Dynamo-Coach Kauczinski kann kaum abschalten: "Bin voll im Kampfmodus!"

Dresden - Spiel fünf seit dem 31. Mai, Spiel fünf seit zwölf Tagen. Am heutigen Freitag kommt im Gegensatz zu Dresden ein gut ausgeruhter Hamburger Sportverein ins Rudolf-Harbig-Stadion. Davon kann SGD-Coach Markus Kauczinski nur träumen.

Markus Kauczinski in seiner Coachingzone. Er peitscht wieder einmal sein Team nach vorn.
Markus Kauczinski in seiner Coachingzone. Er peitscht wieder einmal sein Team nach vorn.  © DPA/Robert Michael

Er hechelt von Partie zu Partie, von Problem zu Problem. Der 50-Jährige muss schauen, wer ist fit, wer kann, wer kann nicht. Das schlaucht. "Um mich muss sich keiner Gedanken machen", grinst er dennoch.

Trotzdem, was Kauczinski mit seinem Trainerteam und seinen Spielern gerade abreißt, das ist beachtlich. Davor kann man nur den Hut ziehen - egal, ob diese Saison noch gut ausgeht oder nicht.

"Ich kann derzeit nicht wirklich abschalten", sagte er Stunden nach dem Sieg in Wiesbaden, was gleichzeitig Stunden vor der Partie gegen Fürth war.

Und wer den Coach während einer Partie beobachtet, stellt fest: Auf Dauer ist das ungesund. Er läuft in seiner Coaching-Zone auf und ab, dreht um, läuft zurück, redet mit seinem Co Heiko Scholz.

Er diskutiert mit seinem Gegenüber, peitscht sein Team an, schreit, läuft auch schon mal direkt auf den Rasen, um Kommandos zu geben. Der Puls dürfte so zwischen 280 und 320 schwanken. Wie sieht er das selbst?

"In den 90 Minuten bin ich voll im Tunnel, das kann ich gar nicht bewerten. Da bin ich on fire", sagt Kauczinski. "Durch die fehlenden Zuschauer haben wir das Gefühl, dass wir noch mehr pushen müssen. Ich glaube, das ist ein Programm, in dem man als Trainer steckt. Die Anspannung merkt man erst, wenn sie abfällt. Und das ist dann irgendwann in der Nacht nach dem Spiel", sagt der Coach: Ansonsten ist es gut um mich bestellt, bin voll im Kampfmodus, voll drin. Ich springe morgens aus dem Bett und habe Bock auf die Aufgaben, habe total Lust, die Spiele anzugehen."

Ob das alles noch gesund ist, in so einer kurzen Abfolge permanent unter Strom zu stehen? "Das weiß ich nicht, das kann ich erst hinterher sagen. Das können wir am Sterbebett besprechen", lacht er. "Wer das nicht ab kann, den Job und den Stress, der darf das nicht machen. Ich liebe die Wettkämpfe, deshalb bin ich da. Ich habe meine Mittel und Wege damit umzugehen."

Das beste Mittel sind Siege. Der heutige Freitag wäre ein guter Tag dafür. 

Titelfoto: DPA/Robert Michael

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