Dynamo-Trainer Kauczinski: "Wir waren schon Favorit, da hatten wir noch gar keinen Kader"

Dresden - Ab dem heutigen Freitag wird scharf geschossen! Mit der Auftaktpartie zwischen Kaiserslautern und Dresden beginnt die Drittliga-Saison 2020/2021. Dynamo muss als Absteiger Farbe bekennen. Die Vorbereitung war optimal, der Auftakt mit dem 4:1 im DFB-Pokal gegen den Hamburger SV grandios. Aber das war die Kür, jetzt kommt die Pflicht. 

Das will er oft erleben: Dynamo-Coach Markus Kauczinski (l.) freut sich mit Panagiotis Vlachodimos über den 4:1-Sieg im DFB-Pokal gegen den HSV.
Das will er oft erleben: Dynamo-Coach Markus Kauczinski (l.) freut sich mit Panagiotis Vlachodimos über den 4:1-Sieg im DFB-Pokal gegen den HSV.  © Lutz Hentschel

SGD-Trainer Markus Kauczinski äußert gegenüber TAG24 seine Sicht auf die Dinge. 

TAG24: 16 Trainer haben in einer Umfrage gesagt, Dynamo ist Favorit auf den Aufstieg. Liegen Ihre Kollegen richtig?

Markus Kauczinski (lacht): "16 nur? Wir waren schon Favorit, da hatten wir noch gar keinen Kader. Da braucht man nichts darauf geben. Wir wissen, dass es nichts zu bedeuten hat. Wir haben nominell starke Spieler verpflichtet, die einen gewissen Ruf haben. Jetzt muss man wissen: Gute Spieler zu haben, heißt nicht, eine gute Mannschaft zu sein. Das muss man werden. Auf diesem Weg sind wir. Aber es werden noch viele Proben, harte Aufgaben kommen, man wird auch mal stolpern. Dann wird sich auf Dauer zeigen, wie stark wir sind. Das wird ein offenes Rennen. Ich halte uns für stark, für sehr gut. Alles andere wird man sehen."

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TAG24: Wer sind denn für Sie die Favoriten?

Kauczinski: "Das kann man ganz konkret nie sagen. Es gibt sechs, sieben, acht Mannschaften, die eine gute Rolle spielen werden. Da gehört Viktoria Köln dazu, Kaiserslautern, Duisburg, Ingolstadt, ein paar Überraschungsteams. Im Vorjahr war alles eng beieinander. Würzburg war nach der Coronapause Zehnter und ist dann aufgestiegen. Es ist alles eng. Die Qualität in der 3. Liga ist in den letzten Jahren immer weiter gestiegen."

Dynamo Dresden: Markus Kauczinski sieht seine Mannschaft gut gerüstet

Haben eine schlagkräftige Truppe zusammengestellt: Sportgeschäftsführer Ralf Becker (l.), Chefscout Kristian Walter (M.) und Trainer Markus Kauczinski.
Haben eine schlagkräftige Truppe zusammengestellt: Sportgeschäftsführer Ralf Becker (l.), Chefscout Kristian Walter (M.) und Trainer Markus Kauczinski.  © Lutz Hentschel

TAG24: Wie groß ist Ihre Vorfreude auf den Start?

Kauczinski: "Die Freude ist immer da, ich bin leidenschaftlich Trainer. Ich liebe die Spiele. Für uns ist es wichtig, dass wir wissen, dass der Pokal vorbei ist. Das war ein Sahnetag. Wir werden alles dafür tun, diese öfters zu haben. Jedes Spiel startet bei 0:0, jedes Spiel ist irgendwie anders. Lautern hat eine gute Truppe. Deshalb war es mir wichtig, am Montag sofort den Fokus auf den Freitag zu lenken. Das ist der Wettbewerb, der für uns am wichtigsten ist. Kaiserslautern ist eine gute Truppe, es wird eine ganz andere Partie. Die Griffigkeit, die Galligkeit, diesen Willen vom Montag wollen wir mitnehmen."

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Kauczinski: "Nee, das gefällt mir. Wenn das einer kann, dann wir. Alle drei Tage, da lachen wir drüber. Da schütteln wir uns einmal. Dann kommt ja schon wieder eine normale Woche, die schon fast utopisch lang ist für uns. Ich glaube, dass wir uns das angeeignet haben, dass wir uns darauf einstellen. Wir haben einen großen Kader. Wir sind für dieses Programm gerüstet."

TAG24: Corona hat immer noch alle fest im Griff. Das Pokalspiel in Mannheim stand auf der Kippe. Testspiele wurden kurzfristig aufgrund von positiven Fällen bei Spielern abgesagt. Muss man sich darauf einstellen, dass es wieder so verrückt laufen kann?

Kauczinski: "Ich glaube, uns kann nix mehr schrecken. Es zeigt, dass es noch da ist. Auch wenn man gerade nicht betroffen ist, wissen wir, wie schnell das geht. Wir haben die Spieler auch nochmal aufmerksam gemacht auf gewisse Regeln. Und wenn es so kommt, dann kommt es so. Daher warten wir es ab, in der Hand haben wir es sowieso nicht, außer dass wir das tun, was wir tun können."

Titelfoto: Lutz Hentschel

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