Dynamo anfällig bei Kontern: Schmidts Power-Taktik hat eine Schwäche!

Dresden – Als die taggenauen Ansetzungen für Februar bis Mitte März bekannt gegeben wurden, fragte TAG24 bei Sky nach, warum Dynamo Dresden mit der Partie am 26. Februar gegen den SV Darmstadt 98 wieder an einem Samstagabend dran ist.

Das 0:1 am Freitag fiel nach einem Konter: HSV-Stürmer Robert Glatzel (28, M.) hob die Kugel über Kevin Broll (26, l.) hinweg ins Netz. Kevin Ehlers (20) konnte nicht mehr eingreifen.
Das 0:1 am Freitag fiel nach einem Konter: HSV-Stürmer Robert Glatzel (28, M.) hob die Kugel über Kevin Broll (26, l.) hinweg ins Netz. Kevin Ehlers (20) konnte nicht mehr eingreifen.  © imago images/Eibner

Zum vierten Mal bereits. Die SGD spreche für Spektakel, hieß es. Doch die dynamische Power-Fußball-Taktik hat eine Schwäche.

Es war das 25. Punktspiel unter der Regie von Alexander Schmidt (53). Nur eins (0:0 in Verl) - endete torlos. Auch wenn er von einem Hopp-oder-Top-Stil seiner Mannschaft nichts wissen will, sagen die Ergebnisse etwas anderes: je zweimal 3:0 und 3:1, dreimal 0:3, einmal 1:3.

Die Taktik geht entweder auf oder schief. Dieses frühe Pressing, das hohe Anlaufen stellt jeden Gegner vor große Probleme.

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Die Dresdner versuchen stets, früh draufzugehen, sich die Bälle schon am Strafraum zu holen. Und das mit einer großen Wucht. Das ist ungemein attraktiv.

Doch dieses System, wenn sich die SGD geballt in der Hälfte des Kontrahenten aufhält, birgt ein gewisses Risiko: Die Truppe ist anfällig bei Kontern.

Eine gelungene Aktion reicht meist, um die SGD ins Hintertreffen zu bringen. Das war in den Heimspielen gegen den SC Paderborn 07 (0:3) und 1. FC Nürnberg (0:1) der Fall, beim zweiten Tor zum 1:2 bei Holstein Kiel, beim 1:3 beim SSV Jahn Regensburg und jetzt beim 1:1 gegen den HSV.

Dynamo Dresdens Coach Alexander Schmidt will an der Balance "weiter arbeiten"

Auch beim 0:1 im Heimspiel gegen Nürnberg ließ sich Dresden auskontern. Damals im Oktober traf Tom Krauß (20, r.).
Auch beim 0:1 im Heimspiel gegen Nürnberg ließ sich Dresden auskontern. Damals im Oktober traf Tom Krauß (20, r.).  © Picture Point/Gabor Krieg

"Spielen wir die Konter besser aus, machen wir das 2:0", ärgerte sich HSV-Trainer Tim Walter (46) am Freitag nach der Partie.

Einer führte zum 1:0, andere Möglichkeiten ließen die Rothosen durch schlampige Abspiele aus. So stark Dynamo auch spielte, wie sehr der Auftritt gefiel: Das war neben der fehlenden Effizienz vor dem Tor ein großer Schwachpunkt.

Hier muss Schmidt nachbessern. "Das war eine Fehlerkette", so der 53-Jährige zum Gegentor am Freitag. Zunächst sprangen die Bälle glücklich zu den Hamburgern, doch danach ging es zu schnell.

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"Das war unglücklich. Aber dann läuft der Tempogegenstoß. Das müssen wir besser machen, schneller umschalten, energischer verteidigen. Daran müssen wir weiter arbeiten", so Schmidt.

Finden die Dynamos genau das richtige Mittelmaß zwischen Pressing und einer ordentlichen Absicherung, ist keinem Bange.

Dann holen sie die nötigen Punkte zum Klassenerhalt. Die nächste Möglichkeit dazu bietet sich am Sonntag in Hannover, das unter Neu-Trainer Christoph Dabrowski (43) auch eher auf Konter setzt.

Dynamo-Trainer Alexander Schmidt (53, r.) mit seinem Abwehrchef Michael Sollbauer (31) nach dem Spiel gegen den HSV. Auf ihn muss er in Hannover verzichten. Sollbauer sah seine 5. Gelbe Karte.
Dynamo-Trainer Alexander Schmidt (53, r.) mit seinem Abwehrchef Michael Sollbauer (31) nach dem Spiel gegen den HSV. Auf ihn muss er in Hannover verzichten. Sollbauer sah seine 5. Gelbe Karte.  © imago images/Eibner

Titelfoto: imago images/Eibner

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