Gott schmeißt Mist vom Himmel, und Dynamo hebt die Hand!

Dresden - Wenn der liebe Gott derzeit Mist vom Himmel schmeißt, hebt Dynamo Dresden bereitwillig die Hand. Was die SGD in den vergangenen zwölf Monaten für Nackenschläge hinnehmen musste, ist schon fast unglaublich.

Kevin Ehlers (20, M.) hebt gegen den heranstürmenden Dominik Martinovic (23, r.) abwehrend die Hände, spielt dabei aber klar den Ball - Elfmeter, Rote Karte!
Kevin Ehlers (20, M.) hebt gegen den heranstürmenden Dominik Martinovic (23, r.) abwehrend die Hände, spielt dabei aber klar den Ball - Elfmeter, Rote Karte!  © imago images/Jan Hübner

Es vergeht kaum eine Woche ohne eine negative Schlagzeile. Oft unverschuldet, beim 0:1 in Mannheim mit zwei Platzverweisen klar selbstverschuldet.

Allein im Januar folgte eine Hiobsbotschaft nach der anderen. Da wurde die lange Verletzungspause für Chris Löwe (31) publik, Robin Becker (24) riss sich das Kreuzband, die Mannschaft musste nach zwei positiven Coronatests in Arbeitsquarantäne, die Partie gegen Wiesbaden wurde verlegt auf den 10. Februar (19 Uhr).

Der infizierte Trainer Markus Kauczinski (50) musste zehn Tage in Isolation, kam wieder, erkrankte und lag von Montag bis Mittwoch im Krankenhaus. Ab dem heutigen Donnerstag leitet der 50-Jährige das Training wieder.

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Dynamo Dresden Schlechte Noten für Dynamo-Kicker: Die Bilanz der Auswärts-Niederlage

Und dann Mannheim: Die Routiniers fehlten verletzt oder gelbgesperrt. Es liefen ein 19-Jähriger, ein 20-Jähriger und drei 21-Jährige auf.

Die verbliebenen alten Haudegen konnten nicht helfen, im Gegenteil. Marvin Stefaniak, zwar auch erst 25, aber durchaus erfahren, läuft zurzeit neben sich her.

Rot Nummer 1: Sebastian Mai (27, r.) fliegt nach seiner Tätlichkeit runter - drei Spiele Sperre.
Rot Nummer 1: Sebastian Mai (27, r.) fliegt nach seiner Tätlichkeit runter - drei Spiele Sperre.  © imago images/Thomas Frey
Rot Nummer 2: Kevin Ehlers (20, 2. v .r.) wurde aber nur für ein Spiel gesperrt.
Rot Nummer 2: Kevin Ehlers (20, 2. v .r.) wurde aber nur für ein Spiel gesperrt.  © imago images/Eibner
Nach der Last-Minute-Pleite gab's bei den Dynamos bedröppelte Gesichter.
Nach der Last-Minute-Pleite gab's bei den Dynamos bedröppelte Gesichter.  © imago images/Jan Hübner

Dynamo Dresden kassierte in der langen Geschichte noch nie zwei Rote Karten in einem Spiel!

Dynamo-Coach Markus Kauczinski (50) ist wieder fit.
Dynamo-Coach Markus Kauczinski (50) ist wieder fit.  © Lutz Hentschel

Er macht sich selbst viel zu viel Druck und ist so keine Verstärkung. Kapitän Sebastian Mai (27) scherte bei seiner Tätlichkeit völlig aus, verlor die Nerven und wurde vom DFB für drei Spiele gesperrt - und das in einer Situation, wo es personell eh schon brennt. Der Last-Minute-Elfer tat sein Übriges dazu.

Zweimal glatt Rot für Mai und Kevin Ehlers (20, ein Spiel Sperre) - das gab es in der langen Geschichte der Sportgemeinschaft noch nie.

Am 1. September 1993 beim Bundesliga-Spiel in Dortmund (0:4) beendete Dresden mal eine Partie mit nur acht Spielern. Damals sahen Nils Schmäler (51) Rot, Markus Kranz (51) und Matthias Maucksch (51) Gelb-Rot. Aber zweimal Rot, das war neu.

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"Die Nachricht, dass es Markus wieder relativ besser geht, war das Beste am Tag. Nur das zählt", sagte ein ruhiger, in sich gekehrter, aber auch sichtlich blasser Co-Trainer Heiko Scholz (55) nach der Partie. Die Niederlage, so sagte er sinngemäß, ließe sich verkraften. Vieles andere fiel schwerer, vor allem der Ausfall des Trainers.

"Markus ist in der Mannschaft, glaube ich, sehr beliebt. Das ist keine Ausrede, wie wir aufgetreten sind, aber das bewirkt etwas in einem Team. Wir wollten ihm ein Geschenk machen, das ist uns nicht gelungen", so Scholz. Und schon am Freitag (19 Uhr) kommen die kleinen Bayern. Zumindest ist Kauczinski wieder da. Wen er in die Startelf stellt - unklar. Gott, hilf!

Titelfoto: imago images/Thomas Frey

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