Dynamo plant mit Millionen-Verlust! Wie lange hält die SGD bei 999 Fans oder weniger durch?

Dresden - Noch drei Tage bis zum nächsten Heimspiel von Dynamo Dresden. Am Sonnabend ist der SV Meppen zu Gast. Vor 999 Zuschauern? 500? 100? Oder komplett leeren Rängen? 

Dynamos Interimsgeschäftsführer Enrico Kabus muss nach jedem (Corona-)Heimspiel rote Zahlen schreiben.
Dynamos Interimsgeschäftsführer Enrico Kabus muss nach jedem (Corona-)Heimspiel rote Zahlen schreiben.  © Facebook/SG Dynamo/Steffen Kuttner

Fest steht bisher nur: So langsam geht es den Dresdnern richtig ans Geld. Noch verkraftet die SGD die Einbußen, aber wie lange noch?

"Allenfalls über eine begrenzte Zeit. So wie der Fußball aktuell durchfinanziert und aufgestellt ist, ist es für uns nicht lange möglich, das durchzuhalten", sagt Interimsgeschäftsführer Enrico Kabus in einem Interview auf der Dynamo-Homepage

"Tatsächlich verlieren wir pro Heimspiel über 300.000 Euro an Deckungsbeitrag, die Summe also, die sich direkt negativ in unserem Ergebnis niederschlägt und damit tatsächlich verloren geht. Das macht auf eine Saison hochgerechnet fast sechs Millionen Euro Verlust, mit welchem wir im Zuge der Nachlizenzierung für die aktuelle Saison jetzt auch planen mussten", sieht der 36-Jährige die Lage kritisch.

Dynamo hat in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet und zehn Millionen Euro auf dem Festgeldkonto. Zum Glück muss man jetzt sagen. Das können nicht viele Profi-Vereine von sich behaupten. 

Kabus warnt aber: "Spielen wir weiterhin durchgehend vor 999 Zuschauern oder weniger, reicht das gesparte Geld noch rund eineinhalb Jahre."

"Fußball ist unser Job, und den wollen wir so lange ausführen, wie es nur geht", sagt Dynamo-Trainer Markus Kauczinski.
"Fußball ist unser Job, und den wollen wir so lange ausführen, wie es nur geht", sagt Dynamo-Trainer Markus Kauczinski.  © Picture Point/Gabor Krieg

Dynamo Dresdens Coach Markus Kauczinski ist besorgt

Gegen Zwickau verloren sich gerade mal 999 Zuschauer im Harbig-Stadion. Dem Verein gehen bei dieser "Auslastung" jedes Mal fast 300.000 Euro verloren.
Gegen Zwickau verloren sich gerade mal 999 Zuschauer im Harbig-Stadion. Dem Verein gehen bei dieser "Auslastung" jedes Mal fast 300.000 Euro verloren.  © Lutz Hentschel

Umso wichtiger ist es, dass der Ball in Corona-Zeiten überhaupt rollt, sich die Sponsoren präsentieren können, zur Stange halten.

"Die Politik hat entschieden, wo der Fußball hingehört. Wir sind Teil der Gesellschaft, der wir uns unterordnen, das wurde gezeigt. Fußball ist sehr wichtig für die Leute, auch wenn man nicht ins Stadion kann. Wir haben eine wichtige Rolle", so Dynamo-Trainer Markus Kauczinski, der aber dabei nicht nur den Faktor Spaß im Fußball sieht, das runde Leder als Brot fürs Volk. Er sorgt sich.

"Es wird wie in allen anderen Branchen auch Probleme geben, wenn durch die fehlenden Zuschauer Einnahmen wegbrechen. Da geht es dem Gastwirt so wie einem Unternehmen. Wenn Einnahmen fehlen und man Ausgaben hat, dann muss man kalkulieren und rechnen. Da kann es zu Problemen kommen wie in anderen Wirtschaftszweigen auch", sagt Kauczinski.

Kaum einem Verein geht es so gut wie der SGD, einige steckten schon im Frühjahr in ernsten Schwierigkeiten, mussten Kredite aufnehmen, um überleben zu können. Das wird derzeit nicht besser.

"Und", weist Kauczinski hin, "man darf auch nicht vergessen, es ist unser Beruf. Das ist kein Hobby oder unsere Muse, das ist unser Job, und den wollen wir so lange ausführen, wie es nur geht". Und das am besten vor vielen Fans, was hoffentlich bald wieder möglich ist. Das würde nicht nur Dynamo helfen.

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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