Drittliga-Aufstiegskandidaten: Dynamo Dresden ist der Top-Favorit!

Deutschland - Am Freitag (17.45 Uhr) geht die neue Saison in der 3. Liga direkt mit einem Kracher los! Der 1. FC Kaiserslautern empfängt Top-Favorit Dynamo Dresden. Doch wer sind die anderen möglichen Kandidaten für einen Aufstieg? Alles dazu in der TAG24-Vorschau.

Christoph Daferner (r.), Yannick Stark (M.) und Sebastian Mai trafen allesamt für Dynamo Dresden gegen den HSV. Die SGD verfügt in der Spitze und Breite über den Drittliga-Kader, der am besten besetzt ist.
Christoph Daferner (r.), Yannick Stark (M.) und Sebastian Mai trafen allesamt für Dynamo Dresden gegen den HSV. Die SGD verfügt in der Spitze und Breite über den Drittliga-Kader, der am besten besetzt ist.  © Lutz Hentschel

Dass der Weg zur Meisterschaft nur über die SGD führen kann, wurde spätestens am vergangenen Montag deutlich, als Dresden in einem begeisternden DFB-Pokalspiel den Hamburger SV mit 4:1 demontierte. Nicht nur die Höhe des Sieges, sondern vor allem die Art und Weise machten deutlich, was in dieser klug zusammengestellten Mannschaft von Trainer Markus Kauczinski steckt.

Mit Kapitän Sebastian Mai geht ein gebürtiger Dresdner voran, dirigiert seine Mitspieler lautstark, reißt sie mit, pusht sie und sorgt mit seiner Kopfballstärke und Zweikampfhärte für Ordnung in der Abwehr. Darüber hinaus ist er bei Standards eine große Gefahr für das gegnerische Tor. 

Er, Keeper Kevin Broll, Mittelfeldlenker Yannick Stark, der trickreiche Linksaußen Panagiotis Vlachodimos, der Premier-League-erfahrene Linksverteidiger Chris Löwe und der kampfstarke Defensivmann Robin Becker bilden eine starke Achse, um die herum sich viele weitere veranlagte Spieler tummeln. Dynamo ist also entsprechend auch in der Breite exzellent besetzt.

Gegen den HSV agierte man als verschworene, kampf- und laufstarke Einheit, die aber selbst auch immer wieder für spielerische Highlights sorgte. In der Liga wird die SGD oft die Initiative übernehmen müssen, weil die individuell schwächer besetzten Gegner tief stehen werden, um die Dynamo-Power zu bremsen. 

Die Dresdner sind nämlich die einzige Truppe, die sich in dieser ausgeglichenen Spielklasse erkennbar abhebt. Ob das über eine gesamte und lange Saison auch auf dem Rasen zu sehen sein wird, muss man zwar abwarten, doch der erste Pflichtspiel-Auftritt war äußerst vielversprechend! 

FC Viktoria Köln rüstet mit Marcel Risse-, FC Ingolstadt 04 mit Marc Stendera auf

Der Königstransfer aller Drittligisten: Marcel Risse wechselte im Alter von 30 Jahren und mit 176 Bundesliga- sowie 64 Zweitliga-Spielen im Gepäck vom 1. FC Köln auf Leihbasis zum FC Viktoria Köln.
Der Königstransfer aller Drittligisten: Marcel Risse wechselte im Alter von 30 Jahren und mit 176 Bundesliga- sowie 64 Zweitliga-Spielen im Gepäck vom 1. FC Köln auf Leihbasis zum FC Viktoria Köln.  © Jonas Güttler/dpa

Hinter Dynamo hat sich eine Reihe von Teams auf Augenhöhe in Stellung gebracht. Hier heben sich zwei Mannschaften leicht von den anderen ab. 

Dem FC Viktoria Köln gelang nämlich ein echter Transfercoup. Vom Stadtrivalen 1. FC Köln wurde der Mittelfeldmann Marcel Risse ausgeliehen. 

Er, der herausragende Kapitän und zentrale Mittelfeldlenker Mike Wunderlich, die torgefährliche "Kampfsau" René Klingenburg, Goalgetter Albert Bunjaku, der wuchtige Timmy Thiele als sein Back-up und der Bundesliga-erprobte Keeper Sebastian Mielitz verfügen allesamt über sehr viel Qualität.

