Die schwarze Serie von Dynamo: 14 verletzte Profis in elf Monaten

Dresden - Als wäre eine schwarze Katze von links aus über den Weg gelaufen, als wäre ein Spiegel zerbrochen oder als würden die Dynamos täglich mit dem linken Fuß zuerst aus dem Bett steigen. All das soll Pech bringen. Und das hat Dresden mit schweren Verletzungen. Was am 20. Oktober 2020 mit dem kaputten Knie von Chris Löwe (32) begann, zieht sich wie ein roter Faden durch die vergangenen elf Monate.

Diese Dynamik von Panagiotis Vlachodimos (29) werden die Dynamo-Fans lange nicht sehen. Er zog sich in Darmstadt einen Kreuzbandriss im linken Knie zu.
Diese Dynamik von Panagiotis Vlachodimos (29) werden die Dynamo-Fans lange nicht sehen. Er zog sich in Darmstadt einen Kreuzbandriss im linken Knie zu.  © Lutz Hentschel

14 Verletzte in nicht einmal einem Jahr, zwei davon mehrfach: Schon im Vorjahr war es krass.

Sebastian Mai (27), Patrick Weihrauch (27, er spielte am 19. Dezember letztmals überhaupt für Dynamo), Robin Becker (24), Marco Hartmann (33), Yannick Stark (30) und Patrick Wiegers (31) fielen neben Löwe nach unterschiedlichen Verletzungen an Knie, Fuß und Schulter für Wochen oder gar Monate aus.

Das war vor der Zeit von Trainer Alexander Schmidt (52). Es wurde unter ihm nicht besser: wieder Mai, Ransford Königsdörffer (20), erneut Weihrauch, Agyemang Diawusie (23), Kevin Ehlers (20), Luca Herrmann (22), Brandon Borrello (26), Tim Knipping (28) und am Sonntag Panagiotis Vlachodimos (29).

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Doch trotz dieser schwarzen Serie hat Dynamo erst den Aufstieg geschafft und ist dann super in die neue Saison gestartet. Erst Knippings Verletzung bremste den Höhenflug.

Nun verlangt Schmidt eine aggressive Spielweise, in den Partien und auch im Training. Vollgas ist das Motto. Liegt es vielleicht daran?

Endlich wieder Training am Ball: Kevin Ehlers (20) musste drei Monate pausieren.
Endlich wieder Training am Ball: Kevin Ehlers (20) musste drei Monate pausieren.  © imago images/Dennis Hetzschold

Keine Überlastung, keine Müdigkeit, Dynamos Ausfälle sind einfach nur Pech!

Brandon Borrello (26, l.) und Tim Knipping (28) sind nur zwei Beispiele für die vielen unglücklichen Verletzungen im Dynamo-Kader.
Brandon Borrello (26, l.) und Tim Knipping (28) sind nur zwei Beispiele für die vielen unglücklichen Verletzungen im Dynamo-Kader.  © Lutz Hentschel (2)

Das wurde Schmidt schon vor dem Aus von Vlachodimos gefragt. "Natürlich birgt das eine Gefahr", räumte der Trainer ein. Er sieht aber keinen direkten Zusammenhang.

"Wenn in jedem Training eine Muskelverletzung passieren würde, müssten wir uns hinterfragen. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass wir nach der ersten Woche in der Vorbereitung noch eine hatten", so Schmidt. Damals hatte es gleich vier Mann erwischt.

Alle anderen Verletzungen sind für ihn äußerst unglücklich passiert. Knipping knickte in Rostock bei einer Grätsche komisch weg, Borrello bekam im Training einen Tritt auf den Fuß, Vlachodimos blieb bei einer Drehung im Zweikampf im Rasen hängen. Das ist für Schmidt einfach nur das besagte Pech. Keine Überlastung, keine Müdigkeit, Pech!

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Er hofft, dass damit nun Schluss ist. Gegen Bremen muss der 52-Jährige neben all den Verletzten noch auf den gesperrten Julius Kade (22) verzichten. Dafür steht Robin Becker (24) wieder bereit. Auch Luca Herrmann dürfte nach seiner Kniestauchung wieder bei 100 Prozent sein.

Und: Kevin Ehlers ist endlich auf dem Trainingsplatz zurück, trainierte in dieser Woche erstmals seit Ende Juni wieder mit der Mannschaft. Ein Lichtblick!

Titelfoto: Lutz Hentschel

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