Dynamo dicht vorm Aufstieg, Aue mit krasser Packung, FSV, HFC und FCM gerettet!

Deutschland - Was für ein Fußball-Wochenende! Bei Dynamo Dresden und dem FC Erzgebirge Aue kam es zu gänzlich unterschiedlichen Gefühlswelten.

Heinz Mörschel (23, l.) und Philipp Hosiner (31, r.) schossen Dynamo Dresden gegen den FC Viktoria Köln zum 2:0-Heimsieg und nahe an den Aufstieg in die 2. Bundesliga heran.
Heinz Mörschel (23, l.) und Philipp Hosiner (31, r.) schossen Dynamo Dresden gegen den FC Viktoria Köln zum 2:0-Heimsieg und nahe an den Aufstieg in die 2. Bundesliga heran.  © Lutz Hentschel

Während die SGD bekanntlich die Patzer der drei Aufstiegskonkurrenten nutzte, gegen den FC Viktoria Köln mit 2:0 gewann und dicht vor dem Aufstieg in die 2. Bundesliga steht, kamen die Veilchen trotz einer 2:0-Führung nach vier Minuten gegen den SC Paderborn 07 in einem geschichtsträchtigen Spiel unter die Räder und verloren sage und schreibe mit 3:8! Es war das torreichste Zweitliga-Spiel in diesem Jahrtausend!

Doch kehren wir erst einmal zu Dynamo zurück. Die Schwarz-Gelben spielen endlich wieder mit der Souveränität, die man sich erhofft hat. Ja, das 0:0 gegen den SC Verl war eine Ausnahme, kommt in Englischen Wochen mit so einer hohen Dauerbelastung aber auch mal vor.

Gegen die gut aufgelegten Kölner ließ die Mannschaft von Alexander Schmidt (53) hingegen nichts anbrennen, siegte souverän, blieb zum vierten Mal in Folge ohne Gegentor und ist unter dem neuen Trainer weiterhin ungeschlagen.

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Nun kann Dynamo ausgerechnet gegen Schmidts Ex-Klub Türkgücü München alles klar machen - was für den Coach wohl auch mit zumindest ein wenig Genugtuung verbunden wäre. Der Aufsteiger aus der Regionalliga Bayern steht im gesicherten Mittelfeld und hat den Klassenerhalt bereits in der Tasche. Allerdings steckt man momentan in der Krise. Von der spielerischen Leichtigkeit ist nur noch wenig übrig geblieben, was auch 2:8 Tore und null Punkte aus den vergangenen drei Partien belegen.

Zwar ist ihnen gegen den Tabellenführer eine Leistungssteigerung aufgrund der Zusatzmotivation zuzutrauen, doch wenn die SGD klug auftritt, hat sie sehr gute Chancen, nach dem Spiel als Aufsteiger in die 2. Liga festzustehen. Für die Stadt und die Region Dresden wäre das extrem wichtig!

TAG24-Fußballredakteur Stefan Bröhl beschäftigt sich in seiner Kolumne diesmal unter anderem mit den gegensätzlichen Gefühlswelten bei Dynamo Dresden und dem FC Erzgebirge Aue.
TAG24-Fußballredakteur Stefan Bröhl beschäftigt sich in seiner Kolumne diesmal unter anderem mit den gegensätzlichen Gefühlswelten bei Dynamo Dresden und dem FC Erzgebirge Aue.  © Picture Point/Sven Sonntag/Lutz Hentschel

FC Erzgebirge Aue muss nach denkwürdigem Paderborn-Spiel wieder in die Spur finden

Aue-Coach Dirk Schuster (53) rang nach der 3:8-Klatsche sichtlich um Fassung.
Aue-Coach Dirk Schuster (53) rang nach der 3:8-Klatsche sichtlich um Fassung.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

In der 2. Liga würde Dynamo dann auch auf Aue treffen, wo die Laune nach dem Sonntag aber alles andere als gut ist.

Denn wer hätte vorher ernsthaft mit acht (!) Gegentoren in einem Heimspiel gegen Tabellennachbar Paderborn rechnen können.

