Dynamos Tim Knipping: "Mit Schönspielerei und Tiki-Taka geht's nicht!"

Dresden - Tim Knipping stand am Dienstagabend genau neben Chris Löwe, als sich Zwickaus Julius Reinhardt in den Dynamo-Verteidiger bohrte. 

Tim Knipping (r.) im Zweikampf mit dem Zwickauer Maximilian Wolfram. Für die heutige Partie in Ingolstadt fordert der Verteidiger von sich und seinen Kollegen die Grundtugenden des Fußballs ein.
Tim Knipping (r.) im Zweikampf mit dem Zwickauer Maximilian Wolfram. Für die heutige Partie in Ingolstadt fordert der Verteidiger von sich und seinen Kollegen die Grundtugenden des Fußballs ein.  © Picture Point/Gabor Krieg

"Knipser" vergrub sein Gesicht in beide Hände. Einen Tag später der Beinbruch von Kaiserslauterns Dominik Schad gegen Ingolstadt. "Wenn man selbst schon mal schwer verletzt war, fühlt man mit. Es ist nicht leicht, damit umzugehen", so der 27-Jährige.

Ihn hatte es im Mai 2018 im Trikot des SV Sandhausen getroffen - Schienbeinbruch. Nach der OP gab's Komplikationen, eine Unterschenkel-Amputation drohte. 

"Ich habe das bei Chris hautnah erlebt, die Schreie, die Schmerzen. Da habe ich schon sehr mitgefühlt. Da sind Erinnerungen hochgekommen. Natürlich schaue ich da zurück. Gleichzeitig bin ich aber auch dankbar, dass ich gesund bin und spielen kann. Diese Szene zeigt, wie schnell es gehen kann. Daher sollte man schätzen, dass man wirklich jeden Tag dem nachgehen kann, was wir hier machen dürfen", hält Knipping inne.

Er darf Fußball spielen. Und das will er am heutigen Samstag beim Geisterspiel in Ingolstadt so gut erledigen wie nur möglich - im Gegensatz zum Dienstag. Die Derby-Pleite wirkt nach, muss aber raus aus den Köpfen. 

Dynamo muss gegen Ingolstadt Trotzreaktion zeigen

Der verletzte Chris Löwe wird auf einer Trage abtransportiert, Tim Knipping (r.) und sein Teamkollege Patrick Weihrauch sind fassungslos.
Der verletzte Chris Löwe wird auf einer Trage abtransportiert, Tim Knipping (r.) und sein Teamkollege Patrick Weihrauch sind fassungslos.  © Picture Point/Gabor Krieg

"Wir haben die Grundtugenden des Fußballs vermissen lassen. Die sind das Wichtigste. Uns muss einfach bewusst werden, dass wir mit Schönspielerei und Tiki-Taka nicht durch die Liga marschieren werden", sagt Knipping.

Und diese Tugenden haben erstmal nichts mit der vorhandenen Qualität im Kader zu tun. "Da muss sich einfach jeder selbst hinterfragen: Was will er, was möchte er auf den Platz bringen? Da muss jeder bis sich selbst anfangen. Wenn das jeder macht, kommt auch wieder ein Team auf den Platz", lässt Knipping tief blicken.

Und genau das Team ist in Ingolstadt gefordert. Dynamo muss eine Trotzreaktion zeigen, zunächst kämpfen, beißen, kratzen und zwicken, ehe das Spielerische kommen kann. Anders funktioniert Liga 3 nicht.

"Es ist total eng, aber wir werden nicht gewinnen, wenn wir nur 45 Minuten gut spielen. Wir müssen es über 90 schaffen. Jedes Spiel wird eklig, weil jede Mannschaft gegen uns alles reinwirft. Wir müssen die Zweikämpfe gewinnen, der Rest kommt von allein", fordert Knipping von sich und seiner Mannschaft - hoffentlich ohne schwere Verletzungen.

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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