Allerdings muss sich erst noch zeigen, ob die Defensive des Teams von Trainer Pavel Dotchev allerhöchsten Drittliga-Ansprüchen genügt. Klar ist dennoch: Mit Viktoria muss man rechnen!

Gleiches gilt auch für den FC Ingolstadt 04, der den Zweitliga-Aufstieg in der nervenaufreibenden Relegation denkbar knapp verpasste. 

Fast alle Leistungsträger konnten gehalten werden. Dazu holte man mit Marc Stendera einen für diese Spielklasse überragenden zentralen Mittelfeldmann. 

MSV Duisburg und SV Wehen Wiesbaden haben mehrere Top-Leute im Kader

Kapitän Stefan Kutschke (M.), Flügelflitzer Maximilian Beister (l.) und der kampfstarke Mittelfeldmann Robin Krauße wollen mit Ingolstadt auch in der neuen Saison für Furore in der 3. Liga sorgen.
Kapitän Stefan Kutschke (M.), Flügelflitzer Maximilian Beister (l.) und der kampfstarke Mittelfeldmann Robin Krauße wollen mit Ingolstadt auch in der neuen Saison für Furore in der 3. Liga sorgen.  © Picture Point/Roger Petzsche

Stendera, Kapitän Stefan Kutschke, Torjäger Dennis Eckert Ayensa, Keeper Fabijan Buntic, Abwehrrecke Björn Paulsen, der kampfstarke Marcel Gaus und der pfeilschnelle Maximilian Beister stehen für hohe individuelle Klasse. Auch davon abgesehen ist der Kader in der Breite und Spitze gut besetzt, weshalb der FCI ebenfalls zu den Favoriten zählt.

Zum weiteren Kreis zählt der MSV Duisburg, der mit Leo Weinkauf einen sehr guten Schlussmann hat, über eine grundsolide Verteidigung und ein ebensolches Mittelfeld verfügt, dazu in der Offensive mit Kapitän Moritz Stoppelkamp und Vincent Vermeij gleich zwei Akteure hat, die genau wissen, wo das Tor steht und deren Zusammenspiel nachweislich exzellent funktioniert.

Mit dem engagierten Coach Torsten Lieberknecht an der Seitenlinie wird man die Zebras im Normalfall im oberen Tabellendrittel antreffen.

Das dürfte auch beim SV Wehen Wiesbaden der Fall sein, der zwar einige Leistungsträger verloren hat, aber mit dem Bundesliga-erfahrenen Stefan Aigner, dem pfeilschnellen und schussgewaltigen Gianluca Korte, Kapitän Sebastian Mrowca, Sturmkante Phillip Tietz, Dauerläufer Moritz Kuhn, Abwehrkante Sascha Mockenhaupt und Keeper Tim Boss noch immer über mehrere sehr starke Leute im Kader verfügt. 

Lässt sich die Truppe von Trainer Rüdiger Rehm vom Sieg im DFB-Pokal gegen den 1. FC Heidenheim (1:0) tragen und kommt in den Flow, ist ihr viel zuzutrauen.

TSV 1860 München und FC Hansa Rostock sind weitere Kandidaten für die Drittliga-Spitze

Markus Kolke zählt zu den besten Torhütern der 3. Liga und rettete dem FC Hansa Rostock schon so manchen Punkt.
Markus Kolke zählt zu den besten Torhütern der 3. Liga und rettete dem FC Hansa Rostock schon so manchen Punkt.  © picture point/Sven Sonntag

Den TSV 1860 München muss man ebenfalls auf dem Zettel haben. Angeführt von Kapitän Sascha Mölders über Sturmkollege Stefan Lex, Kämpfer Dennis Erdmann, die spielstarken Youngsters Erik Tallig und Dennis Dressel, den umsichtigen Daniel Wein, die sattelfeste Innenverteidigung um Stephan Salger und Quirin Moll und den guten Keeper Marco Hiller verfügen die Löwen über überdurchschnittliches Drittliga-Niveau.

