Dritte Dynamo-Pleite in den letzten vier Spielen - jeweils mit einem Tor Unterschied

Dresden - "Erst einmal Glückwunsch an den 1. FC Saarbrücken zum Erfolg!" Mit einem derartigen Satz begann Dynamo Dresdens Trainer Markus Kauczinski nun schon zum vierten Mal in dieser Saison eine Pressekonferenz nach einem Punktspiel. 

Dynamo-Keeper Kevin Broll (l.) streckte sich nach dem Kopfball von Nicklas Shipnoski (2.v.l) vergeblich.
Dynamo-Keeper Kevin Broll (l.) streckte sich nach dem Kopfball von Nicklas Shipnoski (2.v.l) vergeblich.  © imago images/Jan Hübner

Nur die Städtenamen waren freilich andere. München, Zwickau und Ingolstadt hießen die davor. Und: Es war die dritte Pleite in den letzten vier Partien. Die Gratulationen werden zur Gewohnheit.

Das bekräftigt zwei Thesen: In dieser 3. Liga geht es eng zu. Nuancen entscheiden die Begegnungen meistens. Das war auch in Saarbrücken so. 

Statt selbst 2:1 in Führung zu gehen, was durch Agyemang Diawusie (77.) eigentlich ein Muss war, bekam Dynamo in der Nachspielzeit durch das Hackentor von Sebastian Jacob den späten Knockout. 

"Ein Tor, das höllisch wehtut, weil du nicht mehr reagieren kannst", so ein sichtlich enttäuschter Kauczinski.

Der späte Gegentreffer war vom Zeitpunkt her natürlich auch Pech. Eine weitere weitverbreitete These lautet: Glück muss man sich erarbeiten und das macht Dynamo in dieser Phase der Saison nicht mit aller Macht. 

Die Saarländer waren ein Gegner, der sich nicht hinten reinstellte, sondern mitspielte. Die Räume waren also da. Die wurden bei der Führung durch Christoph Daferner einmal sensationell ausgenutzt. 

Dynamo-Trainer Markus Kauczinski (l.) musste auch seinem Kollegen Lukas Kwasniok nach dem Spiel gratulieren.
Dynamo-Trainer Markus Kauczinski (l.) musste auch seinem Kollegen Lukas Kwasniok nach dem Spiel gratulieren.  © imago images/Jan Hübner

Dynamo Dresden fehlt das Tempo und scheut das Risiko in der Offensive!

Der Nackenschlag in der Nachspielzeit: Sebastian Jacob (M.) trifft zum 2:1 für Saarbrücken.
Der Nackenschlag in der Nachspielzeit: Sebastian Jacob (M.) trifft zum 2:1 für Saarbrücken.  © imago images/Jan Hübner

Es war aber eben nur das eine Mal. Diawusies Brett entsprang einem Abwehrfehler des 1. FCS. Zwei Chancen in 90 Minuten sind einfach zu wenig, viel zu wenig.

"Im Spiel mit Ball waren wir zu schwach, haben immer wieder nach hinten gespielt, zu lange gebraucht, um gefährlich zu werden. Wir hätten Möglichkeiten gehabt, in die Tiefe zu spielen - wie vorm Tor. Da gab es mehrere Situationen, unsere Stärken auszuspielen. Das haben wir nicht getan", analysierte Kauczinski richtig. 

Dazu kam noch, dass Dresden in den entscheidenden Situationen vor den Gegentoren keinen Zugriff hatte. Dass Nicklas Shipnoski beim 1:1 so frei einköpfen konnte, darf auch in der 3. Liga nicht sein.

Die Passivität im Dynamo-Spiel ist/war das Grundproblem. Das Tempo ist selten so hoch, dass der Gegner nicht folgen kann. Dynamo scheut das Risiko im Vorwärtsgang, das schnelle überraschende Spiel. Die Spieler dazu hat die SGD, ihnen fehlt aber der Mut.

Jetzt kommen die Münchner Löwen, die Halle mit 6:1 abfertigten. Danach geht es nach Rostock. Will Kauczinski seinen Kollegen Michael Köllner und Jens Härtel nicht auch nach den Begegnungen gratulieren, muss dringend etwas passieren in Sachen Spielweise und Selbstvertrauen.

Titelfoto: imago images/Jan Hübner

Mehr zum Thema Dynamo Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0