Dynamo ist derzeit nur Mittelmaß! Warum der Sieg gegen den HSV Gift war

Dresden - Immer mehr wird der 4:1-Erfolg im DFB-Pokal gegen den Hamburger SV pures Gift für Dynamo Dresden. Da zelebrierte Dresden Angriffsfußball, die Spieler wurden schon in den Olymp gehoben.

Nach dem beeindruckenden Erfolg gegen den HSV war der Jubel groß. Die Spieler fühlten sich im siebten Himmel. Mittlerweile sind Kapitän Sebastian Mai (2.v.l.) & Co. von der Drittliga-Konkurrenz aber schmerzhaft zurück auf den Boden der Realität geholt worden.
Nach dem beeindruckenden Erfolg gegen den HSV war der Jubel groß. Die Spieler fühlten sich im siebten Himmel. Mittlerweile sind Kapitän Sebastian Mai (2.v.l.) & Co. von der Drittliga-Konkurrenz aber schmerzhaft zurück auf den Boden der Realität geholt worden.  © Lutz Hentschel

Ein Status, den sie nicht halten konnten und der ihnen auch nicht gerecht wird. Denn: Die Vorzeichen waren Anfang September ganz andere. Da hatten sie nichts zu verlieren. Jetzt schon.

Und wer sich genau dieses Spiel noch einmal in voller Länge anschaut, wird eins erkennen: Die ersten beiden Aktionen im Spiel saßen und der HSV vergeigte an jenem euphorischen Abend eine Vielzahl an Hochkarätern. 

Es fiel halt nur nicht auf bei diesem Spielstand oder besser: Dynamo wurde nicht bestraft. Dennoch: Den Schwarz-Gelben ist das Leichte, das Flockige von damals abhanden gekommen. Musste es vielleicht sogar. 

Der DFB-Pokal ist Zubrot, was zählt ist die Meisterschaft. Und da wurde Dynamo von fast allen zum sofortigen Wiederaufsteiger erklärt, erst Recht nach Hamburg.

Das hemmt die Jungs. Immer wieder die Erwartungshaltung vor die Nase gehalten zu bekommen, ist schwer, auch für etablierte Spieler. 

Wo nicht einmal ein hart erkämpfter 1:0-Sieg was zählt. Druck, Druck, Druck. Es muss ein schöner Dreier sein. Muss es gar nicht.

Dynamo Dresden hat sich "nie als den Super-Favoriten" angesehen

Dynamo-Coach Markus Kauczinski spricht seit Monaten davon, dass es natürlich Rückschläge geben wird.
Dynamo-Coach Markus Kauczinski spricht seit Monaten davon, dass es natürlich Rückschläge geben wird.  © Picture Point / Gabor Krieg

Dass Rückschläge kommen werden, erklärt Markus Kauczinski seit Ende Juli gebetsmühlenartig. Jetzt sind sie da. Das 0:3 in München galt es Warnschuss.

Das 1:2 gegen Zwickau und das 0:1 in Ingolstadt waren keine mehr, sondern spiegeln vielleicht sogar den momentanen Stand wider. 

Drei 1:0-Siege, drei Niederlagen, ein Remis - Dynamo steht im breiten Mittelfeld der Tabelle, ist aktuell Mittelmaß.

"Wir sind den Beweis noch schuldig geblieben, dass wir über den anderen stehen", sagt Trainer Kauczinski. 

"Wir haben uns aber auch nie als den Super-Favoriten gesehen. Dazu haben uns andere gemacht." Zum Beispiel nahezu alle Drittliga-Trainer. 

"Das ist eine Moment-Aufnahme, die weh tut. Da macht man sich so seine Gedanken. Wir gehören zum großen Mittelfeld, nach oben und unten ist nicht viel Luft."

Mit unten will sich Dynamo nicht beschäftigen, mit oben schon eher. Der Trainer ist daher auch eher als Pädagoge, als Psychologe gefordert. Wenn Kauczinski seinen Mannen den Druck des Gewinnen-Müssens nehmen kann, geht es ganz schnell. Ohne Druck hat Dynamo gegen den HSV nämlich gewonnen. Die Leichtigkeit muss wieder her!

Titelfoto: Picture Point / Gabor Krieg

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