Allerdings fehlt es in der Breite an Qualität. Verletzen dürfen sich die Leistungsträger daher nicht. Denn zu ersetzen dürften sie für die vielen hungrigen Akteure aus dem eigenen Nachwuchs nur bedingt sein. 

Bleiben alle fit, ist das Löwen-Team von Trainer Michael Köllner aber ein Aspirant für ganz oben.

Selbiges könnte auch für den FC Hansa Rostock gelten. Die Kogge verfügt mit Markus Kolke über einen der besten Keeper der 3. Liga, hat mit Julian Riedel einen umsichtigen Abwehrchef, mit Bentley Baxter Bahn einen torgefährlichen Mittelfeldmann, mit Lukas Scherff einen starken Linksaußen und mit Jan Löhmannsröben einen echten Zweikämpfer, der wie gemalt für diese Spielklasse ist. 

Doch im Angriff fehlt dem FCH ein echter Torjäger. Pascal Breier ist diese Rolle am ehesten zuzutrauen. Er hatte in den vergangenen Jahren allerdings immer wieder Probleme mit der Konstanz, weshalb es fraglich ist, ob er oder einer der anderen in diese Rolle schlüpfen kann. Gelingt Hansa aber die Verpflichtung eines überdurchschnittlichen Mittelstürmers, dann kann man von der Mannschaft von Trainer Jens Härtel einiges erwarten.

1. FC Magdeburg hofft auf Christian Beck; 1. FC Saarbrücken als Geheimfavorit

Magdeburgs Lebensversicherung Christian Beck (M.) hatte in der abgelaufenen Saison mit einigen Leistungstiefs zu kämpfen. Im DFB-Pokal zeigte er sich hingegen treffsicher wie eh und je. Mit seiner Form steht und fällt das FCM-Angriffsspiel.
Magdeburgs Lebensversicherung Christian Beck (M.) hatte in der abgelaufenen Saison mit einigen Leistungstiefs zu kämpfen. Im DFB-Pokal zeigte er sich hingegen treffsicher wie eh und je. Mit seiner Form steht und fällt das FCM-Angriffsspiel.  © Swen Pförtner/dpa

An guten Angreifern mangelt es dem 1. FC Magdeburg nicht. Mit Kapitän Christian Beck und dem flinken Sören Bertram auf dem Flügel verfügt man über gleich zwei Akteure, die regelmäßig treffen können.

In der abgelaufenen Saison hatten allerdings beide ihre Schwächephasen. Bekommen sie unter Coach Thomas Hoßmang mehr Konstanz in ihre Leistungen, zählt auch der FCM zu den potenziellen Aufstiegsaspiranten. Denn mit Jürgen Gjasula, dem momentan verletzten Tobias Müller und Timo Perthel hat man weitere überdurchschnittlich gute Spieler im Kader. Hinzukommen noch einige andere talentierte Kicker. Agieren die Spieler als echte Einheit, ist auch mit Magdeburg zu rechnen.

Ein wenig unter dem Radar läuft ein Aufsteiger, der ein echter Geheimfavorit ist. Der 1. FC Saarbrücken triumphierte bei seiner Generalprobe beim Schweizer Spitzenklub FC Basel sensationell mit 5:1 und sorgte bekanntermaßen in der vergangenen Saison im DFB-Pokal für Aufsehen. 

Die Mannschaft ist zusammengeblieben, verfügt mit Keeper Daniel Batz, Kapitän Manuel Zeitz, Ex-Bundesliga-Profi Fanol Perdedaj, Mittelfeldlenker Sebastian Bösel, dem erfahrenen Rechtsaußen Tobias Jänicke, Torjäger Sebastian Jacob und dem luxemburgischen Nationalspieler Maurice Deville über einen beeindruckend besetzten Kader. 

Wenn dann noch die verletzten Boné Uaferro, Anthony Barylla und Markus Mendler zurückkommen und der Saisonstart glückt, ist der Aufsteiger ein Kandidat für den direkten Durchmarsch.