Der SCP ist bekanntlich offensivstark und kann an einem sehr guten Tag auch mal Gegner auseinandernehmen, allerdings machte es die katastrophale FCE-Abwehrleistung den Gästen diesmal auch sehr leicht.

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Zuvor hatten die Veilchen überhaupt nur einmal in der Saison vier Gegentreffer (1:4 beim SV Darmstadt 98) kassiert, weshalb man nach zwei Partien ohne Gegentor überhaupt nicht mit so einem Tag der offenen Tür rechnen konnte - schon gar nicht, nachdem Angreifer Dimitrij Nazarov (31) nach gerade mal vier Minuten eine 2:0-Führung für seine Mannen herausgeschossen hatte.

Nun gilt es für das Team von Trainer Dirk Schuster (53) schnell wieder in die Spur zu finden, dieses denkwürdige sowie geschichtsträchtige Spiel abzuhaken und an den letzten beiden Spieltagen gegen Fortuna Düsseldorf und den VfL Osnabrück wieder das gewohnte Gesicht mannschaftlicher Geschlossenheit und defensiver Stabilität zu zeigen. Sonst droht man den soliden Saisoneindruck noch zu verspielen.

FSV Zwickau, Hallescher FC und 1. FC Magdeburg feiern jeweils den Klassenerhalt

Der 1. FC Magdeburg krönte seine beeindruckende Erfolgsserie mit dem vorzeitigen Klassenerhalt!
Der 1. FC Magdeburg krönte seine beeindruckende Erfolgsserie mit dem vorzeitigen Klassenerhalt!  © Picture Point/Roger Petzsche
Großer Jubel beim FSV Zwickau nach dem erkämpften 0:0 bei Spitzenteam Hansa Rostock. Am Sonntag durften sich die Schwäne dann auch noch über den endgültig feststehenden Liga-Verbleib freuen.
Großer Jubel beim FSV Zwickau nach dem erkämpften 0:0 bei Spitzenteam Hansa Rostock. Am Sonntag durften sich die Schwäne dann auch noch über den endgültig feststehenden Liga-Verbleib freuen.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Für das genaue Gegenteil - ein starkes Saisonfinale - steht insbesondere der 1. FC Magdeburg nach elf ungeschlagenen Spielen in Folge, neun Siegen und einem überragenden Torverhältnis von 21:6. Wenig verwunderlich, dass sich der FCM vorzeitig den Klassenverbleib in der 3. Liga sicherte und unter Trainer Christian Titz (50) deutlich ruhiger in die Zukunft blicken kann.

Auch der FSV Zwickau erarbeitete sich ein weiteres Jahr Drittklassigkeit mit einem 0:0 beim Tabellenzweiten FC Hansa Rostock hart und zeigte in dieser Begegnung, dass das schlichtweg nur folgerichtig ist, weil die Mannschaft eindeutig die Qualität für diese Spielklasse hat.

Da der Hallesche FC ebenfalls in der Liga bleibt und am heutigen Montag (19 Uhr beim SV Waldhof Mannheim) noch in die erste Hälfte des Rankings klettern kann, steht schon jetzt fest: Aus dem Fußball-Osten wird kein einziges Team absteigen!

Stattdessen könnte neben Dynamo auch Rostock direkt aufsteigen. Als Zweiter hat es die Kogge weiterhin selbst in der Hand und braucht die Matchbälle bei Schlusslicht SpVgg Unterhaching und gegen den Vorletzten VfB Lübeck "nur" noch verwandeln.

Es ist also gar nicht so unwahrscheinlich, dass in der kommenden Saison gleich drei Traditionsklubs den ostdeutschen Fußball in der 2. Liga vertreten. Das hätte doch was.

Der Hallesche FC kann ebenfalls für ein weiteres Jahr in der 3. Liga planen.
Der Hallesche FC kann ebenfalls für ein weiteres Jahr in der 3. Liga planen.  © Picture Point/Gabor Krieg

Titelfoto: Picture Point/Sven Sonntag/Lutz Hentschel

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