Dynamo-Aus: Jetzt meldet sich Ralf Minge selbst zu Wort!

Dresden - Das konnte er so nicht stehen lassen! Nach dem stillosen Verkünden des Endes seiner Amtszeit bei Dynamo Dresden am Pfingstmontag (TAG24 berichtete), hat sich Sportgeschäftsführer Ralf Minge nun am Dienstag an die Öffentlichkeit gewandt. Jetzt redet Minge!

Ralf Minge hat sich am Dienstag selbst zu Wort gemeldet.
Ralf Minge hat sich am Dienstag selbst zu Wort gemeldet.  © Lutz Hentschel

In der von seinem Anwalt verschickten Mitteilung legt Minge die Ereignisse der letzten Monate dar, über die in den Wochen zuvor viel spekuliert worden war. 

So beschreibt er, wie er am 27. Dezember 2019 aufgrund der sportlichen Entwicklungen und auch sicher aufgrund des Scheiterns seines Trainerprojektes Cristian Fiel die Vertrauensfrage im Aufsichtsrat stellte. 

"Eine entsprechende Abstimmung des Aufsichtsrates hat es an diesem Tag jedoch nicht gegeben und es wurde vereinbart, sich alsbald noch einmal über das Thema der Vertragsverlängerung zu unterhalten", sagt Minge. 

Im Januar kam dann Aufsichtsratsmitglied Thomas Kunert auf ihn zu und berichtete ihm, dass nicht mehr alle Mitglieder des Gremiums hinter ihm stünden. 

"Noch im Januar 2020 teilte mir Thomas Kunert, Mitglied des Aufsichtsrates, dann mit, dass mir wohl nicht alle Mitglieder des Kontrollgremiums das Vertrauen für eine Vertragsverlängerung aussprechen würden. Daraufhin erklärte ich noch in diesem Gespräch, dass ich dann keine Basis für eine weitere Zusammenarbeit mehr sehe und in der Konsequenz für eine Vertragsverlängerung über den Juni 2020 hinaus auch nicht mehr zur Verfügung stehe", erklärt die Dynamo-Legende weiter. 

Minge einigt sich mit Aufsichtsrat auf eine Verlängerung bis Dezember 2020, doch plötzlich kommt per Mail ein Angebot bis zum 30. September

Warum er trotz Einigung einer Verlängerung bis Dezember 2020 plötzlich ein Angebot bis September bekommt, kann Minge sich nicht erklären.
Warum er trotz Einigung einer Verlängerung bis Dezember 2020 plötzlich ein Angebot bis September bekommt, kann Minge sich nicht erklären.  © Lutz Hentschel

Im März wird Minge dann aber von einer Arbeitsgruppe doch gebeten, weiterzumachen. 

"In einem weiteren Zusammentreffen im März 2020 mit den Mitgliedern der entsprechenden Arbeitsgruppe des Aufsichtsrates haben mich diese dann dringend gebeten, doch zum Wohle des Vereins von meinem ursprünglichen Entschluss abzuweichen und einer befristeten Verlängerung bis zum 31. Dezember 2020 zuzustimmen, da einerseits mit der Suche nach einem geeigneten Kandidaten noch nicht begonnen wurde und es andererseits wichtig sei, in dieser schwierigen Situation vermeintliche Geschlossenheit nach außen zu demonstrieren. Anfang April stimmte ich dann gegenüber Jens Heinig, dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates, diesem Vorschlag des Gremiums im Vereinsinteresse zu", so Minge weiter. 

Plötzlich flattert dann aber durch Kunert per E-Mail übermittelt am 19. Mai ein Vertragsangebot in Minges Postfach, das nur bis 30. September 2020 datiert war. 

Minge: "Offensichtlich sollten hier auf meinem Rücken nur eigene Unzulänglichkeiten des Aufsichtsrates verdeckt werden"

Ralf Minge war von Februar 2014 an der Sportgeschäftsführer von Dynamo Dresden.
Ralf Minge war von Februar 2014 an der Sportgeschäftsführer von Dynamo Dresden.  © Lutz Hentschel

"Dabei wurde mir durch Herrn Kunert erläutert, dass der Aufsichtsrat dokumentieren wollte, dass ein gemeinsamer Weg in der Phase sehr wichtig ist und damit wegen der geleisteten Arbeit ein wertschätzender und ebenbürtiger Übergang von großer Bedeutung für das Gremium des Vereins sei. Warum der eigene Vorschlag des Aufsichtsrates nun auf lediglich drei Monate verkürzt wurde, und warum dies denn nun eine besondere Wertschätzung darstellen soll, vermag ich nicht zu erklären. Ich habe dem Aufsichtsrat dann vorige Woche mitgeteilt, dass diese kurzzeitige und so auch nicht besprochene Verlängerung für mich keine Option sei. Offensichtlich sollten hier auf meinem Rücken nur eigene Unzulänglichkeiten des Aufsichtsrates verdeckt werden", erklärt Minge am Dienstag.

Im weiteren Verlauf bedauert er, dass dieses Thema nun in dieser heißen Phase des Kampfes um den Klassenerhalt öffentlich ausgetragen wird, doch er sehe sich durch die Pressemitteilung des Aufsichtsrates zu einer Klarstellung gezwungen.

Er schließt die Erklärung mit emotionalen Worten:

"Dynamo hat mein ganzes Leben fast 24 Stunden am Tag bestimmt und ich werde immer ein Teil des Vereins sein sowie mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn dies gewünscht ist. Keine Verantwortung mehr für Dynamo zu tragen, wird eine neue Erfahrung sein, die ich nach dem Ende meines Vertrages erst einmal verarbeiten werde. Ich hätte mir gern ein anderes Ende, einen anderen Abschied als Verantwortungsträger des Vereins gewünscht. Aber ich persönlich kann in den Spiegel schauen und das war mir in meinem Leben schon immer wichtig. Ich bedanke mich – auch auf diesem Wege – bei den vielen engagierten, motivierten und extrem fleißigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Vereins, den Spielern und den Mitgliedern, den Dynamo-Fans sowie allen Partnern und Sponsoren und gehe davon aus, dass wir auch in der nächsten Saison wieder Zweitliga-Fußball in Dresden sehen werden. 

Die Mannschaft, das Trainerteam und auch ich werde bis zum letzten Tag alles geben, was in uns steckt", so Minge. 

Titelfoto: Lutz Hentschel

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