Elias Huth soll Christian Kühlwetter beim 1. FC Kaiserslautern vergessen machen

Das Trikot bleibt rot! Elias Huth kehrte nach seiner Leihe vom FSV Zwickau zum 1. FC Kaiserslautern zurück und soll sich dort genauso treffsicher zeigen wie bei den Schwänen.
Das Trikot bleibt rot! Elias Huth kehrte nach seiner Leihe vom FSV Zwickau zum 1. FC Kaiserslautern zurück und soll sich dort genauso treffsicher zeigen wie bei den Schwänen.  © Picture Point / Roger Petzsche

Nur mit einer perfekten Saison kann der 1. FC Kaiserslautern auf mehr als einen Platz im Mittelfeld hoffen. Zu schwer scheinen die Abgänge von Florian Pick, Christian Kühlwetter, Timmy Thiele und Lennart Grill zu wiegen. 

Nur, wenn die Mannschaft von Trainer Boris Schommers diese Verluste schnell auffangen kann, haben die Roten Teufel eine Chance, zumindest ans obere Drittel heranzurücken.

Dafür muss Leih-Rückkehrer Elias Huth seine Torgefahr auch auf dem Betzenberg unter Beweis stellen und dabei tatkräftige Unterstützung von den Neuzugängen Marvin Pourie, Marius Kleinsorge und Marlon Ritter bekommen. 

Harmoniert dann auch noch Janik Backmann mit Tim Rieder im Mittelfeldzentrum, steht die Abwehrkette um Kevin Kraus, Carlo Sickinger, Dominik Schad sowie Rückkehrer Adam Hlousek sicher und ersetzt Avdo Spahic Vorgänger Grill wie erhofft, dann ist auch für den FCK einiges möglich.

An sich wäre auch dem SV Waldhof Mannheim einiges zuzutrauen. Wenn momentan nicht gleich sieben Spieler ausfallen würden und man nach dem Abgang von Valmir Sulejmani einen Stürmer hätte, dem man eine zweistellige Torausbeute zutrauen kann. 

SV Waldhof Mannheim hat zu viele Verletzte, bekommt der KFC Uerdingen eine Einheit auf den Platz?

Patrick Glöckner (l.) trainierte Rafael Garcia in der vergangenen Saison beim Chemnitzer FC. Im Sommer haben sich die beiden gemeinsam dem SV Waldhof Mannheim angeschlossen.
Patrick Glöckner (l.) trainierte Rafael Garcia in der vergangenen Saison beim Chemnitzer FC. Im Sommer haben sich die beiden gemeinsam dem SV Waldhof Mannheim angeschlossen.  © Picture Point / Gabor Krieg

Mit Vorlagengeber Rafael Garcia, dem wuchtigen Mittelfeldstrategen Max Christiansen und seinem Nebenmann Marco Schuster, dem hervorragenden Rechtsverteidiger Jan Hendrik Marx, Kapitän sowie Abwehrchef Marcel Seegert, Nebenmann Jesper Verlaat und Keeper Timo Königsmann ist die Grundqualität hoch. 

Doch bei der unruhigen Vorbereitung käme es überraschend, wenn Trainer Patrick Glöckner mit seinem Team und bei der Vielzahl an Konkurrenten ganz oben angreifen könnte.

Rein von der individuellen Klasse muss man bei diesem Stichwort auch den KFC Uerdingen nennen. 

Doch die Krefelder haben mit Mikhail Ponomarev einen extrem "entscheidungsfreudigen" Präsidenten, der immer wieder den Trainer wechselt, was wiederum zu Unruhe in der Mannschaft führt, die in der jüngeren Vergangenheit deshalb nie als echte Einheit agierte. 

Es ist unwahrscheinlich, dass sich das in der neuen Saison ändert. Trotz Spielern wie Innenverteidiger Dominic Maroh, den zentralen Mittelfeldleuten Christian Dorda, Tim Albutat, Manuel Konrad, Dave Gnaase und den Stürmern Adriano Grimaldi sowie Muhammed Kiprit ist also nicht davon auszugehen, dass Trainer Stefan Krämer mit seiner Mannschaft dauerhaft in die oberen Tabellenregionen vordringen kann. 

Diese Aufzählung verdeutlicht, wie eng und spannend es auch in der neuen Saison in der 3. Liga zugehen kann - und vermutlich wird. 

Titelfoto: Lutz Hentschel

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