Dynamo bei Türkgücü: Das Duell der Gegensätze

Dresden - Duell der Gegensätze. Da eine Fußball GmbH, dort ein eingetragener Verein. Da ein Investor, dort Mitglieder. Da das knallharte Fußball-Business, dort Tradition.

Der russische Multimillionär Mikhail Ponomarev hat bei Uerdingen das alleinige Sagen.
Der russische Multimillionär Mikhail Ponomarev hat bei Uerdingen das alleinige Sagen.  © imago images/Revierfoto

Das Gastspiel von Dynamo Dresden am Montagabend bei Türkgücü München polarisiert. Viele Fans der SGD sehen solche Projekte seit jeher mit viel Argwohn.

Die von Investoren geführten Vereine in der 3. Liga sind in der Krise. Mikhail Ponomarev, der russische Multimillionär, lässt im Sommer sein Spielzeug KFC Uerdingen fallen (TAG24 berichtete).

Türkgücü-Investor Hasan Kivran (54) gab zum 31. Dezember seinen Rückzug bekannt, verkündete gestern plötzlich aber das Gegenteil.

Aber beide Klubs schwimmen und zeigen der Branche eindrucksvoll, was es heißt, von nur einem potenten Investor abhängig zu sein. Solange der Lust hat, ist alles gut. Will er nicht mehr, ist alles schlecht.

Was ist besser für erfolgreichen und nachhaltigen Fußball - ein e.V. oder eine GmbH? "Gute Frage. Für die Antwort müssten wir fast eine gesonderte Diskussionsrunde aufmachen. Dieses Thema ist sehr komplex", sagt Dresdens Sportgeschäftsführer Ralf Becker (50).

Dynamo Dresdens Coach Markus Kauczinski versteht die kontroversen Diskussionen

Sportdirektor Ralf Becker (l.) und Trainer Markus Kauczinski gehen seit Sommer bei Dynamo gemeinsam das Projekt Wiederaufstieg an.
Sportdirektor Ralf Becker (l.) und Trainer Markus Kauczinski gehen seit Sommer bei Dynamo gemeinsam das Projekt Wiederaufstieg an.  © Lutz Hentschel

"Grundsätzlich ist es so, das ist bei uns der Liga in diesem Jahr schlecht, dass es mit Uerdingen und Türkgücü zwei Vereine gibt, wo es Probleme gibt. Das ist für alle, für den Fußball schlecht", sieht er die Situation als eher unbefriedigend an.

Becker ist froh, dass er bei Dynamo arbeitet, "das durch seine Form auch mal andere Probleme hat, aber es ist halt traditioneller, es ist der Fußball, den ich noch als Kind kenne mit Fans und Mitgliedern. So liebe ich auch den Fußball", so Becker.

"Da geht es um Fans, um eine Stadt, um Emotionen, da geht es um Leidenschaft. Da ist Fußball mehr als nur das nackte Ergebnis."

Trainer Markus Kauczinski (50) stimmt mit Becker überein.

Er habe gegen beide Richtungen nichts und begründet das auch: "Jeder muss gucken, wie er zurechtkommt. Manchmal ist man an einem Punkt, wo man überlegt: Wie geht's weiter? Entscheidend ist, was dabei herauskommt, dass es eine langfristige Idee, eine langfristige Perspektive gibt. Dann ist für mich Platz für alle. Ich verstehe aber auch, dass darüber kontrovers diskutiert werden muss."

Titelfoto: Lutz Hentschel

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