Dynamo: Überraschendes Born-Aus! War die Atmosphäre nachhaltig gestört?

Dresden - Die Schlagzeilen sollten der Mannschaft vor dem Pokalkracher am Montag gegen den Hamburger SV gehören. Diese konzentrieren sich nun auf Michael Born und seinen vom Zeitpunkt her überraschenden Zwangsabgang von der SG Dynamo Dresden. (TAG24 berichtete). 

Sie waren sich nicht immer grün und sollen intern um die Macht gerangelt haben. Jetzt sind beide weg - Ralf Minge (l.) musste zum 30. Juni gehen, zweieinhalb Monate später war auch für Michael Born unfreiwillig bei Dynamo Schluss.
Sie waren sich nicht immer grün und sollen intern um die Macht gerangelt haben. Jetzt sind beide weg - Ralf Minge (l.) musste zum 30. Juni gehen, zweieinhalb Monate später war auch für Michael Born unfreiwillig bei Dynamo Schluss.  © Lutz Hentschel

Denn er hat von seinem Aus nur persönlich erfahren, vorangetrieben hat er es nicht bewusst.

Der von Sportgeschäftsführer Ralf Becker am 1. Juli ausgerufene Neustart geht also weiter. Er selbst war nicht in die Beurlaubung seines Kollegen involviert: "Ich wurde gestern informiert, nachdem die Entscheidung getroffen wurde. Grundsätzlich hatten wir die zwei Monate, dich ich hier bin, eine gute Zusammenarbeit, einen guten Austausch", sagte Becker am Freitag auf der Pressekonferenz vor dem Pokalspiel. 

"Wir haben am Montag ein Spiel, wir sind dafür da, um das Sportliche optimal vorzubereiten. Für alle anderen Themen sind wir gar nicht die richtigen Ansprechpartner", wollte sich Becker nicht weiter zur Personalie äußern.

Es war also offiziell nichts über den Grund der Entscheidung zu erfahren. Die Worte des Aufsichtsratsvorsitzenden Jens Heinig in der Pressemitteilung vom Donnerstag klangen allerdings vielsagend. 

Eine Analyse habe ergeben, Born sei nicht mehr der Richtige für den Job. Aber warum? Am Finanziellen kann es nicht gelegen haben. Seit Mai 2016 war er im Amt. In der Zeit steigerte der Verein Stück für Stück sein Festgeldkonto, bis es im November 2019 bei zehn Millionen Euro stehen blieb. Rekord!

Betriebsklima bei Dynamo Dresden soll gestört gewesen sein

Michael Born (l.) und Ralf Becker im Trainingslager in Heilbad Heiligenstadt. Ihre gemeinsame Arbeit dauerte 72 Tage.
Michael Born (l.) und Ralf Becker im Trainingslager in Heilbad Heiligenstadt. Ihre gemeinsame Arbeit dauerte 72 Tage.  © Lutz Hentschel

Eher soll es am Betriebsklima gelegen haben. Vor drei Jahren soll es einen Machtkampf mit ihm und dem damaligen Sportchef Ralf Minge gegeben haben, den Minge (auch durch die Fans) gewann.

Des Weiteren sollen sich ein Dutzend Mitarbeiter im gleichen Zeitraum über die fehlende Kommunikation zwischen ihnen und ihrem Chef beschwert haben.

So richtig warm soll es auf der Geschäftsstelle nie geworden sein. Das ging soweit, dass der 52-Jährige bereits im Juni 2019 gehen sollte. Doch habe wohl Minge sein Veto eingelegt.

Und so schwelten die Konflikte möglicherweise von Monat zu Monat weiter. Am Ende des Liedes sind beide nicht mehr da. Minge seit 1. Juli, Born jetzt. Der Neuanfang geht also weiter.

Seit Freitag ist die Stelle des kaufmännischen Geschäftsführers offiziell auf der Homepage der SGD ausgeschrieben. Bis zum 19. September können sich die Kandidaten bewerben.

Bei der Kürze der Zeit wird es wohl eher so sein, dass der Aufsichtsrat bereits einen Kandidaten mehr als nur im Auge hat: "Die Gremienmitglieder des Aufsichtsrates werden sich beim Auswahlverfahren die notwendige Zeit nehmen, um die im Sinne des Vereins bestmögliche Wahl bei der Neubesetzung des Postens zu treffen. Ziel des Aufsichtsrates ist es, dass Dynamo Dresden in allen Teilbereichen weiter zukunftsfähig gemacht wird", sagte Jens Heinig zur Suche nach einem Born-Nachfolger.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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