Dynamo-Coach Schmidt freut sich über gelungenen Start: "Die vier Punkte sind mir sehr viel wert!"

Dresden - Schon klar, ein wertender Blick auf eine Tabelle nach dem 2. Spieltag verbietet sich normalerweise von selbst. Wer aber doch dieser kleinen Versuchung erliegt, entdeckt bei der angeblich stärksten 2. Bundesliga aller Zeiten zumindest Bemerkenswertes - und das sogar ohne schwarz-gelbe Brille.

Die Spieler von Alexander Schmidt (52, v.) setzen seine Marschroute immer besser um.
Die Spieler von Alexander Schmidt (52, v.) setzen seine Marschroute immer besser um.  © Lutz Hentschel

Ein Sieg, ein Unentschieden, Platz drei, vier Punkte, ein Torverhältnis von 4:1 - der Saisonstart von Aufsteiger Dynamo Dresden hätte durchaus schlechter verlaufen können. Anders ausgedrückt: Er ist vollauf gelungen!

"Die vier Punkte sind mir sehr viel wert. Vor allem, weil die Mannschaft die Prinzipien immer besser umsetzt. Jeder arbeitet gut gegen den Ball, es gibt kein Alibi-Angelaufe, jeder haut sich in jeden Zweikampf rein, jeder ist konzentriert. Und natürlich muss man in der einen oder anderen Situation etwas Spielglück haben", meinte ein durchaus zufriedener Dresdner Coach Alexander Schmidt (52).

Dass Dynamo als Aufsteiger so ordentlich in die Saison gestartet ist, hat allerdings weniger mit Glück zu tun. Vielmehr hat es der Trainer wie schon in den entscheidenden Drittliga-Spielen geschafft, aus seiner Mannschaft eine echte Einheit zu formen, die die Grundtugenden des Fußballs lebt.

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Charakter bewies die Truppe des 52-Jährigen auch beim 1:1 in Hamburg. In der ersten Halbzeit wirbelte der HSV mit seiner Spielstärke die Gäste zwar regelrecht durcheinander, da musste man schon das Schlimmste befürchten. Doch mit Kevin Broll (25) im Tor und viel Kampf/Krampf rettete sich Dynamo in die Pause.

Dynamo Dresdens Trainer Alexander Schmidt nimmt entscheidenden Einfluss auf den Spielverlauf

Trainer Alexander Schmidt (52) ist angetan von den bisherigen Auftritten seiner Dynamos in der 2. Bundesliga - und das nach dem Sieg gegen Ingolstadt und dem Unentschieden beim HSV völlig zu Recht.
Trainer Alexander Schmidt (52) ist angetan von den bisherigen Auftritten seiner Dynamos in der 2. Bundesliga - und das nach dem Sieg gegen Ingolstadt und dem Unentschieden beim HSV völlig zu Recht.  © dpa/Daniel Reinhardt

Und dort reagierte Schmidt abermals mit klugen Entscheidungen, personeller wie taktischer Art.

"Mit der ersten Halbzeit waren wir natürlich nicht so zufrieden, in der zweiten haben wir es besser gemacht, sind höher angelaufen, haben dem HSV phasenweise Probleme bereitet. Wir hatten dann mehrere hohe Ballgewinne. Wenn wir die besser ausspielen, hätten wir noch ein zweites Tor schießen können. Auch wenn das am Ende vielleicht ungerecht gewesen wäre."

Bemerkenswert ist allemal, dass Dynamo auch eine Klasse höher in der Lage zu sein scheint, in verschiedensten, auch kniffligen Situationen Lösungen zu finden. Und das hat natürlich auch oder vor allem mit dem Coach zu tun.

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Schmidt nimmt an der Seitenlinie wie in der Kabine teils entscheidenden Einfluss auf den Spielverlauf - das konnte man nicht von allen seiner Vorgänger sagen. Wie auch immer: Dynamo hat offenbar das Rüstzeug, in dieser Liga mithalten zu können - wenn man bei den Grundtugenden bleibt.

Die musste auch HSV-Coach Tim Walter (45) dem Gegner zähneknirschend zuerkennen: "Dresden hat mit aller Macht und Leidenschaft verteidigt und sich deshalb letztendlich den Punkt verdient."

Titelfoto: dpa/Daniel Reinhardt

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