Dynamo bleibt Zeit, einiges aufzuarbeiten: Festessen oder dürftiges Mahl?

Dresden - "Jetzt nicht in Panik verfallen!" Das ist die Ansage von TAG24-Kolumnist "Hansi" Kreische an die Dynamos!

Beileibe keine Sportlerfigur mehr, aber schwer zu bespielen: Löwen-Stürmer Sascha Mölders (r.). Das bekam auch Sebastian Mai zu spüren.
Beileibe keine Sportlerfigur mehr, aber schwer zu bespielen: Löwen-Stürmer Sascha Mölders (r.). Das bekam auch Sebastian Mai zu spüren.  © Picture Point / Sven Sonntag

Für Panik gibt es auch keinen Grund. Dynamo Dresden ist seit dem 12. Dezember ununterbrochen Tabellenführer, auch wenn der Vorsprung auf Rostock und Ingolstadt nur noch einen Zähler beträgt.

Dennoch muss bis zum Gipfeltreffen gegen Hansa am Ostersonntag einiges aufgearbeitet werden.

Fakt ist: Diese Entwicklung der teils blutjungen Mannschaft war zwar so erhofft, aber nicht zu erwarten gewesen.

Daferner-Doppelpack! Dynamo fertigt Ingolstadt ab
Dynamo Dresden Daferner-Doppelpack! Dynamo fertigt Ingolstadt ab

Seit dem 2:1 im Hinspiel gegen 1860 München liefert sie beständig. Nur drei Niederlagen - alle 0:1 auswärts - in jenen 20 Spielen (45 Punkte) ist bockstark.

Daran hatte anfangs Marco Hartmann den entscheidenden Anteil. Er spielte zwar nur fünf Partie von Beginn an, aber davon gewann Dynamo vier.

Mit seinem Können, seinen Toren und seiner Aura führte er Dresden nach oben, er gab den Jungen den Mut. Sie surften die Welle im Schatten des stillen Anführers weiter, dessen Saison-Aus nun feststeht.

Schlägt die Stunde der Erfahrenen bei Dynamo?

Den Jungen um Julius Kade (r.) und Jonathan Meier ging in den letzten Spielen etwas die Puste aus.
Den Jungen um Julius Kade (r.) und Jonathan Meier ging in den letzten Spielen etwas die Puste aus.  © Lutz Hentschel

Die Welle scheint jetzt abzuebben. Nach den 4:0-Galavorstellungen gegen Ingolstadt und in Meppen wirkten die Jungen überspielt und müde. In den Partien danach fehlte ihnen die Frische, die Leichtigkeit, die Unbeschwertheit.

Vielleicht kommt alles nach der Verschnaufpause zurück. Oder es schlägt die Stunde der Altmeister Yannick Stark, Marvin Stefaniak und Niklas Kreuzer.

Die Offensive funktionierte zuletzt nicht mehr so wie gewohnt.

Dynamo-Noten gegen Ingolstadt: Christoph Daferner überragt alle!
Dynamo Dresden Dynamo-Noten gegen Ingolstadt: Christoph Daferner überragt alle!

Je ein Tor gegen Saarbrücken und gegen Wiesbaden, keins bei den Löwen.

Rein auf Montag geschaut: Christoph Daferner funktionierte mit Pascal Sohm super, auch zuvor mit Philipp Hosiner.

Daferner ist ein Ackergaul, der überall zu finden ist, Lücken reist, vorbereitet und trifft. Prädikat unverzichtbar!

Sohm und Hosiner sind Strafraumstürmer. Sie brauchen Daferner oder Ransford Königsdörffer an ihrer Seite.

Sebastian Mai mit etlichen Fehlpässen

Ein enttäuschter Kapitän Sebastian Mai nach dem 0:1 in München. Ein Kämpfer vor dem Herren, allerdings auch in dieser Partie mit zu vielen Fehlern.
Ein enttäuschter Kapitän Sebastian Mai nach dem 0:1 in München. Ein Kämpfer vor dem Herren, allerdings auch in dieser Partie mit zu vielen Fehlern.  © Picture Point / Sven Sonntag

Bezeichnend, dass Dresdens größte Chance entstand, als Sohm raus war. Da steckte Hosiner die Kugel auf "Ransi", da war Platz. Er hätte ihn nur machen müssen.

Auch, wenn es hart klingt in Bezug auf Sebastian Mai. Er tut alles für den Erfolg, ist ein Monster, was die Mentalität angeht. Aber: Weniger ist oft mehr. Weniger Theatralik, weniger Geschrei auf dem Platz. Dafür präzise, punktgenaue Ansagen. Und das ist auch auf sein Spiel gemünzt.

In München unterliefen ihm etliche Fehlpässe im Spielaufbau und Stellungsfehler. Diese Häufigkeit darf dem Kapitän nicht passieren.

Holt Dynamo jetzt Luft, tankt Kraft und kommt wieder an die Februar-Form heran, werden der April und der Mai zum Festessen.

Wenn nicht, könnte es ein dürftiges Mahl werden - und der Kampf um die Relegation.

Titelfoto: Picture Point / Sven Sonntag

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