Derby-Time in Zwickau! Was spricht für Dynamo, was für den FSV?

Zwickau - Im Hinspiel im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion hatte der FSV Zwickau mit 2:1 knapp die Nase vorn. Beide Teams standen danach tabellarisch auf Augenhöhe. Seither haben sich die Wege getrennt. Die SGD strebt dem sofortigen Wiederaufstieg entgegen, Zwickau steht im sicheren Mittelfeld. TAG24 checkt, was spricht für einen erneuten Zwickauer Derbysieg und was dagegen. Und was spricht für die Schwarz-Gelben?

Was spricht für Dynamo?

Am 9. Januar 2020 kickte Dresden letztmals in Zwickau, damals noch als Zweitligist in einem Testspiel. Die SGD gewann 1:0.
Am 9. Januar 2020 kickte Dresden letztmals in Zwickau, damals noch als Zweitligist in einem Testspiel. Die SGD gewann 1:0.  © Picture Point / Roger Petzsche

Tabelle: Dynamo ist Spitzenreiter, muss sich vor keinem Team der Liga fürchten - auch vor Zwickau nicht. Spielerisch gibt es kaum ein besseres Team.

Dresden fährt mit zwei Siegen im Rücken nach Westsachsen, gewann in Magdeburg 1:0 und daheim gegen Lübeck 3:1 und hat zudem eine positive Bilanz auf fremden Plätzen, ist das beste Auswärtsteam: Sieben Siegen stehen fünf Niederlagen gegenüber.

Angriff: Das Duo Philipp Hosiner (8 Tore/6 Vorlagen) und Christoph Daferner (7/6) haben zusammen 27 Scorerpunkte auf dem Konto - und das bei 38 Dynamo-Treffern.

Das ist eine starke Quote. Beide sind schwer ausrechenbar, weil sie weite Wege gehen und nicht nur in der Box festkleben. Dazu hat Dresden mit Heinz Mörschel noch einen starken Offensivmann im Januar dazu gewonnen.

Jugend: Gerade die jungen Wilden wirbelten gegen Lübeck. Die Unbekümmertheit müssen sich die Spieler beibehalten, Ball und Gegner wieder so toll laufen lassen.

Was spricht gegen die SGD?

Philipp Hosiner ist einer von wenigen Startelf-Dynamos aus dem Hinspiel, der auch am Samstag in Zwickau von Beginn an starten könnte.
Philipp Hosiner ist einer von wenigen Startelf-Dynamos aus dem Hinspiel, der auch am Samstag in Zwickau von Beginn an starten könnte.  © Picture Point / Gabor Krieg

Personal: Von der Startelf im Hinspiel bleiben heute vier Mann übrig - Kevin Broll, Tim Knipping, Paul Will und Hosiner.

Die erfahrenen Spieler um Sebastian Mai und Yannick Stark sind gesperrt oder schwer verletzt. Bisher konnte das Trainer Markus Kauczinski gut auffangen, dem Team in den letzten vier Monaten ein neues Gesicht geben.

Aber gerade die Ruhe der Alten fehlt.

Hinspiel: Am 20. Oktober ließ sich Dresden nach einem frühen 1:0 überraschen und lag schon zur Pause 1:2 hinten.

Die Partie könnte nachwirken. Natürlich wäre es keine Blamage, in Zwickau zu verlieren. Aber die Angst davor könnte da sein.

Was spricht für den FSV Zwickau?

Die Elf von FSV-Trainer Joe Enochs (links) kommt am liebsten über Kampf und Einsatzbereitschaft.
Die Elf von FSV-Trainer Joe Enochs (links) kommt am liebsten über Kampf und Einsatzbereitschaft.  © Picture Point / Gabor Krieg

Spielweise: Die Enochs-Elf kommt über Mentalität und Einsatzbereitschaft. Sie hat die 3. Liga verinnerlicht, weiß, dass die Spitzenteams von der Spielstärke her definitiv eine andere Kragenweite sind. Aber mit spielerischem Firlefanz ist diesem robusten Team schwer beizukommen.

Routine: Seit dem Aufstieg 2016 hat sich ein stabiles Gerüst entwickelt, das, angefangen bei Torhüter Johannes Brinkies weiter über Abwehrchef Davy Frick, Mittelfeldspieler wie Morris Schröter oder Mike Könnecke bis hin zu Angreifer Ronny König geballte Erfahrung einbringt.

Mit durchschnittlich 77,84 Drittliga-Einsätzen pro Spieler verfügt Zwickau von allen 20 Drittligisten nach Rostock (82,61) über die zweitmeiste Routine.

Form: Die Hälfte von bisher acht Saisonsiegen wurde seit dem Jahreswechsel eingefahren. Von den letzten fünf Spielen wurden drei gewonnen. Zugutekommt dabei die geringe Anzahl an verletzten Spielern.

Systemfrage: Joe Enochs hielt lange an der Dreierkette fest, stellte sein favorisiertes System aber nach der Corona-Quarantäne im Dezember um und es stellte sich der Erfolg ein.

Was spricht gegen den FSV?

Zwickau ist nicht gerade eine Heimmacht. Immerhin gelangen daheim wichtige Siege gegen Keller-Konkurrenten wie Lübeck und Duisburg. Hier erzielt Morris Schröter ein Tor für den FSV gegen den MSV.
Zwickau ist nicht gerade eine Heimmacht. Immerhin gelangen daheim wichtige Siege gegen Keller-Konkurrenten wie Lübeck und Duisburg. Hier erzielt Morris Schröter ein Tor für den FSV gegen den MSV.  © Picture Point / Gabor Krieg

Vorbereitung: Suboptimal trifft den Ablauf der letzten anderthalb Wochen ganz gut. Das Auswärtsspiel gegen Uerdingen wurde am Anreisetag abgesagt, Saarbrücken gar erst reichlich zwei Stunden vor Anpfiff wodurch zwei Trainingstage flöten gingen.

Heimbilanz: 3-2-7 ist kein Spielsystem unter Einbeziehung des zwölften Mannes, sondern die diesjährige Heimbilanz.

Nur drei Siege sind zu wenig für eigentlich zuhause starke Zwickauer.

Keine Frage: Ohne die Unterstützung von den Rängen tut man sich sehr schwer.

Titelfoto: Picture Point / Roger Petzsche

Mehr zum Thema Dynamo Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0