bis in die Schlussphase hinein hatte einmal mehr Königsdörffer (59.), der nach einer feinen Einzelaktion frei durch war, aber erneut am SVW-Keeper scheiterte - es war Pavlenkas fünfte überaus starke Parade! Da Dynamo dann etwas der Saft ausging, musste er kein weiteres Mal eingreifen.

Am Ende nutzte Königsdörffers Tor nicht. Dynamo unterliegt Bremen.
Am Ende nutzte Königsdörffers Tor nicht. Dynamo unterliegt Bremen.  © Carmen Jaspersen/dpa

Titelfoto: Carmen Jaspersen/dpa

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