Dynamo-Coach Kauczinski verliert trotz Testspiel-Niederlagen nicht die Nerven

Heiligenstadt - Die acht Tage von Heilbad Heiligenstadt sind Geschichte. Die Dynamos sind Donnerstagnachmittag wieder wohlbehalten in Dresden angekommen. Bei der letzten Einheit am Vormittag im Gesundbrunnenstadion zog Trainer Markus Kauczinski im Gespräch mit TAG24 ein Fazit. "Grundsätzlich bin ich zufrieden", so der 50-Jährige.

Will mit seiner Mannschaft in der kommenden Saison sprichwörtlich nicht im Regen stehen: Dynamo-Trainer Markus Kauczinski.
Will mit seiner Mannschaft in der kommenden Saison sprichwörtlich nicht im Regen stehen: Dynamo-Trainer Markus Kauczinski.  © Lutz Hentschel

TAG24: Der Zweck, nach Heilbad Heiligenstadt zu fahren, war, dass sich die neue Mannschaft besser zusammenfinden soll. Ist das Ihrer Meinung nach gelungen?

Kauczinski: "Das ist immer schwer messbar. Ich glaube, dass es seinen Zweck erfüllt hat. Dass es nochmal anders ist, als zu Hause zu sein, wo man dann nach Hause fährt, auseinandergeht. Hier verbringt man doch mehr Zeit zusammen, gerade die Zeit, die nicht geplant ist. Beim Essen, zwischen den Einheiten, am Abend. Die Jungs haben zusammengesessen, haben Tischtennis gespielt, haben Zeit miteinander verbracht. Das hat man daheim nicht."

TAG24: Beide Testspiele im Camp haben Sie verloren. Nach dem 0:2 gegen Norwich haben Sie die Offensive angesprochen. Was fehlt dort genau noch?

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Kauczinski: "Man muss vorsichtig sein, dass man da nicht die Nerven verliert. Wir haben selbst an uns eine Erwartung. Dann trifft man auf eine Mannschaft, die drei Jahre zusammenspielt. Da merkt man, dass man nicht so reinkommt, es läuft nicht so. Da war Enttäuschung da. Wir haben gut gestanden, waren aber insgesamt nach vorn nicht so durchschlagskräftig. Da darf man nicht verkrampfen. Wir haben auch in der zweiten Hälfte gemerkt, da war die eine oder andere Situation, wo man zu früh schießt, wo das Timing noch nicht so da ist, wo man falsche Entscheidungen trifft. Das ist ein mannschaftliches Ding. Toreschießen macht man zusammen, genauso wie man zusammen verteidigt. Jetzt gilt es, den Fokus darauf zu legen, wie werden wir als Mannschaft gefährlicher, wie kann ich die Chancen besser nutzen. Es war nicht so schlecht, wie es sich angefühlt hat. Wir haben uns reingebissen. Wenn ich die Chancen habe, wie gegen Braunschweig, gehen sie irgendwann rein."

Der äußerst gut gelaunte Marcus Kauczinski.
Der äußerst gut gelaunte Marcus Kauczinski.  © Lutz Hentschel
Sebastian Mai (r.) ist ein Kandidat auf das Kapitänsamt.
Sebastian Mai (r.) ist ein Kandidat auf das Kapitänsamt.  © Lutz Hentschel
Camp-Fazit in Corona-Zeiten: Markus Kauczinski beantwortet die Journalistenfragen mit Abstand.
Camp-Fazit in Corona-Zeiten: Markus Kauczinski beantwortet die Journalistenfragen mit Abstand.  © Lutz Hentschel

Wie entscheidet sich Dynamo-Coach Marcus Kauczinski in der Kapitänsfrage?

Markus Kauczinski mal nachdenklich.
Markus Kauczinski mal nachdenklich.  © Lutz Hentschel

TAG24: Haben Sie sich in der Kapitänsfrage entschieden?

Kauczinski: "Das werden wir am Sonntag in Dresden angehen. Ich wollte das alles sacken lassen, wollte mir alles anschauen. Wollte sehen, wie sich die Jungs hier verhalten, mir ein Bild machen. Mannschaftsrat und Kapitän werden am Sonntag entschieden."

TAG24: Wird der neue Kapitän von Ihnen bestimmt?

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Kauczinski: "Der Mannschaftsrat wird gewählt, aus diesem bestimme ich den Kapitän."

TAG24: Worauf legen Sie in den kommenden zwei Wochen bis zum Start im DFB-Pokal gegen den Hamburger SV wert?

Kauczinski: "Auf Abläufe. Wir werden genau an diesen Timingsachen arbeiten. Wie löse ich nach vorne auf, wann spiele ich nach hinten. Zu besprechen, zu trainieren, wie das Spiel nach vorne einfach besser aufeinander abgestimmt wird. Wir werden am Mittwoch in Dresden noch ein Testspiel machen gegen einen guten Gegner und dann am Samstag gegen Aue."

Titelfoto: Lutz Hentschel

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