Dynamo wacht zu spät auf! Nach Re-Start schon sieben Gegentore in 1. Hälfte

Dresden - Vier Spiele nach dem Re-Start, vier Punkte, 4:8 Tore. Dynamo Dresden kassiert pro Partie im Schnitt zwei Gegentreffer - das ist zu viel. 

In Hannover schenkte Marvin Ducksch Dynamo-Keeper Kevin Broll bereits in der 10. Minute das erste Gegentor ein.
In Hannover schenkte Marvin Ducksch Dynamo-Keeper Kevin Broll bereits in der 10. Minute das erste Gegentor ein.  © Swen Pförtner/dpa-POOL/dpa

Doch da gibt es noch ein deutlich größeres Problem. Tore des Kontrahenten bis zur Halbzeit: Sieben! Tore des Kontrahenten danach: Eins! 

Heißt: Dynamo rannte immer einem 0:1 oder 1:2 hinterher, bevor es überhaupt auf Touren kam. Das kostete Punkte und Kraft, die nicht im Überfluss vorhanden ist.

Stuttgart (19.), Hannover (10./17./45.), Wiesbaden (24./26.) und nun Fürth (14.) - alle bisherigen Gegner trafen in Durchgang eins. 

Lediglich Stuttgart konnte Kevin Broll in Durchgang zwei überwinden. 

Das 0:2 damals kurz vor dem Abpfiff änderte zumindest nichts mehr an der Niederlage. In Wiesbaden drehte Dynamo noch den Spieß, gegen Fürth gelang ein Punkt. 

Die Moral ist also da, der Wille, den Klassenerhalt zu schaffen, ebenso.

Worin liegen also die Gründe für die permanenten Fehlstarts? Zum einen natürlich an der Rotation der Startelf. 

Markus Kauczinski ist dazu gezwungen. Alle 72 Stunden eine Partie - das geht auf die Knochen. Mal abgesehen von Keeper Broll standen nur Florian Ballas und Jannis Nikolaou immer in der Startelf. 

Fehlt einigen Spielern von Dynamo Dresden die geistige Frische?

Gegen Stuttgart bekam Dynamo das 0:1 durch Al Ghaddioui in der 19. Minute.
Gegen Stuttgart bekam Dynamo das 0:1 durch Al Ghaddioui in der 19. Minute.  © Robert Michael/dpa-Pool/dpa

Sieben Wechsel nach Stuttgart, acht nach Hannover, fünf nach Wehen. Das sorgt dafür, dass die Mannschaft nicht eingespielt ist, die Abstimmung immer eine gewisse Zeit braucht. Das ist ein Fakt.

"Das waren unterschiedliche Halbzeiten mit unterschiedlichen Spielweisen. Das ist schwer zu sagen, glaube ich nicht", antwortete Kauczinski auf die Frage, ob es an der fehlenden Eingespieltheit liegt. 

"Ich habe aber schon gemerkt, dass der eine oder andere Zeit braucht, um reinzukommen. Ich kann das nicht begründen, ich weiß nicht, warum. Es ist manchmal einfach auch so, dass man die Müdigkeit erst rauslaufen muss", gibt der Coach zu.

Der zweite Grund ist die individuelle Klasse. In den ersten Minuten eines Spiels sollte es nicht an der körperlichen Frische mangeln, es war die geistige. 

Gravierende Patzer einzelner brachten Dynamo jeweils ins Hintertreffen. Es waren immer wieder andere, die Böcke schossen.

Was Mut macht: Gerade in Wiesbaden und nun gegen Fürth zeigte Dresden, dass die Truppe im Kommen ist, hintenraus am Drücker war. Gegen die Kleeblätter konnte Dynamo nachlegen, drängte vehement auf den Siegtreffer. "Das ist ein gutes Gefühl, dass wir zulegen können. Die Tendenz ist aufsteigend, wir kommen langsam in die alte Verfassung", so Kauczinski.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Pool/dpa

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