Dynamo 100 Tage nach Trainingsbeginn: Die Gründe für den Stotterstart

Dresden - 4-1-4, vier Siege, ein Remis, vier Niederlagen. Dynamo hat sich den Start in die Saison anders vorgestellt und mit der SGD auch viele Fans. Unruhe herrscht nicht erst seit dem 1:2 in Saarbrücken. Doch der Stotterbeginn hat Gründe. Das sind keine Ausflüchte oder Ausreden, das sind Fakten.

Marvin Stefaniak kam erst spät zu Dynamo, braucht noch etwas Zeit, um mit seinem Umfeld spielerisch zu harmonieren.
Marvin Stefaniak kam erst spät zu Dynamo, braucht noch etwas Zeit, um mit seinem Umfeld spielerisch zu harmonieren.  © Lutz Hentschel

Auch wenn es keiner mehr hören mag, diese Mannschaft ist völlig neu zusammengestellt. Vom ersten Trainingstag Anfang August bis heute sind gerade einmal 100 Tage vergangen. 

Automatismen können noch nicht da sein, auch wenn die Mannschaft täglich trainiert. 

Trainer und Sportwissenschaftler kennen den Fakt: Um von Automatismen sprechen zu können, also einstudierten Bewegungsabläufen, von perfekten Laufwegen, müssen sie 1000 Mal geübt werden. 

Angelehnt an den alten Klaus-Lage-Hit: 1000 Mal geübt und dann hat es bumm gemacht. 

Erst dann ist alles in Fleisch und Blut übergegangen. Was im Training schon klappt, muss im Spiel noch lange nicht funktionieren, weil es da noch einen entscheidenden Widerstand gibt: Den Gegner!

Dazu kommt: Mit Marvin Stefaniak wurde ein entscheidenden Baustein erst mit Transferschluss am 5. Oktober geholt. 

Er war damals weit weg von seinen Kollegen, kommt jetzt immer besser in Schwung. Aber um seine Mitspieler besser kennenzulernen - und sie ihn - braucht es eben eins: Zeit.

Dynamo ist hinten viel zu anfällig - wie das Gegentor zum 1:2 gegen Zwickau bewies.
Dynamo ist hinten viel zu anfällig - wie das Gegentor zum 1:2 gegen Zwickau bewies.  © DPA / Robert Michael

Broll, Mai, Stark: Nur drei Dynamos standen immer von Beginn an auf dem Feld

Auch nach der Heimpleite im Sachsenderby demonstrierte Dynamo Geschlossenheit. Nur während des Spiels fehlt es zu oft an Kompaktheit.
Auch nach der Heimpleite im Sachsenderby demonstrierte Dynamo Geschlossenheit. Nur während des Spiels fehlt es zu oft an Kompaktheit.  © Lutz Hentschel

Nicht zu unterschätzen ist auch eine andere Tatsache: Mit Kevin Broll, Sebastian Mai und Yannick Stark standen nur drei Spieler immer von Beginn an auf dem Feld. 

Das ist nach neun Punktspielen verdammt wenig. Sperren und Verletzungen sorgten für ein buntes Durcheinandermischen des Teams.

Paul Will, Tim Knipping und Max Kulke saßen bereits Sperren ab. 

Mit Chris Löwe (Knie) und Robin Becker (Oberschenkel) fehlen die Eckpunkte der Viererkette. Pascal Sohm fiel wochenlang aus, Marco Hartmann auch. 

Trainer Markus Kauczinski war immer gezwungen zu reagieren, konnte noch nie zweimal in Folge dasselbe Team aufs Feld schicken. Jeder ist anders, jeder interpretiert anders. Eingespielt sein ist anders.

Was aber jeder machen kann ist kämpfen, Leidenschaft und Einsatz zeigen. Daran mangelte es zuletzt. 

Das sind Grundtugenden, die müssen her. Und: Kauczinski weiß zudem, was besser laufen muss: "Wir müssen schneller im Kopf sein. Es ist immer so gewesen in den Spielen, dass wir zu kompliziert zurückgespielt haben und dadurch wieder eine komplette Mannschaft vor uns hatten. Wir müssen das Spiel einfach schneller nach vorn gestalten."

Titelfoto: DPA / Robert Michael

Mehr zum Thema Dynamo Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0