Absoluter Wahnsinn! Dynamos U19 und Hannover mit Zehn-Tore-Spektakel

Dresden - Verrückte Partie! Dynamo Dresdens U19 hat sein Heimspiel gegen Hannover 96 in der A-Jugend Bundesliga Staffel Nord/Nordost mit 4:6 (1:4) verloren.

Durfte in der Länderspielpause bereits bei den Profis ran, hatte Hannovers Eiseskälte vor dem Tor aber auch nicht viel entgegenzusetzen: Der bosnische Junioren-Nationalspieler Adnan Alagic. (Archivbild)
Durfte in der Länderspielpause bereits bei den Profis ran, hatte Hannovers Eiseskälte vor dem Tor aber auch nicht viel entgegenzusetzen: Der bosnische Junioren-Nationalspieler Adnan Alagic. (Archivbild)  © Picture Point/ Sven Sonntag

Bei herrlichem Fußballwetter um die 20 Grad und strahlendem Sonnenschein entwickelte sich eine merkwürdige Partie.

Dynamo, vor dem Spiel mit neun Punkten aus vier Begegnungen und einem Torverhältnis von 9:2, dazu mit einem 9:0-Sieg im DFB-Junioren-Vereinspokal im Rücken, war im Aufwind und stand in der Tabelle vor Hannover (sechs Punkte).

Das war am Anfang auch zu spüren. Technisch ansehnlich und selbstbewusst wurde kombiniert, allerdings fehlte beim letzten Pass noch die Genauigkeit. Die zeigten die Gäste. Sturmbulle Grace Honore Bokake Bolufe brachte 96 mit einem klasse Schlenzer in die lange Ecke in Führung (9. Minute).

Dynamos U19 startet beim Hamburger SV perfekt in die neue Saison!
Dynamo Dresden Dynamos U19 startet beim Hamburger SV perfekt in die neue Saison!

Doch die SGD steckte nicht auf: Torjäger Simon Gollnack erkämpfte sich an der rechten Außenseite das Leder, leitete in die Mitte weiter, von wo aus der Ball zu Jonas Kühn auf die linke Seite gespielt wurde, der abzog und zum 1:1 in die lange Ecke traf (13.).

Dann jedoch war ausgerechnet Eunsa Jeong Ausgangspunkt für das nächste Tor der Gäste: Der Südkoreaner, der die letzten zwei Spielzeiten für Dresdens Nachwuchsteams aktiv war, legte per Kopf ab auf Simon Stehle, der per Volleyschuss zum 2:1 traf (26.).

Hannover 96 zeigt Eiseskälte vor dem Tor, doch Dynamo Dresdens U19 beweist Moral

Niclas Kubitz für Dynamo Dresdens U19 beim Freistoß gegen Hannover 96.
Niclas Kubitz für Dynamo Dresdens U19 beim Freistoß gegen Hannover 96.  © Stefan Bröhl

Als Jeong sich dann selbst noch in die Torschützenliste eintrug, das 3:1 erzielte (38.) und Frederik Trümner kurz darauf zum 4:1 für Hannover traf (40.), schien das Duell bereits zur Halbzeit entschieden zu sein.

Zumal es nach der Pause nicht besser wurde. Da schoss Mick Gudra einen sehenswerten Freistoß zum 5:1 in die Maschen (51.).

Zu diesem Zeitpunkt drohte Dynamo ein Debakel, denn die Verunsicherung war nun deutlich zu spüren, man nahm die Zweikämpfe nicht mehr richtig an, weil der Zugriff in der Defensive wegen der vielen Gegentreffer fehlte und die Mannschaft verkrampfte.

Dynamo-Torschütze Arslan nach seinem Treffer traurig: "Waren alle nicht griffig genug!"
Dynamo Dresden Dynamo-Torschütze Arslan nach seinem Treffer traurig: "Waren alle nicht griffig genug!"

Doch als Ransford-Yeboah Königsdörffer in der 63. Minute die Übersicht behielt und aus dem Gewühl heraus zum 2:5 traf, ging nochmal ein Ruck durch die Jung-Dynamos. Selbst das 2:6 durch Stehle (69.) änderte daran nichts mehr.

Gollnack verkürzte zum 3:6 (71.), ehe Schiedsrichter Jarno Wienefeld sich keine Freunde unter den Heimzuschauern machte und dem eingewechselten Johann Saalfrank erst die Gelbe Karte zeigte und nur Sekunden später äußerst umstritten Gelb-Rot gab, weshalb Dresden fortan nicht nur drei Tore zurücklag, sondern auch noch in Unterzahl agieren musste.

Traumhaftes Solo von Dynamo-Stürmer Ransford-Yeboah Königsdörffer

Auch Ransford-Yeboah Königsdörffer durfte schon beim Zweitliga-Team ran. Er traf gegen Hannover 96 doppelt. (Archivbild)
Auch Ransford-Yeboah Königsdörffer durfte schon beim Zweitliga-Team ran. Er traf gegen Hannover 96 doppelt. (Archivbild)  © Picture Point/ Sven Sonntag

Der bosnische Abwehrmann Adnan Alagic schimpfte deshalb wütend über den halben Platz mit 96-Keeper Thomas-Marius Kubulla, der nach jedem Gegentor den Ball festhielt und nicht herausrückte, weshalb es jedes Mal zu einer kleinen Schubserei kam.

Eine davon führte letztlich auch zu Saalfranks Feldverweis. Doch obwohl die U19 nun mit dem Schiri und dem Matchglück haderte, spielte die Elf von Trainer Willi Weiße mit viel Wut im Bauch weiter nach vorne und sorgte für DAS Highlight der Begegnung.

Königsdörffer bekam die Kugel im Mittelfeld, nahm Fahrt auf, sprintete los, dribbelte an sechs (!) Hannoveranern vorbei, behielt dann auch noch vor Kubulla die Ruhe und netzte zum 4:6 (81.) ein!

Auch anschließend machte Dynamo in Unterzahl Druck, konnte aber keinen weiteren Treffer mehr erzwingen.

Obwohl am Ende eine bittere Heimniederlage zu Buche stand, macht dieser starke SGD-U19-Jahrgang nicht nur aufgrund des kongenialen Sturmduos Königsdörffer-Gollnack (zusammen dreizehn Tore in sechs Spielen) viel Spaß und dürfte in dieser Spielzeit noch das ein oder andere Spitzenteam ärgern.

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