Der Dynamo-Trainer mit dem Instagram-Account: "Ich will nicht auf Distanz gehen!"

Dresden - "Hey, hier kommt Alex!" Der Song der Toten Hosen ist 33 Jahre alt und ist einer der Lieblingslieder von Trainer Alexander Schmidt. Er ist "Hosen"-Fan, schon das unterscheidet ihn von vielen seiner Kollegen. Doch der 52-Jährige hat sogar einen Instagram-Account, was sehr ungewöhnlich ist. Auch darüber hat sich TAG24 mit Schmidt am letzten Tag im Camp in Heilbad Heiligenstadt unterhalten.

Trainer Alexander Schmidt (52) gibt sich auch volksnah, klatscht hier mit den Fans ab.
Trainer Alexander Schmidt (52) gibt sich auch volksnah, klatscht hier mit den Fans ab.  © Lutz Hentschel

TAG24: Herr Schmidt, Sie sagten neulich, "Hier kommt Alex" ist so etwas wie Ihre persönliche Hymne. Warum wird das Zweitliga-Comeback für Dynamo keine Horrorshow?

Schmidt: "Ja, cool. Die Toten Hosen finde ich grundsätzlich gut. Warum es keine Horrorshow wird? Ich kann jetzt keine großen Reden schwingen und sagen, das wird so und so. Ich habe einfach ein gutes Gefühl. Die Mannschaft ist sehr willig, jung, dynamisch, die nimmt alles an. Das ist jetzt nicht so eine arrogante Truppe, die meint, sie kann alles, weiß alles. Wir sind im Trainerteam extrem ehrgeizig, wollen etwas erreichen, die Fans mitnehmen, wollen uns nicht verstecken. Wir wollen die Aufstiegseuphorie mitnehmen. Mit der Euphorie und Power können wir etwas erreichen."

TAG24: Euphorie und Power - reicht das?

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Schmidt: "Nein. Wir dürfen uns nicht auseinanderbringen lassen, wenn es mal nicht so läuft und dann alles umschmeißen. Ich glaube, dass die Mannschaft von der DNA her ein Team ist, das sich nicht versteckt. Das müssen wir geschickt hinbekommen, wenn kritischere Phasen kommen und zusammenhalten. Dann dürfen wir nicht geschlossen ins Verderben rennen."

Dynamo-Coach Alexander Schmidt beim Gespräch mit TAG24: Mal zeigte er sich überlegend, mal erklärend, mal skeptisch, aber auch lächelnd.
Dynamo-Coach Alexander Schmidt beim Gespräch mit TAG24: Mal zeigte er sich überlegend, mal erklärend, mal skeptisch, aber auch lächelnd.  © Lutz Hentschel

Alexander Schmidt zu seinem Instagram-Konto: "Grundsätzlich habe ich nichts zu verbergen"

Locker, gelöst, nicht kamerascheu - Coach Alexander Schmidt im Freibad.
Locker, gelöst, nicht kamerascheu - Coach Alexander Schmidt im Freibad.  © Lutz Hentschel

TAG24: In der Vorbereitung des Gesprächs haben wir festgestellt, dass Sie einer der ganz wenigen Profitrainer sind, der einen Instagram-Account hat, wo Sie auch Privates teilen. Warum?

Schmidt: "Ehrlich, ist das so? Ich habe kein Problem damit, ich bin ein offener Typ. Natürlich kann ich nicht nach jedem Spiel 500 Fragen der Fans beantworten, das geht nicht. Aber grundsätzlich habe ich nichts zu verbergen. So sehe ich mich halt. Ich freue mich einfach auf den guten Kontakt mit den Fans. Ich habe nix, wo ich sage, ich will da auf Distanz. Sollten mich mal 20 Fans auf Instagram beschimpfen, dann antworte ich halt nicht. Aber sonst bin ich da offen."

TAG24: Ihre Offenheit strahlt auf das gesamte Team, auf den Verein aus. Sehen Sie das genauso?

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Schmidt: "Weiß ich nicht. Ich bin hier vom Verein und den Fans gut aufgenommen worden. Da lasse ich mich auch nicht von dem Weg abbringen."

TAG24: Sie wirken aber genau damit als Menschenfänger. Ist das Ihre Philosophie im Umgang mit den Spielern?

Schmidt: "Die Offenheit und Lockerheit kommt von daher, dass es die Mannschaft so gut umsetzt. Dass sie so willig ist und ihren Job erledigt. Wenn sie ihn nicht erledigt, kann ich nicht mehr so locker sein. Aber was soll ich ihnen sagen? Ich erkläre ihnen: 'Passt auf Männer, wir marschieren.' Dann gehen sie raus und marschieren, hauen ihr Herz rein. Vom Grundcharakter her ist es geil, mit ihnen zu arbeiten."

Titelfoto: Lutz Hentschel

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