Kauczinski warnt nach Dynamo-Gala vor zu viel Euphorie

Dresden - Markus Kauczinski saß vor der Pressekonferenz auf seinem Stuhl und wartete auf seinen HSV-Kollegen Daniel Thioune. Da kramte er sein Handy raus: "Wenn ich verliere, schreibt mir nie jemand", lachte der 50-Jährige herzhaft. 
Bei aller Freude über den Pokal-Coup seiner Dynamos gegen den Hamburger SV - hundertprozentig zufrieden war Dresdens Trainer Markus Kauczinski trotzdem nicht.
Bei aller Freude über den Pokal-Coup seiner Dynamos gegen den Hamburger SV - hundertprozentig zufrieden war Dresdens Trainer Markus Kauczinski trotzdem nicht.  © DPA/Robert Michael

Nach dem 4:1 in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen Hamburg hatte der Dynamo-Coach viele Nachrichten zu lesen und zu beantworten. Er sah den Erfolg allerdings nicht so golden wie andere.

Das 4:1 klingt überzeugend, "ist aber zu hoch ausgefallen", wusste der Trainer. Hamburg hatte eine Vielzahl an Möglichkeiten "und wir einen guten Torhüter".

Einen reifen Auftritt seiner völlig neu zusammengestellten Mannschaft - gegenüber der Vorsaison standen nur Kevin Broll und Chris Löwe in der Startelf - wollte er ganz so euphorisch nicht gesehen haben. 

"Wir haben das eingesetzt, was uns im Moment zur Verfügung steht", erklärte Kauczinski. "Wir haben eine starke halbe Stunde gespielt, immer wieder gute Phasen gehabt. Aber auch Phasen, wo wir den Ball verloren, den Gegner zu Chancen eingeladen haben. Ich bin jetzt nicht so 100 Prozent zufrieden, wie man vielleicht denken könnte. Ich habe Dinge gesehen, wo wir dran arbeiten müssen. Ich schwebe nicht auf Wolke 7, mir war es dann doch die eine oder andere HSV-Chance zu viel", antwortete der Fußball-Lehrer erstaunlich nüchtern.

Mit Kampf, Mentalität und Einstellung war er hochzufrieden. "Das war richtig gut." Er wollte den kurzen Moment des Glücks genießen: "Denn mehr ist es nicht."

Uns erwarten harte Gegner

Kauczinski nimmt den Erfolg als Bestätigung für die harte Arbeit in der Vorbereitung, dass seine Mannschaft das Tempo gehen kann, dass sie Tore schießen kann. Dabei passte die Effektivität. Dresden nutzte vier seiner sechs Möglichkeiten eiskalt aus.

Kauczinski richtete noch am Montagabend den Blick auf die Partie am Freitag beim 1. FC Kaiserslautern. Dann geht die Meisterschaft los. Der Kür DFB-Pokal folgt die harte Pflicht in der 3. Liga. Das Gezeigte vom Montag muss Dynamo auch gegen vermeintliche kleine Gegner wie Verl, Türkücü München oder Meppen abrufen.

Am Freitag hat Dynamo keinen kleinen Kontrahenten vor der Brust, der FCK gehört vom Namen her zu den Schwergewichten. "Uns erwarten harte Gegner und das startet mit einem schweren Auswärtsspiel", weiß Kauczinski. 

Danach will er wieder auf sein Handy schauen und Glückwünsche beantworten.

Titelfoto: DPA/Robert Michael

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