Dynamo-Coach Anfang ärgert sich: "Bayreuth hat uns den Schneid abgekauft!"

Bayreuth - Dynamo-Trainer Markus Anfang (48) hat permanent geschimpft, immer wieder seine Mütze vom Kopf genommen, um sich die Haare zu raufen.

Dynamo-Trainer Markus Anfang (48) ärgerte sich nach dem Remis.
Dynamo-Trainer Markus Anfang (48) ärgerte sich nach dem Remis.  © Lutz Hentschel

In der zweiten Hälfte hob er ein Dutzend Mal seine Arme und ließ sie entnervt wieder fallen.

Das 1:1 in Bayreuth hat ihm nicht gefallen. Aber das ging nicht nur ihm so. Zum dritten Mal konnte Dynamo eine 1:0-Führung nicht in einen Dreier ummünzen - 1:2 in Köln, 1:1 gegen Ingolstadt und jetzt in Bayreuth. Diese sieben verschenkten Zähler dazu und Dynamo wäre Erster.

Aber Fußball ist kein Wenn-, sondern ein Ergebnissport. Und da sieht die Realität (noch) anders aus. Dresden liegt als Fünfter, Wiesbaden und Ingolstadt können noch vorbeiziehen, sechs Punkte hinter Spitzenreiter 1860 München.

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"Wir haben kein gutes Spiel gemacht. Wir sind zumindest in die Punkte gekommen, aber wir müssen das besser machen. Bayreuth hat uns den Schneid abgekauft, das ärgert mich am meisten", so Anfang nach dem Spiel.

Dabei ging es durch das frühe Tor von Manuel Schäffler (33) gut los. "Da müsstest du eigentlich denken, dass das Spiel für uns läuft", ärgerte er sich. Doch es kam anders. Dynamo wurde - warum auch immer - passiv und die Oberfranken aktiv.

Dynamo Dresden fehlen in Bayreuth Leidenschaft und Einsatzwillen

Dynamo rutschte bei den "Wasserfestspielen" in Bayreuth aus und zeigte zu wenig Leidenschaft.
Dynamo rutschte bei den "Wasserfestspielen" in Bayreuth aus und zeigte zu wenig Leidenschaft.  © Imago / Eibner

"Man muss ehrlich sagen, Bayreuth war in der ersten Hälfte die bessere Mannschaft. Wir haben wahnsinnig viele einfache Fehler gemacht. Wir haben schlecht verteidigt, jeder zweite Ball war beim Gegner", bemängelte der 48-Jährige.

Die SpVgg hatte sich etliche Chancen erspielt und kurz vor dem Pausentee durch Alexander Nollenberger auch ausgeglichen - mit viel Bereitschaft, Einsatzwillen und Leidenschaft.

Dies war bei Dynamo nicht zu sehen. "Da waren wir enttäuscht von unserer Mannschaft. Das haben wir ihr in der Pause auch gesagt. Da war es etwas lauter", so Anfang.

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Die zweite Hälfte lief auch erst ab der 60. Minute besser. Da war Dynamo aktiver, auch weil dem Gastgeber die Kräfte schwanden. Doch Dynamo trug die Angriffe zu langsam vor, die SpVgg konnte sich immer wieder stellen.

Chancen für Dresden gab es zwei: "Da können wir durch Jonathan Meier und Ahmet Arslan vielleicht mehr herausholen. Wir haben dann auch besser verteidigt und nichts mehr zugelassen", so Anfang. Der Lucky Punch gelang nicht mehr, er wäre auch nicht verdient gewesen.

"Wir haben gesehen, dass es noch ein harter Weg, die Mannschaft dorthin zu bekommen, dass sie stabiler wird", war Anfang ehrlich.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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